Beim Dichter, rufen sie, beim Dichter. Dichter, zeig’s uns!
Aber der Dichter stemmt sich dagegen und zeigt nichts. Sie schicken einen Boten zum Kaiser mit der Klage: „Der Dichter will nicht zeigen“.
Der Kaiser setzt sofort einen Erlass auf: „Wir, von Gottes Gnaden Kaiser und Selbstherrscher des gesamten Reiches, Herrscher über alle großen und kleinen Lande, König der fernen Provinzen“ – kurz gesagt: Zeig’s, du Mistkerl, sonst wird’s übel.
Und der Dichter erwidert:
— Auf euren Kaiser und eure Erlasse – da hab ich so einen!
— Welchen?
— Den zeig ich eben nicht!
Die alte Amme sagt: „Zeigen Sie’s ihnen, Herr, die hören sonst nicht auf.“ Die Bauern aus dem nahen Dorf haben sich um das Anwesen versammelt und skandieren: „Zeig’s uns, Herr! Zeig’s uns, Herr!“
Der Dichter tritt auf die Veranda und spricht: „Hier habt ihr’s alle!“
— Wo?!
— Den zeig ich eben nicht, – antwortet der Dichter.
Da stürzen sich die Schriftsteller auf den Dichter – einer hält ihm die Hände fest, ein anderer zerrt an der Hose. Der Dichter quiekt wie ein Ferkel:
— Verschwindet, ihr Idioten! Ich bin der Dichter!
— Ob Dichter oder Ferkel, – erwidert ein Dritter, – zeigen musst du’s. Das Volk verlangt’s.
Die Schriftsteller ziehen dem Dichter die Hose aus und brechen in Gelächter aus:
— Damit, sagst du, – spotten sie, – hast du das wundervolle Augenblick erinnert?
Der Dichter wird rot und meint:
— Na ja, der ist jetzt so, vor Schreck, aber sonst – der ist oho, der ist gewaltig.
Was die Schriftsteller auch mit dem Dichter anstellen, bei ihm, dem Hund, rührt sich nichts. Schließlich hat einer eine Idee:
— Wir brauchen eine Frau!
Sie fangen eine Frau. Kaum sieht der Dichter sie, wirft er sich auf sie und legt los, es flitzt nur so hin und her.
Die Schriftsteller umringen sie und kritzeln eifrig Memoiren: „Haben wir mal mit dem Dichter eine Frau geschnappt“.
Inzwischen wird’s Abend, Zeit für die Schriftsteller, nach Hause zu gehen. Aber der Dichter vögelt weiter, kann nicht aufhören.
— Dichter, wir gehen!
— Wartet, ich komm gleich, – sagt der Dichter, kommt aber nicht.
— Lasst mich los, Herr, meine Kuh ist nicht gemolken, – fleht die Frau.
— Macht nichts, der Knecht melkt sie, – erwidert der Dichter und macht weiter.
Alle gehen auseinander, nur einer bleibt zurück. Er schaut zu, schaut zu, wie der Dichter die Frau bearbeitet, dann wird’s ihm langweilig, er kommt zum Ende, spuckt aus und geht. Er muss gerade das nächste Kapitel seines Romans für die Zeitung abgeben.
Der Dichter lacht noch lange: „So hab ich sie reingelegt! Bravo, Dichter! Bravo, du Hundesohn!“

