Ach, Kleines, du fragst, wofür ich meine Frau liebe, und warum ich mich um nichts in der Welt von ihr trennen würde?
Das ist wirklich so, und ich bin bereit, es dir zu erzählen. Ich weiß, du wunderst dich… Du bist ja viel jünger, schlanker. Dir sind neunzehn Jahre, und dein rankes, biegsames Körperchen, geschmeidig wie das einer Gazelle, kann sich natürlich nicht messen mit den Reizen, die meiner Élise noch geblieben sind.
Aber vielleicht kannst du mich gerade deswegen nicht verstehen, weil du noch zu jung bist. Na ja, ich versuch’s trotzdem, dir das zu erklären. Du musst doch kapieren, warum der Mann, den du liebst, auch wenn er älter ist als du, seine Frau nicht verlassen kann.
Also, es war ein glühend heißer Sommer. Der war insgesamt sengend in jenem Jahr, und im Süden, wo wir hingefahren sind zum Ausruhen, war die Hitze einfach unerträglich.
Stell dir vor, am Ufer eines stillen blauen Meeres, unter den brennenden Strahlen der Sonne, breitete sich ein Motel für Autoreisende aus, mit weißen Häuschen. Einstöckige Holzhütten für zwei Personen standen direkt unter Pfirsichbäumen, und morgens konnte man einfach aus dem Zimmer treten und sie pflücken, gleich vor dem eigenen Fenster. Ein Paradies auf der sündigen Erde…
Es ging ins vierte Jahr unseres gemeinsamen Lebens mit Élise. Wir waren nicht verheiratet, aber das spielte keine Rolle. Élise wollte natürlich zum Standesamt, und ich, na ja, ich hatte es nicht eilig. Wohin die Eile?
Und überhaupt, ich hatte Zweifel. Wie soll man nicht zweifeln, wenn man fünfundzwanzig ist, jung und attraktiv, und ringsum so viele bezaubernde Mädchen. Schwer, sich endgültig auf eine festzulegen, und genau das passiert ja, wenn man sich ans Heiraten bindet.
Kurzum, ich dachte, wir fahren in den Süden, erholen uns, und dann schauen wir, wie sich unsere Beziehung weiter entwickelt.
Von Anfang an lief alles schief, kreuz und quer. Weiß der Teufel, woran das lag – Unzufriedenheit miteinander, Übersättigung nach vier Jahren, oder einfach die starke, für uns Nordländer ungewohnte Hitze. Wahrscheinlich alles zusammen.
Wir fingen an, uns wegen Kleinigkeiten zu streiten, gleich vom ersten Tag. In solchen Fällen helfen weder das tolle Wetter, noch das niedliche Häuschen, noch die warmen Wellen des Meeres… Alles am anderen nervte uns.
Schließlich, am dritten Tag, machte ich Élise eine hässliche Eifersuchtsszene. Das war dumm von mir. Élise war nie übermäßig kokett, geschweige denn promisk. Wir langweilten uns abends, schlenderten auf die Tanzfläche, wo unter lauter Musik zahlreiche Urlauber tanzten und herumtobten.
Du kennst solche Plätze. Frauen in bunten Kleidern, extra für den Sommerurlaub genäht in irgendeiner fernen Stadt, kahlköpfige Kerle in weißen Hemden mit hochgekrempelten Ärmeln und „amerikanischen“ Jeans aus polnischer Produktion…
Das alles umgeben von Bäumen, Büschen, und genau dort, in der Schwärze des heißen südlichen Abends, lauert die Leidenschaft, die echte, tierische Leidenschaft.
Dort versammeln sich aus allen umliegenden Dörfern die sogenannten „Einheimischen“. Kehlige, laute Burschen, ihre jüngeren Brüder – von zehn bis vierzehn Jahren, ihre Väter und Onkel in nagelneuen Autos. Diese ganzen Grüppchen rufen sich zu, lärmen, übersäen alles ringsum mit Sonnenblumenschalen, Bonbonpapier und Kippen.
Schlägereien mit den Urlaubern machen sie fast nie. Das muss man nicht fürchten. Ihnen geht’s nicht darum. Oder anders gesagt – sie wollen was anderes. Und gierige Wolfsblicke funkeln aus der Dunkelheit auf die hell erleuchtete Tanzfläche.
