Die Flüssigkeit – weiß, zähflüssig, geruchlos, mit einem herben Geschmack, den man in keinem Nahrungsmittel findet, hinterlässt bei Berührung mit empfindlicher Gesichtshaut rote Flecken der Reizung. Und wenn sie ins Innere gerät, entstehen manchmal Kinder. Oder auch nicht, und dann muss man klären, ob die aufnehmende Hülle schuld ist oder die Eigenschaften dieser Flüssigkeit selbst.
Lukas brauchte dringend eine Bescheinigung für die gynäkologische Klinik, wo man ihm eine Nebenbeschäftigung als Spender angeboten hatte. Nur spenden sollte er kein Blut, sondern seinen eigenen Samen. Sein Studienfreund hatte ihn darauf gebracht, der ewig unter Geldmangel litt.
Lukas brauchte das Geld nicht weniger. Er dachte sich, da er mit seiner Hypersexualität ohnehin tagsüber ständig im Institutsklo den Druck abbauen musste, und abends blieb ihm noch genug Kraft für zahlreiche Geliebte, warum nicht dafür bezahlt werden? Obendrein konnte er Bedürftigen helfen, diesen armen Dingern, die es nötig hatten.
Moralische Fragen wie anonyme Vaterschaft berührten Lukas kaum. Und überhaupt, wenig berührte ihn in diesem Leben. Er war jung, gesund, klug und sexuell ungewöhnlich anziehend. Im Institut nannten sie ihn hinter seinem Rücken „den Zuchthengst“.
Aber auch ohne das sah Lukas in den Augen bekannter und zufällig getroffener Frauen diesen unvermeidlichen, stimmungshebenden Blick der Bewunderung und des unverhohlenen Interesses.
In der gynäkologischen Ambulanz, wohin man ihn schickte, zupfte ein alter Urologe lange und nachdenklich an seinem Hodensack. Er notierte etwas in sein Heft, gab Lukas ein Glasröhrchen und schickte ihn den Gang hinunter in einen Raum ohne Nummer, um sich selbst Samenflüssigkeit für die Analyse zu entnehmen.
— Wie?, verstand Lukas nicht.
— Soll ich dir vielleicht zeigen, wie?!, sagte der alte Arzt mit dem Sarkasmus und der Direktheit aller Urologen.
— Mit den Händen, wie denn sonst.
— Ah!, zog Lukas in die Länge und lächelte unwillkürlich über die Dummheit des Ganzen.
— Ehrlich, wie die Kinder!, tat der Arzt verärgert.
— Alles muss man erklären. Geh bis ans Ende des Gangs, dann links, und hol dir bei der Laborantin den Schlüssel. In drei Tagen kommst du für das Ergebnis. Das war’s.
Lukas verließ das Zimmer, hielt das Röhrchen wie einen Schatz in der Faust vor sich und ging tiefer in den Gang hinein.
Sehr bald fing er die aufmerksamen Blicke aller Frauen ein, die ohne Ausnahme entlang der Wände in der Schlange zu anderen Zimmern saßen. Es schien, als wüssten sie genau, wohin und wozu Lukas dieses blöde Röhrchen trug.
Nie zuvor hatte Lukas sich so verlegen und eingeengt gefühlt. Für den immer selbstsicheren Lukas war es schwer, sich einen schändlicheren Weg vorzustellen als diese zwanzig Meter durch den Gang. Begleitet von spöttischen, zynisch abschätzenden und sogar mitleidigen Blicken von Teenagermädchen, schönen jungen Frauen und Damen in der Vormenopause.
Endlich erreichte er die rettende Biegung nach links, wo der Gang einen seltsamen Zickzack machte und in eine kleine Halle mit einem leeren Tisch am Fenster mündete. Kaum hatte Lukas aufgeatmet, da hörte er von hinten schnelles Klackern von Absätzen. Eine zarte Mädchenstimme fragte:
— Sind Sie für die Ejakulat-Analyse?
Lukas drehte sich um und sah einen weißen Kittel, der eine schmale, nicht sehr große Mädchenfigur umhüllte. Gekrönt von einem schönen Köpfchen mit einem kräftigen Pferdeschwanz dunkler Haare, der zurückgesteckt war.
