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Spanische Fliege der Verführung

Es gibt doch etwas Feinverfeinertes in diesen überfüllten Waggons, die nun an der Station halten und ihre schmutzigen Türen öffnen.

„Worauf genau bezieht sich diese feine Verfeinerung?“, fragt ihr vielleicht.

Nun, darin, dass junge Burschen wie Thibault, die rund um die Uhr eine Erektion haben, in solcher Umgebung ganz entspannt zu ihrer Liebsten drängen können, nicht nur mit ihrem feurigen Herzen, sondern auch mit ihrer nicht minder feurigen Hose.

Und wenn das Mädchen liebt, wenn sie nicht nur an Kleinigkeiten denkt, kann sie durchaus ihren Auserwählten berühren, ihn in die Hand nehmen, sozusagen.

„Welch ein Zauber“, dachte Thibault.

„Welch ein Glück.“

Dieses Metro, diese Menschen, dieses Mädchen, das er liebte, und das nun seine Hose umklammerte, während sie irgendwohin in die Ferne blickte.

Allerdings durchzuckte Thibault manchmal ein Schauder, es wurde ihm unwohl, sogar schlecht.

Weil heute… Heute auf der Arbeit… Dieser Pascal Léonard, sein Chef…

Grauenhaft, sich das vorzustellen, unmöglich.

Er hatte sie ertappt, sie quasi am Hintern gepackt, als sie im Klo… O Schrecken!

Thibault ergriff die Verwirrung.

Und obwohl sein Glied von Solènes Fingern nicht erschlaffte, erstarrte seine Seele doch, und er schämte sich.

Urteilt selbst.

Dieser Fünfundfünfzigjährige, Pascal Léonard, betritt das Büroklo, vielleicht um über etwas Schönes nachzudenken, und sieht, wie sein junger, unerfahrener Untergebener mit lustvoll zitternden Händen nicht den Computer umklammert, nicht den Vertrag mit der neuen Firma, sondern den nackten Po einer ebenso jungen und ebenso unerfahrenen Mitarbeiterin.

Welch eine Beleidigung musste das für Pascal Léonard sein.

Und er umklammerte ihren Po nicht einfach so abstrakt.

Er vögelte sie.

Auf die schmutzigste Weise vögelte er sie von hinten, und sie hielt sich am Waschbecken fest und stöhnte.

Und was, wenn Pascal Léonard sie eine Weile beobachtet hatte?

So dastand an der halb offenen Tür und zusah?

„Welch ein Fehler“, dachte Thibault und seufzte, während er zu Solène blickte, die übrigens echten Mut und Heldenmut bewies, indem sie Thibault nicht einmal mit einem Blick tadelte.

Sie zog einfach schnell ihr Höschen an und ging.

Pascal Léonard – ein strenger Mann, gnadenlos, unerschütterlich, hysterisch bis zum Äußersten.

Und was durfte Thibault von ihm erwarten?

Entlassung. Abrechnung. Drohungen und Folter.

Aber es kam so.

Pascal Léonard, nachdem Thibault vor seinen Augen mühsam sein hartes Glied in die Jeans stopfte, sagte:

— Na?

Und maß Thibault mit einem zynischen Blick, der an seiner Hose hängenblieb.

— Na?, wiederholte er und sah Thibault in die Augen.

— Entschuldigung, krächzte Thibault, und seine Ohren glühten noch stärker.

— Schämst du dich?

— Ich hab’s nicht absichtlich gemacht.

— Na klar. Im Männerklo mit einem Mädchen bist du nicht absichtlich gelandet. Bist einfach vorbeigelaufen. Dachtest, schau ich mal rein, vielleicht ist da ja die Mitarbeiterin Solène? Vielleicht steht sie da ohne Höschen und wartet? Und ich schau nicht und schau nicht. Unerzogen bin ich, oder? Und dann schau ich doch. Und da ist wirklich Solène ohne Höschen. Welch ein Zufall. Welch ein teuflisches Spiel der Umstände.

— Pascal…

— Stirb. Wie kannst du dich nicht schämen?

— Ich liebe sie, sagte Thibault und ließ den Kopf hängen.

— Liebe, äffte Pascal Léonard nach. Und wenn ich dich rauswerfe? Wovon kaufst du dann Kondome?

„Wir machen’s ohne“, wollte Thibault sagen, biss sich aber rechtzeitig auf die Zunge.