Dort – der Trubel. Urlauber – Männer und Frauen, aber Frauen immer zehnmal mehr, aus verschiedenen Städten… Mögliche und ersehnte Beute für die „Einheimischen“…
Élise wurde plötzlich von so einem harmlosen Urlauber zum Tanzen aufgefordert, und sie ging mit. Weiß nicht, warum ich da durchdrehte. Dummheit… Ich machte ihr eine Szene, nannte sie im Zorn eine Schlampe, und Élise kränkte sich und ging weg.
Nach einer halben Stunde kam ich zur Vernunft, wechselte den Zorn gegen Gnade und ging, meine Freundin zu suchen. Ich war sicher, dass sie in unsere Hütte gegangen war und jetzt da weinte, also steuerte ich dorthin. Élise war nicht da. Auch auf den Wegen des Camps nicht.
Als ich zur Tanzfläche zurückkehrte und Élise dort nicht fand, geriet ich erst mal in Panik. Kein Witz! Verschwunden. Aber bald beruhigte ich mich und dachte: „Na, zum Teufel mit ihr. Ist wohl irgendwo spazieren gegangen, um ihren Charakter zu zeigen. Soll sie doch. Wenn ich zurück in der Stadt bin, schmeiß ich sie raus. Genug von mir. Lass sie rumlaufen, Luft schnappen. Ich ruh mich selbst von ihr aus.“
Übrigens, die Chance, mich auszuruhen, bot sich sehr schnell. Beim „weißen“ Tanz lud mich ein schlankes Mädchen in weißem Kleidchen ein. Ihre pechschwarzen Haare, die stark gebräunte Haut, die dunklen braunen Augen verrieten eine Einheimische aus der Gegend.
Sie hieß Giulia, war Studentin an der Universität in der Stadt, und hierher, ins Camp, war sie zur älteren Schwester gekommen, die da arbeitete. Weiß nicht, ob sie italienischer Herkunft war oder was anderes – ich denk, weder das eine noch das andere, aber ihre Jugend, die Geschmeidigkeit ihres ranken, ganz mädchenhaften Körpers, dieser seltsame, ungewöhnliche Duft von ihren Haaren – das alles erregte mich wahnsinnig.
Stell dir vor – schwarze, undurchdringliche südliche Nacht. Große Sterne am Himmel, das Zirpen nächtlicher Grillen, leises Schaukeln warmer Luft, durchtränkt von Aromen der Bäume, Blumen und der Haare dieser suchenden Fremden neben mir.
Ein zauberhaftes Wesen! Nach dem Tanzen zogen wir uns in eine der Seitenalleen zurück, ich umarmte sie fest mit einem Arm und drückte sie an mich. Durch das dünne Kleidchen spürte ich die Hitze ihres Leibes. Und sie reckte sich mir entgegen, schmiegte ihre Seite an meine, und ließ ihr entzückendes Köpfchen auf meine Schulter sinken.
Ich strich mit der Hand über ihren Körper und merkte, dass sie unter dem Kleid nichts trug. Das heizte mich noch mehr an. Aber sie sofort in die nächsten Büsche zu zerren, wie ich’s wollte, ließ Giulia nicht zu.
—Nein, Liebling, flüsterte das Mädchen mir ins Ohr – Nicht hier. Könnten uns sehen. Stören uns. Komm mit, ich weiß wohin.
Wie verzaubert, kaum das Verlangen bändigend, sie gleich auf den Boden zu werfen und zu nehmen, folgte ich Giulia, die selbstsicher durch die Dunkelheit schritt. Wir verließen das Camp und kamen bald in ein Buchenwäldchen.
Hier, auf dem weichen Teppich aus Blättern, streifte Giulia ihr Kleid ab, und ich umfing endlich ihren ersehnten Leib – nackt, bebend. Als sie durch meine Hose meinen schon lange erigierten Phallus spürte, bog sich das Mädchen ganz in meinen Armen, wand sich wie eine kleine Schlange und hauchte heiß:
—Na los, schnell, ich halt’s nicht mehr aus. Schnell, nimm mich.