Irgendwie kam es ihm sofort so vor, als hätte das Mädchen nichts unter dem Kittel. So gut zeichneten sich unter dem gestärkten Stoff zwei spitze Brüste und wohlgeformte Hüften ab. Aber dann begriff er, dass dieser Eindruck von den langen, dünnen Beinen in dunklen Strümpfen kam, die direkt unter dem Saum des kurzen Kittels hervorkamen.
Und von einer schwarzen, tief dekolletierten Bluse, die den ganzen Hals und die feinen Schlüsselbeine freilegte. Die leicht aufwärtsgerichtete Nase und die kaum sichtbaren Härchen über den eleganten Lippen passten perfekt zu den großen dunkelgrünen Augen. Diese Augen sahen Lukas mit einer seltsamen Mischung aus Ekel und weiblichem Interesse an.
Allerdings schien Lukas in diesem Moment der Blick dieser noch ganz jungen Laborantin der finale Schlag nach dem Gang zur Golgothe durch den endlosen Korridor.
— Nein, ich muss nur in das Röhrchen wichsen, sagte er mit beißender, böser Intonation.
Das Mädchen prustete in die Faust und ging zum Tisch, reichte Lukas den Schlüssel.
— Das Labor ist bis sechs offen, also beeilen Sie sich, sagte sie.
In diesem Moment verbanden sich ihre Blicke zu einer seltsamen energetischen Brücke. Es schien, als erzählten sie einander in einem Augenblick all ihre Gefühle und Gedanken. Das Erstaunlichste: Bei beiden stimmten sie absolut überein.
In diesem Augenblick erkannte Lukas, dass das Sexuellste an einer Frau nicht die Beine sind, nicht die Hüften und nicht die Brust. Das Sexuellste an einer Frau ist ihr Blick. Genau er lässt das Blut zum Kopf und zu den Lenden strömen, lässt den Gedanken die Kontrolle und Richtung verlieren.
Musste so eine Begegnung passieren! Und wo! Direkt vor dem Masturbationszimmer. Die Komik der Situation war unvergleichlich. Mit Mühe traf er mit zitternden Händen den Schlüssel ins Schloss. Lukas, bereit durch den Boden zu versinken, taumelte in das leere Zimmer und schlug die Tür hinter sich zu.
Dann drehte er den Schlüssel von innen und wurde still. Er hörte deutlich, wie das Mädchen den Stuhl zurückschob und sich an ihren Tisch setzte. Lukas holte Luft und musterte den Ort der bevorstehenden Analyse.
Vor ihm lag ein absolut leerer Raum, etwa zehn Quadratmeter groß, bis zu zwei Dritteln seiner Höhe mit widerlicher graugrüner Ölfarbe gestrichen. Das Fenster war ebenfalls zu zwei Dritteln schlampig mit weißer Farbe übermalt.
Als Möbel gab es eine Liege, mit schwarzem Kunstleder bezogen, und ein weißes, einsam aus der Wand ragendes Waschbecken, natürlich nur mit einem „kalten“ Hahn. Gottlob waren Seife und Handtuch daneben vorhanden.
Kein einziges Bild oder irgendein inspirierendes Objekt fand sich im ganzen Raum. In diesen Wänden kamen alle möglichen Gedanken, meist düstere, nur nicht die, die ein Mann braucht, um diesen unnatürlichen, aber manchmal so notwendigen Akt der Gewalt an sich selbst zu vollziehen.
Lukas öffnete den Reißverschluss und wurde fast taub vom Dröhnen der aufgehenden Zähne in den leeren Wänden. Kein Zweifel, die sympathische Laborantin im Nebenzimmer hörte alles bestens.
Lukas zog trübselig seine modischen Familienunterhosen mit Skeletten in Kamasutra-Posen herunter und holte seinen völlig schlaffen Kumpel heraus. Der Gedanke, sich jetzt damit zu beschäftigen, während hinter der dünnen Wand so ein anziehendes Wesen saß, war abstoßend.
Aber Lukas machte der Form halber ein paar vor- und zurückgehende Bewegungen, was, wie erwartet, keinerlei Reaktion in seinem Organ hervorrief.
Es zeigt sich, in der Natur gibt es keine verletzlicheren Wesen in Geschlechtsfragen als Männer. Das hängt mit dem rätselhaften Fakt zusammen, dass das männliche sekundäre Geschlechtsmerkmal keiner bewussten Kontrolle des Besitzers unterliegt.
