Sie kam von der Arbeit nach Hause, warf die Tasche in den Flur und ging, ohne die Schuhe auszuziehen, ins Schlafzimmer. Die Absätze klopften weich auf dem Parkett, aber sie versuchte, den Lärm nicht zu hören – sie hörte nur sich selbst.
Im Zimmer war es noch nicht dunkel, das Abendlicht, leicht vergoldet vom Sonnenuntergang, erfüllte den Raum. Sie blieb vor dem Spiegel stehen, musterte das Spiegelbild eines schönen Gesichts. Langsam drehte sie den Kopf, betrachtete sich im Profil – einfach unglaublich, wie sich ein Gesicht manchmal verändert.
Sie begutachtete Beine, Brust, Taille, strich mit der Hand über den Bauch. Jetzt wusste sie genau, was sie wollte. Sie streichelte weiter über ihren Bauch – Wärme breitete sich im Körper aus, Gedanken huschten vorbei.
Aufmerksam musterte sie die Frau im Spiegel: der kurze Wickelrock, das Top bis zur Taille mit tiefem Ausschnitt, schlanke Beine, helle Schuhe mit Absätzen. Der Rock fiel auseinander, entblößte das Bein.
Mit schnellen, sehr präzisen Bewegungen schob sie einen Sessel an den Spiegel – das Wichtigste war, nicht an Nebensächliches zu denken und das Verlangen nicht zu verscheuchen. Sie setzte sich in den Sessel, schlug ein Bein über das andere.
Der Rock öffnete sich zufällig, der rote Anhänger auf der Brust regte sich vom tiefen Atmen. Sie ließ die Augen nicht von der Frau im Spiegel. Die Brust lugte aus dem Ausschnitt, nur ein bisschen, der Nippel hakte sich leicht am Rand ein.
Die Seiten des Slips waren hochgezogen und noch nicht sichtbar im offenen Rock – sie wollte sie noch nicht ausziehen, sie schnitten so angenehm in die gefüllte Scham. Sie fühlte sich wie mehrere Menschen zugleich.
Als Teilnehmerin stellte sie sich vor, in einem Sommercafé zu sitzen, sie wusste, dass sie schön war und die Männer ringsum starrten sie an. Es gefiel ihr sehr zu wissen, was sie sahen: dass sie kein Unterzeug trug, dass durch den zufällig aufklaffenden Rock die Haare am Schamhügel zu sehen waren, dass die Nippel sich in dem gestrickten Top abzeichneten.
Als Zuschauerin beobachtete sie die Frau im Spiegel und erregte sich an ihrem Anblick. Am meisten wollte sie nicht die Regisseurin sein – sie fürchtete sehr, fremde rationale Gedanken in ihre Fantasien eindringen zu lassen.
Schnell zog sie Slip und BH aus, knöpfte den obersten Knopf des Tops auf, ließ die Brust frei. Spreizte die Beine, spürte noch immer die männlichen Blicke auf sich. Die Scham war groß und feucht – es gefiel ihr, das zu fühlen.
Langsam streichelte sie die Innenseite der Schenkel, berührte nur leicht die Härchen, um die Feuchtigkeit nicht aus der Scham zu nehmen. Drinnen brannte alles, zog sich zusammen und schmerzte angenehm, sie hielt es nicht aus und schloss die Augen, löste sich von der Frau im Spiegel.
Ihre Finger wurden feucht, die zweite Hand wanderte zum Nippel. Sie sah das Zimmer schon lange nicht mehr, die Augen waren geschlossen, über die Augenlider jagten Sterne, fremde Blicke, weiche Brust und… Lust…
Sie wollte das ewig verlängern. Sie lag nackt auf dem Bett, streichelte sich langsam und träge, wusste, dass ihr Mann gleich kommen würde, lächelte ein seliges Lächeln und wartete auf die Fortsetzung…
02/09/98