Ich legte Giulia auf den Rücken, warf ihre Beine hoch, zu den funkelnden Sternen, und drang in sie ein. Mir schien, als würde ich sie zerreißen – so zierlich war sie. Ihr kleiner Hintern müsste einfach platzen unter dem Druck meines Glieds. Das Mädchen quietschte ununterbrochen, drehte sich unter mir, sie wurde ganz zu einem schreienden Klumpen der Ekstase.
Als ich kam, fühlte ich mit Händen, mit dem ganzen Körper, wie nass Giulia geworden war. Schweiß rann in Strömen von ihr, meine Hände glitten einfach über ihre glatte Haut. Glitschig wie ein Fisch, mit verhedderten langen Haaren, schlüpfte das Mädchen aus meinen Armen.
Ich warf mich auf den Rücken und spürte, wie Giulia mit ihren vollen Lippen meinen halb erschlafften Schwanz nahm. Saugend hob und senkte sie den Kopf, brachte meinen Schwanz in Raserei. Wie geschickt sie damit spielte, wie mit einem Spielzeug, mal ihn unter eine Wange saugend, mal unter die andere, mal die geschwollene Eichel mit der Zunge durch den ganzen Mund rollend.
In meinem erregten Bewusstsein keimte ein Verlangen auf, das sofort Erfüllung forderte. Ich richtete mich auf, packte Giulia um die Taille und stellte sie auf alle Viere vor mich.
Mit den Händen die heiße Furche zwischen ihren schweißnassen Pobacken ertastend, setzte ich die riesig gewordene Eichel an ihren Anus. Trotzdem hatte ich Angst. Erstens hatte ich das noch nie mit jemandem gemacht, zweitens fürchtete ich wirklich, das Mädchen zu zerreißen. Was würde aus ihrem fein gemeißelten kleinen Hintern, aus ihrem engen Anus, wenn ich jetzt mit aller Kraft meiner entflammten Leidenschaft in sie stoße?
Aber Giulia, die ahnte, was ich wollte, ermutigte mich:
—Mach schon, hab keine Angst, Liebling. Bei mir ist da alles sehr weit… Sehr. Du tust mir nicht weh, da ist eine richtige Fahrstraße.
Das Mädchen wartete nicht mal auf meine nächsten Schritte, wurde unruhig, wackelte mit dem Becken auf und ab, ihr nervöses, stockendes Atmen drang zu mir.
„So, bei dir ist da eine Fahrstraße, sagst du?“, schoss es mir durch den Kopf – „Na dann halt dich fest. Keine Gnade für dich.“ Und mit voller Wucht, mich nicht mehr zügelnd, rammte ich meinen Schwanz tief in das heiße Fleisch ihres Hinterns.
Genau das hatte Giulia gewollt. Sie quietschte auf, schob sich bis zum Anschlag auf mich, spießte sich auf, schraubte sich förmlich mit dem Anus drauf. Von den Aktionen dieser Lüsternen schrie ich selbst auf. Weiß nicht, wer wen da nahm… Mein Schwanz war fest umklammert vom Ring ihres Afters, ihr Darm zog sich zusammen, löste bei mir einen hysterischen Anfall der Leidenschaft aus.
Wir kamen gleichzeitig. Während ich, schwankend von dem Erlebten, meine Klamotten anzog, sprang Giulia auf, als wär nichts gewesen, warf sich das Kleid über und schlang die Arme um meinen Hals:
—War’s gut für dich, Liebling, ja? Mir war’s einfach herrlich. Hab’s gewusst. Ich liebe solche hellen, blauäugigen… Hier sind alle Jungs schwarz, dunkel, wie ich. Aber du… so ein Glühwürmchen.
Wir machten uns auf den Rückweg. Ich hatte seltsame, gemischte Gefühle. Einerseits war’s wirklich gut, ich hatte mit einem hübschen, willigen Mädchen geschlafen, einen vollen Orgasmus erlebt.
Andererseits fühlte ich mich vergewaltigt, als hätte man was mit mir gemacht… Als wäre ich benutzt worden, Werkzeug für die Befriedigung einer anonymen Lust dieser Frau. Sie brauchte einen Orgasmus, brauchte einen Mann und bitte sehr… Mann gefunden und verbraucht.