Es ist in gewissem Sinne ein ganz eigenständiges und furchtbar eigensinniges Wesen. Es kann aufwachen, wann es ihm passt, was besonders in vollen Versammlungen unangenehm ist. Aber es kann auch durch unerklärliches Verrätertum nicht auf den lauten Ruf im entscheidendsten Moment intimer Beziehungen reagieren.
Und was du auch tust, droh ihm abzutrennen, es kommt keine Antwort. Im Gegenteil, seine Missachtung der Pflichten kann einen höhnisch hartnäckigen Charakter annehmen. Man gerät in einen Teufelskreis: Je mehr man sich sorgt, desto geringer die Chancen auf Erfolg, je geringer die Chancen, desto mehr Sorge.
Besonders oft passieren Missgeschicke, sagen wir, auf einer Treppenabsatz, wo ständig Bewohner vorbeischleichen und frech fordern, Platz zu machen. Feuerwehrleute ziehen Schläuche, um Feuer zu löschen, und aufdringliche Schulkinder geben ihre Ratschläge.
Die Situation schien ausweglos. In einer Hand hielt Lukas das Röhrchen, in der anderen seinen willenlosen Organ. Und hinter der Wand saß die schöne Unbekannte. Wichsen wollte er überhaupt nicht.
So vergingen zehn Minuten, in denen Lukas versuchte, sich in Stimmung zu bringen. Er erinnerte alle pikantesten Episoden aus seiner sexuellen Praxis, sogar an die Episode mit dem Hündchen aus Schulzeiten.
Aber sobald sein Geist zu diesem düsteren Raum zurückkehrte und zur Notwendigkeit, sich nicht nur zum Orgasmus zu bringen, sondern dabei genau in das winzige Löchlein des Röhrchens zu schießen, verließ jede Füllung seine Schwellkörper wie aus einem entleerten Luftballon. Trotz all des verzweifelten Massierens.
Plötzlich klopfte es leise, aber fest an die Tür. Lukas ließ vor Schreck fast das Röhrchen fallen. Er stopfte alles schnell hinein und zog die Hose hoch.
Es klopfte nochmal, und eine unsichere Mädchenstimme fragte:
— Sind Sie bald fertig, ich muss schon nach Hause?
Lukas biss die Zähne zusammen, schwieg aber.
— Ist Ihnen schlecht? Warum sagen Sie nichts?
Lukas hatte nichts mehr zu verlieren. Er ging leise zur Tür, drehte stumm den Schlüssel und sprang zurück. Erstarrt in trübselig-neugieriger Erwartung: „Kommt sie rein oder nicht!“
„Gott, und wenn sie reinkommt!“
Nach kurzem Zögern öffnete sich die Tür langsam. In den Spalt lugte ein liebes Mädchenprofil, das mit Schrecken in die dunkle Figur des jungen Mannes blickte und fragte:
— Was ist mit Ihnen?
— Nichts, ich versuche mich einzustimmen, aber Sie stören mich. Übrigens, vielleicht helfen Sie mir.
— Ich!, stutzte das Mädchen vor Überraschung. So etwas war in ihrer Praxis offenbar noch nicht vorgekommen.
— Ja, Sie. Warum nicht, am Ende nehmen Krankenschwestern Blut ab, warum sollte Sperma-Analyse schlechter sein.
Dieses Argument brachte das Mädchen offenbar in die Enge.
Lukas spürte, das war der Wendepunkt. Jetzt durfte er ihr auf keinen Fall die Chance geben, sofort abzulehnen, dann wäre nichts mehr zu machen.
— Wenn Sie wollen, zahle ich Ihnen sogar. Ich brauche es dringend, und ein zweites Mal ertrage ich die Schmach in Ihrem blöden Gang nicht.
— Zahlen?! Sie sind verrückt. Verstehen Sie, wo Sie sind?
— Natürlich, deswegen bitte ich um Hilfe. Na gut, mit dem Geld hab ich gescherzt, aber Sie haben doch den hippokratischen Eid geschworen. Lassen Sie einen Leidenden nicht ohne Hilfe?
— Eigentlich noch nicht, ich will erst Medizin studieren. Ich mache hier Praxis vom Medizinkolleg.
