Matteo war ein Raufbold und Schlawiner, Giulia hingegen wusste nicht, wie sie leben sollte.
Sie stand lange nackt vor dem Spiegel und musterte ihre Brust.
— Na, bei allen Mädchen wächst sie, nur bei mir nicht, dachte sie.
Tatsächlich wuchs die Brust nicht. Giulia nahm den blassbraunen Nippel zwischen Daumen und Zeigefinger, zog ihn leicht heraus und blickte traurig auf das flache Dreieck, das sich bildete.
Am Freitag in der Biologiestunde rutschte Matteo zu ihr an die erste Bank.
— Giulia, sagte er, komm heute Abend irgendwohin. Kommst du?
— Wollen wir Anamnese und Epikrise vergleichen?, fragte die Lehrerin und schaute Giulia ausdrucksvoll an.
Giulia erinnerte sich, wie Sofia erzählt hatte, dass Matteo sie bei den Umkleiden „festgehalten“ hatte.
Giulia hatte es damals nicht ganz verstanden, aber es wurde ihr warm und ein bisschen unruhig.
— Nein, sagte sie, ich komm nicht.
— Dann werd ich dir im Traum erscheinen, sagte Matteo und legte ihr die Hand aufs Bein.
Giulia presste die Knie fest zusammen, schob die Hand aber nicht weg.
Nachts schlich Matteo sich an Giulia heran, zog der Schlafenden die Unterhose aus, setzte sie sich auf den Kopf, kletterte flink die Wand hoch, hockte wie eine Fledermaus an der Decke, rollte mit den Augen, wackelte mit den Zehen, störte Giulia, kitzelte ihr mit der Zunge die Achseln, berührte ihre Pobacken, bot ihr seine an, ächzte, quiekte, biss in ihr Schamhaar.
Ein unangenehmer, beunruhigender Traum.
Am Montagmorgen ging Giulia zu Matteo, leckte sich die Lippen und sagte:
— Na gut, ich komm. Aber nicht lange.
(Danach folgte eine erotische Szene, die zwischen den Helden während des Treffens stattfand. Um die Geschlossenheit der Erzählung nicht zu stören, führt der Autor sie als Anmerkung am Ende der Geschichte an.)
Am Dienstag fürchtete Giulia Matteo schon nicht mehr. Im Gegenteil, sie spürte eine Art Überlegenheit.
Zusätzliche Zuversicht gab die Brust, die nun auf die richtige Größe gewachsen war.
— Das ist Liebe, erkannte Giulia.
Sie streichelte den gezähmten Matteo über die Knie, und wenn die Lehrerin sich abwandte, leckte sie ihm den Hals.
Nach allem, was damals zwischen ihnen passiert war, würde er nie wieder ihre Unterhose auf den Kopf setzen und in ihr Schamhaar beißen.
Es begann ein neues, wirklich erwachsenes Leben.
* Anm. * (Endlich spürte sie, wie etwas Heißes und Klebriges in ihre Hand floss. Genauso war es auch im Mund.)