Wir gingen schweigend, Hand in Hand. So ist das manchmal. Die Minuten der Nähe sind vorbei, und wahrscheinlich gibt’s kein Fortsetzen, aber aus Anstand oder tierischem Drang, nicht vom kürzlichen Partner abzulassen, halten Mann und Frau noch lange Händchen.
Ihre Herzen, Köpfe sind schon auseinander, aber die Hände strecken sich noch physiologisch, wollen mechanisch den Moment der Nähe verlängern.
Plötzlich hörten wir hinter den Bäumen Geräusche. Wir schlichen näher, versteckten uns hinter dem dicken Stamm einer alten Buche. Vor dem schwarzen Himmel zeichnete sich scharf eine Gruppe Menschen ab.
An der Rückwand einer hölzernen Sommerbühne stand eine Frau auf allen Vieren. Wir erkannten, dass es eine Frau war, am Umriss ihrer Figur, mit weit gespreizten Beinen, das Kleid übers Haupt geworfen.
Neben ihr standen mehrere Männer. Es war sehr dunkel, nur die Silhouetten sichtbar. Dafür sehr still. Die Musik auf der Tanzfläche war längst verstummt, nur Naturgeräusche – das Rauschen der nahen Meereswellen, das Zirpen der Zikaden.
Die Männer unterhielten sich leise auf einer fremden Sprache. Einer trat an die breitbeinig dastehende Frau heran, knöpfte die Hose auf und stieß in sie… Die Frau stöhnte laut, gequält.
Sie stand tief gebückt, den Hintern weit rausgestreckt. Der Mann vögelte sie grob, mit starken Stößen. Bei jeder Bewegung entrang sich ihr ein schmerzlicher Stöhnton, sie hielt kaum das Gleichgewicht, stieß immer wieder mit dem Kopf gegen die Holzwand, an der sie sich mit den Händen festklammerte, um nicht umzufallen.
Giulia und ich standen hinter dem Baum, eng aneinandergedrückt, den Atem anhaltend.
—Siehste, hab ich’s mir gedacht, flüsterte das Mädchen mir ins Ohr – Sie haben sich wieder eine geschnappt. Fast jeden Abend amüsieren sie sich so. Locken irgendeine der Urlauberinnen hierher und vergnügen sich mit ihr. Ich weiß das… Bin selbst durchgemacht.
Als der erste Mann fertig war, löste ihn sofort ein anderer ab. Die Übrigen standen daneben, traten von einem Fuß auf den anderen, rauchten und warfen sich Bemerkungen zu. Die Frau stöhnte mal lauter, mal leiser.
Plötzlich sprang einer von ihnen, mitten im Akt, hoch und hockte sich auf ihren abstehenden nackten Hintern. Er vögelte sie weiter, saß auf ihr wie auf einem Pferd. Die Frau schrie dumpf auf. Wir sahen, wie sie unter dem Gewicht des bulligen Kerls wankte, der sich auf sie gesetzt hatte.
Noch ein paar Sekunden hielt sie die Pose, dann gaben ihre Beine nach. Sie fiel schwer zu Boden und heulte klagend, langgezogen, wortlos…
Giulia und ich erstarrten, warteten ab, was als Nächstes passierte. Die Männer drängten sich um die Gefallene. Unerwartet trat einer von hinten an sie heran, bückte sich und spreizte ihre Beine so weit wie möglich.
Dann stellte er sich über sie und trat mit der Schuhspitze zwischen ihre gespreizten Schenkel… Ein Schrei ertönte. Der Kerl trat ein zweites Mal, ein drittes. Der Kreis öffnete sich, und man sah klar, dass sie die Frau so tatsächlich hochtrieben.
Ohne aufzuhören, laut zu schluchzen, stand sie auf, hielt sich die Hände zwischen die Beine und nahm wieder die alte Position ein, gehorsam den Hintern rausreckend. Ich vergesse nie, wie dieser weiße Arsch aussah, zitternd, auf neue Stöße wartend, ihnen dargeboten.
Der Mond schien am Himmel, und in seinem Licht hoben sich der Hintern der Frau, ihre bebenden weißen Schenkel aus der umgebenden Schwärze ab.
Wir schauten bis zum Ende zu. Wir warteten, bis die Kerle sich wohl beim ersten Mal satt hatten und dann irgendwohin abzogen. Dabei führte einer die Frau, ihre langen offenen Haare um die Hand gewickelt.