— Welchen Arzt wollen Sie werden?
— Gynäkologin.
— Hervorragend. Wann kriegen Sie sonst so eine tolle Chance, zu studieren, wie das alles funktioniert. Zumal Sie gar nichts tun müssen. Bleiben Sie einfach hier, während ich onan… die Analyse bei mir nehme. Ohne Inspiration in diesen scheußlichen Wänden kriege ich nichts hin.
Man sah, wie in dem jungen Mädchen zwei widersprüchliche Wünsche rangen: Schnell abhauen und ein anderes, noch unausgesprochenes, aber wahnsinnig verlockendes, am Rande des Leichtsinns, zu bleiben.
— Na ja, wenn nur dabei sein, entschied sie plötzlich mit schelmischem Lächeln und trat, unsicher mit den Händen wedelnd, ins Zimmer.
— Und es ist Ihnen nicht peinlich?
— Im Gegenteil. Stellen wir uns vor, Sie sind der Arzt, ich der Patient. Niemand schämt sich doch nackt auf dem Operationstisch.
— Na, Sie sagen was! Ich hab noch an keinen Operationen teilgenommen.
— Na gut, wo sehen Ärzte sonst nackte Körper?
— Noch im Leichenschauhaus – wir hatten kürzlich Praxis dort.
— Perfekt, stellen Sie sich vor, ich bin ein nackter Mann im Leichenschauhaus.
— Oh, nur das nicht.
In ihrer Stimme klangen Zärtlichkeit und Grauen zugleich.
— Na gut, gut, ich hab gescherzt. Lassen wir es eine normale Untersuchung eines Patienten durch den Arzt sein. Mehr noch, Sie müssen nicht mal hinschauen. Bleiben Sie einfach, damit meine Fantasie besser arbeitet. Schauen Sie aus dem Fenster.
— Da sieht man nichts.
— Ach ja. Dann lesen Sie ein Buch oder so.
— Glauben Sie, ich kann lesen, während Sie DAS machen? Nein, Praxis ist Praxis. Haben Sie was dagegen, wenn ich zuschaue?
Nach diesen Worten errötete sie sichtlich, das sah man an ihrem rosigen Gesicht.
— Im Gegenteil, das hilft mir sogar. Sie haben so einen anziehenden Blick.
Ihre Blicke trafen sich wieder, und es gab einen weiteren stummen Austausch wahnsinniger Botschaften: „Du bist gar nicht übel! Wie toll wäre es, in deinen Armen zu landen“ – „Du bist wahnsinnig anziehend, besonders in diesem Kittel. Interessant, was darunter ist“.
Lukas schloss schnell die Tür, bevor sie es sich anders überlegen konnte, und drehte den Schlüssel.
Die Laborantin schaute ihn wachsam an.
— Setzen Sie sich, keine Angst. Wir sehen schön blöd aus, wenn plötzlich jemand reinkommt!
Das Argument gefiel dem Mädchen, sie prustete wieder nett in die Faust und setzte sich auf die Liege. Doch ihr Lachen verging sofort, als sie sah, wie der junge Mann die Hose öffnete und sein männliches Organ herausnahm.
Ihre Augen weiteten sich, und sie erstarrte. Sie beobachtete, wie unter den schnellen Vor- und Rückbewegungen dieses Organ wuchs, sich purpurn färbte und sich überhaupt wie ein eigenständiges lebendiges Wesen verhielt.
Der Anblick dieses Prozesses faszinierte rätselhaft, raubte den Willen und war Quelle einer leichten Schwäche und eines ziehenden, unglaublich angenehmen Gefühls im Unterleib. In einem Moment wollte sie wahnsinnig selbst nach diesem raumfüllenden Pfahl greifen und verstehen, wie das alles bei ihm funktionierte.
Lukas bemerkte selbst, wie das Mädchen seine Bewegungen gebannt verfolgte, und verstand, dass er keine bessere Chance bekommen würde.
— Wollen Sie ausprobieren, wie das alles bei ihm läuft, fragte er sachlich.
— Rein als Arzt, für die Wissenschaft.
Lukas ließ der Laborantin keine Zeit, sich zu fassen. Er ging schnell zur Liege, nahm entschlossen ihre Hand und legte sie oben auf seine steif aufragende Fleisch.
