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„Verjüngende“ Äpfel und lebendes Wasser

War es wirklich so geschehen,
oder haben’s Leute nur erfunden,
eine Wahrheit weiß ich bloß:
Es war in alten Zeiten los.

Es lebte, wie man sagt, ein König
in seiner Stadt, kein schöner, kein Trottel,
weder besonders klug noch dumm,
ein ganz gewöhnlicher Mann, nur eben König.
Er regierte, wie er’s eben konnte,
schreckte niemanden mit Kriegen,
verwaltete das Land mit mäßiger Kraft
und hob sich selbst nicht auf den Sockel.

Sogar Respekt hatte er sich verdient.
Im Volk hieß es überall nur:
„Der König ist in Ordnung. Kein Arsch.“

Drei Söhne hatte er.

Friedrich, der Älteste, hoch wie drei Arschin,
Musterbeispiel männlicher Schönheit,
breit in den Schultern, Arme wie Eisen,
von Natur aus grimmig.
Nur mit dem Kopf haperte es etwas.
Lesen und Schreiben fielen ihm schwer,
dafür war er in Jagd und Krieg
der reinste Teufel.
Von klein auf hatte er seinen Körper
mit Schwert und Speer gestählt,
nicht mit Ball und Hantel.
Kam es an der Grenze zur Schlägerei,
war er als Erster dabei.
Alles andere ließ er stehen und liegen,
Hauptsache Feinde.

Bei Frauen allerdings,
da war er eine Null.
Ob schüchtern oder einfach gleichgültig,
keiner wusste es genau.
Schon als Junge hatte er sie gemieden,
als wären sie Gift.
Dabei zog sein Körper sie an.
Wenn er doch mal eine nahm,
drückte er sie, dass ihr die Luft wegblieb,
aber danach war schnell Schluss.
Kein Feuer. Kein Spiel.

Roberto, der Mittlere,
war von ganz anderem Schlag.
Klein, eher schmal, kam nach der Mutter.
Aber was ihm unten hing,
das hatte Mutter Natur ihm reichlich gegeben.
Die Frauen wussten es.
Und sie litten darunter.
Viele einsame Seelen in den umliegenden Dörfern
zogen rothaarige Bälger auf,
die ihm wie aus dem Gesicht geschnitten waren.
Er selbst war nicht wählerisch.
Vorn oder hinten, Hauptsache rein.

Luca, der Jüngste,
war von Anfang an anders.
Immer abseits. Immer still.
Als hätte ihm jemand einen Sack über den Kopf gezogen.
Er aß nicht, er schlief nicht,
wenn es etwas zu lesen gab.
Alle Klöster der Umgebung hatte er durchkämmt,
jede Schriftrolle, jedes Buch,
von der ersten bis zur letzten Zeile.
Alte Münzen, zerbrochene Statuen,
vergilbte Pergamente,
das war seine Welt.

Im Volk hieß es deshalb:
„Der Junge sieht gut aus, ist jung,
aber benimmt sich wie ein alter Mönch.
Mädchen interessieren ihn nicht.
Wichst sich wahrscheinlich heimlich in der Ecke.“
„Wenn er sie nicht ficken will,
dann treibt er’s mit der Hand.
Wäre besser wie sein großer Bruder,
der wenigstens kämpft.
Stattdessen verkriecht er sich in Kellern
und alten Gewölben.
Was sucht er da bloß, der Spinner?“

Dabei war der König selbst
ein ganz anderes Kaliber.
Solange er denken konnte,
hatte er die Frauen geliebt.
Tag und Nacht.
Als er die Königin nahm,
dachte er, er würde ruhiger werden.
Stattdessen brachte sie ihm jedes Jahr
ein Kind.
Als Luca auf die Welt kam,
starb sie.

Der König trauerte nicht lange.
Die Frauen holten ihn schnell zurück.
Kam ihm eine in den Sinn,
die ihm gefiel,
griffen die Diener sie sich.
Ob sie wollte oder nicht.
Manchmal brachten sie gleich fünf auf einmal.
Der König nahm sie dann alle.
Ohne Rücksicht.
Die Mädchen spreizten die Beine,
boten ihm Fotze und Arsch,
lutschten ihm den Schwanz,
bis er nicht mehr konnte.
Und wenn eine neue kam,
stand er wieder.
Leckte sie, bis sie tropfte.

Ob sie mit Gewalt geholt worden waren,
hinterher waren sie nicht böse.
Im Gegenteil.
„Wo sonst wird man so durchgefickt?
Welcher andere König leckt einen so,
dass man Sterne sieht?“

Er beschenkte sie danach.
Seidentücher. Ringe.
Kleinigkeiten.

Doch die Zeit flog.
Und mit den Jahren
ließ die Kraft nach.
Nicht der Appetit.
Der Appetit war noch da.
Aber der Schwanz spielte nicht mehr mit.
Die neuen Mädchen gaben alles,
wichsten ihn, bis der Rauch aufstieg,
leckten, ritten,
der Stängel blieb schlapp.
Weder in der Badestube noch im Schlafgemach
wollte etwas geschehen.

Der König wurde mürrisch.
Trank fast schon.

Da erzählte ihm die alte Schlüsselfrau,
die den Vorratskeller verwaltete,
eine Geschichte.
Irgendwo am Ende der Welt,
hinter dicken Mauern,
liege ein Obstgarten.
Darin wüchsen keine normalen Äpfel.
Sondern „Viagra“.
Schwarzkünstler hätten sie gezüchtet.
Man könne sie frisch essen
oder zu Pulver mahlen.
Fünf Stück frisch gegessen,
dazu Wasser aus einem bestimmten Brunnen,
genannt „Borjom“,
und der Körper werde wieder jung.
Der Schwanz stehe wie in jungen Jahren.

Der König fuhr hoch.

„Warum sagst du das erst jetzt, du alte Hexe?“

Er ließ sofort alle Edlen,
die Bojaren und seine Söhne
in den Thronsaal rufen.

Als alle versammelt waren,
sprach er offen:
„Ich werde alt.
Die Augen lassen nach,
das Ohr hört schlecht,
der Rücken schmerzt,
der Arsch brennt,
die Knie knacken,
der Schwanz schläft.
Ich bin noch an der Macht.
Ich will nicht, dass das Volk mich für einen Krüppel hält
und vom Thron stößt.

Hinter den Meeren, hinter den Bergen
gibt es einen Garten.
Darin wachsen die Äpfel,
die mich heilen können.
Dazu Wasser aus dem Brunnen.
Wer mir fünf von diesen Äpfeln
und zwei Krüge von diesem Wasser bringt,
bekommt die Hälfte meines Reiches.“

Die Bojaren tuschelten.
Die Belohnung war verlockend.
Die Reise weniger.

Friedrich aber, der Älteste,
roch seine Chance.
Wenn der Alte wieder jung würde,
könnte es noch Jahre dauern,
bis er selbst König wäre.
Mit halbem Reich jedoch
könnte er schon jetzt etwas anfangen.

Er strich sich den Bart,
streckte die Brust raus und sagte laut:

„Ich fahre.“

So wurde es beschlossen.
Noch am selben Tag
sattelte er sein Pferd,
nahm Schwert, Speer, Bogen,
Rüstung und Peitsche.

Bei Morgengrauen ritt er los.
Die Leute sahen ihn in voller Rüstung
in die Ferne verschwinden.

Wohin genau,
sah niemand.

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