Sie stöhnte nicht mehr, ging gehorsam mit allen mit, wohin man sie führte. Man sah nur, wie sie kurz zögerte, um ihre Schuhe auszuziehen.
Als alle in der Dunkelheit verschwanden, näherten Giulia und ich uns dem Ort. Im Gras lagen ein paar glimmende Zigarettenstummel, sie leuchteten wie kleine Glühwürmchen. Giulia hob einen Schuh auf, den die Abgeführte fallen gelassen hatte.
—Arme, deswegen ist sie gefallen. Ihr Absatz ist gebrochen unter der Last. Versuch mal, so einen Koloss wie Vincenzo auszuhalten. Der ist ein Stier, ich weiß das. Hat Stöckelschuhe für den Tanz angezogen, und schau, was für Tänze das für sie wurden…
Ich trat näher und traute meinen Augen nicht. Oder konnte es nicht glauben. Das waren die Schuhe meiner Élise… Giulia erklärte mir, sie kenne die ganze Bande. Alle kommen aus den Nachbardörfern und vergnügen sich mit Touristinnen. Genau so.
—Ihre eigenen Frauen zählen sie für nichts, und die Zugereisten… Die sind für sie wie Spielzeug, Ding, schlimmer als Hunde. Was die so anstellen. Warum ich hinten so offen bin, denkst du? Weißt nicht? Lass dich mal ein paar Mal durch so einen Fließband laufen, dann verstehst du. In mich passt jetzt von allen Seiten ein Balken, nach denen, genau denen…
Wohin sollte ich rennen? Élise suchen?
—Geh zum Meer. Die sind bestimmt da, winkte Giulia ab. Und ich komm nicht mit. Rette deine Braut selbst. Als ich an ihrer Stelle war, ist keiner gekommen, um mich zu retten.
Am Meer war es völlig ruhig. Die friedliche Welle des Meeres flüsterte über den sandigen Strand. Nicht weit brannte ein kleines Feuer. Dorthin kroch ich, mich hinter Büschen versteckend.
Das Feuer loderte zwischen der Bootsstation und dem Lager für Strandzeug. Am Feuer saßen fünf Männer. Sie tranken aus zwei großen Flaschen, plauderten fröhlich.
Drei Schritte entfernt, beleuchtet vom Feuerschein, lag direkt auf dem Sand die nackte Élise. Sie lag auf dem Rücken, die schlanken Beine weit gespreizt. Nacheinander wandten sich die Männer von ihrem Gespräch ab, standen auf, gingen zu ihr.
Élise gaben sie die Flasche in die Hand, sie trank aus dem Hals, dann vögelten sie sie. Sie führten sie ans Feuer. Da legte sich meine Élise in den Sand zu Füßen der Männer und griff nach der Hose eines von ihnen.
Die Kerle lachten dröhnend, und der, dessen Schwanz sie rausgeholt hatte, tätschelte Élise gönnerhaft den Kopf:
—Braves Mädchen, bist auf den Geschmack gekommen.
Élise lutschte bei ihm, und ich schaute aus den Büschen zu, unfähig, mich zu rühren. Alle kamen sie in ihren Mund, und während sie beim Letzten saugte, schoben die anderen ihr von hinten eine Art Stock ins Geschlecht und drehten ihn.
Élise schrie auf, ließ den Schwanz aber nicht aus dem Mund. Sie heulte, aber ich spürte in diesem Heulen etwas Neues. Sie genoss es. Das war offensichtlich für mich und für alle fünf Männer.
Offensichtlich für Élise selbst. Sie drehte den Hintern, aufgespießt auf dem Stock, stöhnte, floss über vor Leidenschaft in einem Sturm endloser Orgasmen. Wer, wenn nicht ich, wusste, wie ein Orgasmus bei meiner alten Freundin aussah. In all den vier Jahren unseres Zusammenlebens hatte ich bei ihr nichts Ähnliches gesehen.
Weiter zuzuschauen bei dieser Orgie konnte ich nicht. Langsam kroch ich zurück und taumelte, hin und her schwankend, zu unserer Hütte. Ich wollte mich in jener Nacht besaufen, aber nicht mal Alkohol brauchte ich – so geschockt und erschöpft war ich von dem Schock.