Das Mädchen zuckte im ersten Moment zurück, aber Lukas hielt ihre Hand fest an seinem Schoß. Dann zog er langsam seine Hand weg, und bald spürte er, wie die kleine Handfläche von allein seine heiße Fleisch umfasste.
Lukas legte seine Hand wieder obenauf und führte sie langsam auf und ab, als gäbe er ihr eine Fahrstunde. Die liebe Schülerin lernte schnell und übernahm die Steuerung seines Apparats.
Die Herzen der jungen Leute pochten wild, und ihre Augen glühten vor Eifer und wahnsinniger Leidenschaft.
Sehr bald ermüdete die Hand des Mädchens vor Ungewohntheit, und auf ihrem Gesicht malte sich Verzweiflung. Plötzlich schob sie ihn leicht weg, stand schnell auf, raffte ihren Rock hoch und zog Strümpfe mitsamt weißem Slip herunter.
Dann drehte sie ihm den Rücken zu, stützte sich mit den Händen auf die Liege und hob den Kopf zu ihm. Sie schaute ihn mit flehendem Blick an, als lud sie ihn ein, schnell in sie einzudringen.
Lukas bemerkte, wie an der Innenseite ihres heruntergezogenen Slips tropfenweise eine durchsichtige, tränenähnliche Flüssigkeit herunterlief. Beim genauen Hinsehen verstand er, dass die Quelle dieser Feuchtigkeit zwischen ihren leicht gespreizten, direkt auf ihn gerichteten Gesäßbacken lag.
Sogar im Halbdunkel dieses seltsamen Raums sah er die leuchtend rote Farbe ihres noch nicht verdunkelten, kindlich akkuraten Eingangs ins Innere. Genau er gab bei jeder ungeduldigen Bewegung Tröpfchen feuchtenden Nektars ab, wie eine im Frühling angeschnittene Birke ihren Saft vergießt.
Lukas konnte einfach nicht widerstehen und beugte sich zu dieser wundervollen Quelle. Er presste die Lippen daran, um seinen entbrannten Durst zu stillen.
Sobald er mit den Lippen ihr blutgeschwollenes, feuchtes Geschlecht berührte, erzitterte sie am ganzen Körper, bog sich durch und hauchte leidenschaftlich:
— Ja!
Nie zuvor, weder davor noch danach, hatte Lukas solches Vergnügen beim Lecken eines intimen weiblichen Organs empfunden. Er saugte mit den Lippen an ihren verborgenen Lippen, drang tief mit der Zunge ein, berührte den harten, wichtigsten Knubbel der Frau.
Er biss sanft in die ganze Blüte, zog sie leicht ab und ließ los, spürte, wie ihr Fleisch zwischen den Zähnen glitt. Dabei nahm ihr zartes Fleisch eine völlig unnatürliche hellpurpurne Farbe an. Es schien, als würde das Blut gleich die dünne Grenze durchbrechen und sein Gesicht überfluten.
Endlich spürte er, wie ihre Hände ihn hochzogen, und verstand, dass sie ihn ganz in sich wollte.
Lukas richtete sich auf, befeuchtete schnell seinen vor Untätigkeit gelangweilten Organ mit Speichel und drang mit einem raschen Stoß in ihre noch kleine, von dunklen Härchen umrahmte, ungewöhnlich schöne Höhle ein.
In diesem Moment schien das Mädchen, wie ihm vorkam, fast am Atem zu ersticken. Kaum erholt, kletterte sie ganz mit den Beinen auf die Liege, stemmte Kopf und Hände gegen die Wand.
Sie nahm, auf jede seiner Bewegungen mit Atem und Stöhnen antwortend, geduldig die mächtigen Schläge seiner Hüften in ihre noch nicht von überflüssigem Fett belasteten Gesäßbacken auf.
Lukas fühlte, sah und hörte schon fast nichts mehr. Sein Körper war zu einem großen Schmiedehammersystem geworden, das mit jedem Schlag, der den Hammer in das wartende Loch trieb, eine Stufe höher stieg und sein Wesen dem Gipfel näherbrachte.
Um ihn herum gab es keine hässlichen Wände, keine Poliklinik, keine Stadt, keine irdische Schwerkraft. Er und die göttlichen, wundervollen Gesäßbacken, in die er tiefer und tiefer einzudringen schien, befanden sich irgendwo fern im Universum und hatten nichts mit der Wirklichkeit zu tun.