Wie ich Élise nicht alles beschimpfte – Hure, Schlampe, geile Hündin. Die Gewalt dreckiger Männchen war ihr lieber als meine Zärtlichkeiten. Unbegreiflich…
Morgens knarrte die Tür. Élise trat ins Zimmer. Halbnackt, im zerrissenen Kleid, barfuß, mit blutig geschundenen, zerstochenen Beinen…
—Ich hab alles gesehen. Ich weiß, was du in dieser Nacht gemacht hast.
—Ja?
—Ja, gesehen. Wie erklärst du das?
—Gar nicht. Élise starrte stumpf vor sich hin. Ihr gequälter Anblick kontrastierte scharf mit den brennenden Augen, dem beseelten Gesicht.
—Lieber, mir ist’s jetzt egal, ob du’s gesehen hast oder nicht. Mir ist egal, wie du dazu stehst. Mir war’s gut in dieser Nacht. Ja, gut. Ich war eine Frau.
—Du warst eine Hündin, eine Stute, eine Nutte.
—Ja, wahrscheinlich. Aber nicht Braut, nicht Ehefrau, nicht Ingenieurin, nicht Touristin, nicht Bürgerin. War eine Frau. Und ich will eine sein.
Ich schwieg, baff. Élise stand auf, verzog leicht das Gesicht. Offenbar tat’s unten weh. Solche Ficks gehen nicht spurlos vorbei.
—Lieber, ich geh. Jetzt will ich mich nur herrichten, umziehen. Und… ich nehm meine Sachen mit. Und du ruh dich hier allein aus. Such dir wen. Dir wird’s gut gehen.
Was für ein Schwachsinn. Sie redete mit mir wie mit einem dummen Kind. Sie bedauerte, dass ich nicht verstand. Sie bedauert mich! Sie – das armselige Bettzeug für Kerle vom Strand.
Noch gestern eine anständige, geachtete junge Frau, in einer einzigen Nacht zur schamlosen Schlampe gemacht, die darin badet und noch auf mich herabschaut…
Élise zog sich langsam ein neues Kleid an, packte die Sachen, wusch sich direkt vor mir. Das Waschen tat weh, sie stöhnte, schämte sich nicht vor mir. Was ich durchmachte…
Zwei Tage später war ich schon zurück in der Stadt. Wir trafen uns natürlich nicht. Ich fing an, stark zu trinken. Kumpels versuchten zu helfen, stellten mir sogar irgendwelche Mädchen vor.
Aber niemand hilft einem in so was, wenn man sich nicht selbst hilft. Und ich half mir selbst. Es war Dezember, die Stadt bereitete sich auf Neujahr vor. Überall lärmten Weihnachtsbaum-Märkte.
Ich ging über den winddurchwehten Platz, Wind vom Fluss warf mir Händevoll feinen, stechenden Schnees ins Gesicht…
Zwei Schritte entfernt, auf der Straße, wohnte Élise. Sie nahm mich ruhig auf, als wär nichts gewesen. Sagte ruhig, dass sie damals im Süden noch zwei Wochen länger geblieben war.
Dann, die Lippe beißend, sagte sie leise, dass diese… äh… Männer sie nach zwei Wochen… verlassen hatten, und deswegen musste sie natürlich nach Hause zurück, in die vertraute Stadt, auf die vertraute Straße.
Ich schwieg, ein Kloß im Hals. Dann räusperte ich mich und sagte, ich sei gekommen, weil ich sie heiraten wolle und hiermit offiziell um ihre Hand anhielte.
Neujahr feierten wir zusammen, wie die vier Jahre davor. Und die Hochzeit war im Januar. Wie wir leben, fragst du, Kleines? Gut leben wir. Ich bin glücklich. Wir sind glücklich.
Deshalb kann ich meine Frau nicht deinetwegen verlassen. Wir lieben uns ja. Und mit dir müssen wir uns in einer Woche trennen. So traurig das ist.
In einer Woche kommt meine Élise zurück, und ich warte schon auf sie. Ja, jetzt ist ja Sommer, sie ist in den Urlaub gefahren an die Küste des ruhigen blauen Meeres. Da gefällt’s ihr zu ruhen.