Plötzlich hörte er einen gedämpften, wilden Stöhnlaut und spürte, wie der Körper vor ihm krampfhaft zusammenzog und für eine Sekunde den Atem anhielt. Der kleine Eingang, der seinen Organ mit all seinen heißen Wänden umfangen hatte, begann stark zu pulsieren, mal den Organ umklammernd, mal loslassend.
Nie zuvor hatte Lukas bei einer Frau so klare Zeichen des Orgasmus beobachtet. Das war das Signal für ihn. Vollkommen auf seine Empfindungen konzentriert, spürte er schon fast besinnungslos die Annäherung von DEM.
— In den Mund, mach’s mir in den Mund!, hörte er plötzlich das heiße Atmen vor sich.
Danach riss jemand sein Fleisch aus dem höllischen Ofen und umfing es gierig mit zarten Lippen. Und hier brach heraus, was so lange in ihm angesammelt war, in Stößen.
Zähne zusammenbeißend, knurrend, jeden Muskel anspannend, entledigte er sich endlich der süßen und so unerträglichen Last.
Einige Minuten später öffnete Lukas die Augen und versuchte zu begreifen, wo er war und was das gewesen war. Vor seinem Blick fand er den schon bekannten Raum mit den scheußlich gestrichenen Wänden.
Im Halbdunkel beim Waschbecken sah er ein Weißes flattern. Es war das Mädchen, die Laborantin. In ihren Händen hielt sie das Röhrchen, in das sie sorgfältig, um nichts zu verfehlen, den Inhalt aus dem Mund goss.
Als das Röhrchen zu einem Drittel gefüllt war, machte sie eine Schluckbewegung, leckte dann mit spitzer Zunge die feuchten purpurnen Lippen ab und lächelte.
— Für die Analyse reicht das. Ich gehe, leg den Schlüssel auf den Tisch, sagte das Mädchen alltäglich.
Sie zupfte ihren gestärkten, leicht zerknitterten Kittel zurecht, ordnete Rock und Haare und verließ den Raum.
Während er zu sich kam, Hände und alles andere wusch, dann zuzog, vergingen einige Minuten. Als Lukas aus dem Zimmer trat und die Tür abschloss, war von der Laborantin keine Spur mehr.
Er legte den Schlüssel auf den Tisch und machte sich auf die Suche nach ihr. Doch das Irren durch die Labyrinthe der Poliklinik brachte nichts.
Die meisten Zimmer waren schon zu, und eine zufällig getroffene Putzfrau schrie ihn an, alle seien schon nach Hause. Er habe hier in „dreckigen Stiefeln“ nichts zu suchen (das sagte sie zu sauberen, eleganten Schuhen), denn sie müsse die Böden wischen.
Drei Tage später holte Lukas die Bescheinigung. Nachdem er im Schalter die Ergebnisse bekommen hatte, ging er mit klopfendem Herzen die bekannten Biegungen bis zu dem Winkel, der zu dem Masturbationsraum führte.
Doch zu seiner Enttäuschung saß statt der sympathischen Laborantin eine unter Blond gefärbte Frau um die Vierzig mit welkem Gesicht. Ungeschickt mit rot-blauem Übermaß an Make-up kaschiert, und Resten einer längst geschmolzenen Figur.
— Brauchen Sie den Schlüssel zum Raum?, fragte sie kokett.
— Nein, nein. Ich hab mich wohl verlaufen, murmelte Lukas und zog sich schnell zum Ausgang der Poliklinik zurück.
Draußen lachte er fröhlich auf und entfaltete die ausgehändigte Bescheinigung. Ihr Inhalt:
Analyse des Ejakulats:
Name, Volumen – 2 ml. Farbe – weiß. Anzahl Spermatozoen in 1 ml – 100 Mio. Lebende Spermatozoen – 80 %, tote – 20 %, Morphologie: Normale Köpfe – 62 %, pathologische Köpfe – 21 %, Pathologie des Schwanzes – 10 %, Agglutinationsphänomen – Strich. Schlussfolgerung – Normozoospermie. Datum und Unterschrift der Laborantin… oder besser gesagt der Laborantin.