— Habt ihr nirgends einen Ort zum Vögeln, hm? Aber das ist kein Grund, kein Anlass, dass ich, ein alter Mann, müde vom Leben, vom Geld…

Und da begann Pascal Léonard in einem seltsamen, albernen Ton zu sprechen.

Thibault traute seinen Ohren nicht.

— Entschuldigung, sagte er vorsichtshalber, wenn Pascal Léonard pausierte.

— Du arbeitest schlecht, verdienst wenig, verführst meine Sekretärinnen…

— Wir heiraten, platzte Thibault heraus, wir lassen uns trauen. Wir haben Pläne.

„Hör zu“, der weitere Gespräch fand schon in Pascal Léonards Büro statt.

— Wie heißt du noch? Thibault. Dummer Name, oder? Obwohl, vielleicht auch nicht. Was denkst du?

— Gut, sagte Thibault. Guter Name.

— Na, meinetwegen. Also, Thibault. Wenn ihr nirgends vögeln könnt, kann ich euch, so seltsam das klingt, meine Wohnung anbieten. Würde es dich sehr quälen, wenn ihr auf meinen purpurnen Sofas vögelt, über meinen diamantenen Boden rollt? Würde es dich freuen, eure rebellischen Speichelfäden über meine seidenen Wände zu verteilen?

— Wie interessant Sie sprechen, sagte Thibault, spotten Sie über mich, bevor Sie mich rauswerfen?

— Na na, junger Mann. Dein Name – Thibault. Fast wie ein Dichter. Und du? Richt dich auf, wisch die Rotze weg!

— Ich mach euch ein günstiges Angebot.

— Das in Ihrer Wohnung tun?, flüsterte Thibault fast überwältigt.

— Genau das und genau in meiner Wohnung. Und ich beobachte euch aus dem anderen Zimmer per Videokamera. Passt das?

— Das kommt unerwartet, Pascal Léonard, Thibault sammelte all seine Kräfte und beschloss, auf keinen Fall zu erröten, nicht zu stottern und wenn möglich zu scherzen, um ehrenvoll von diesem monströsen Job entlassen zu werden.

— Tja. Ich hab keine Zeit, sagte Pascal Léonard. Ich schreib dir meine Adresse, die Uhrzeit eures Kommens und bitte, pünktlich zu sein.

— Wirklich?

— Wirklich. Aber der Sex, Freund Thibault, muss auf Niveau sein. Verstehst du? Rollt über Decke, Wände, eure Sache, aber mir muss es gefallen. Dann könnt ihr auf meine Wohnung zählen. Was das Büroklo angeht, das Waschbecken… Da wasch ich mir die Hände. Da kann man nicht vögeln.

— Kann man nicht, wiederholte Thibault verständig und bemerkte nicht, wie die Tür hinter ihm zufiel.

— Was ist, Thibault?, rüttelte Solène ihn, als sie aus dem Metro stiegen. Wach auf.

— Ah, aufgewacht.

— Wohnt dein Freund weit?

— Freund? Ah, Freund. Nah, und Thibault blickte auf den Zettel, von Pascal Léonards Hand bekritzelt. Da, scheint’s. Oder da.

— Beeil dich, sonst bringen mich meine Eltern um, und sie zog Thibault in Richtung eines großen Hotels, das in der Dunst des ersten Schnees rötlich links von einer massiven Steinbrücke leuchtete.

Die „Wohnung des Freundes“ entpuppte sich als Wohnung eines Ölmagnaten.

Offenbar sprudelte das Öl irgendwo in der Küche, und von da aus pumpte der Magnat es direkt ins Ausland.

— Oho, sagte Solène und musterte den Raum, den Pascal Léonard auf dem Zettel angegeben hatte.

— Keine Sorge, sagte Thibault aus irgendeinem Grund und umarmte sie.

Er kam sich lächerlich vor und konnte sich deswegen nicht richtig erregen, bis zum Zittern in den Knien, wie es ihm sonst passierte.

Zu allem Übel sah er auch noch die Videokamera, durch die Pascal Léonard sie jetzt beobachtete, wahrscheinlich aus einem anderen Zimmer.

Allerdings, als Solène seine Hose öffnete und sein Glied befühlte, das halb steif unter seiner dünnen Unterhose stand, beschloss er, alles zu vergessen und diese verrückten Launen seines Chefs zu ignorieren, als gäbe es ihn gar nicht, diesen Pascal Léonard.

Pascal Léonard erhöhte die Helligkeit und rückte seinen großen Sessel näher ans Display.

Zuerst, als sie nur küssten und umarmten, erstarrt in Unentschlossenheit, biss er enttäuscht auf seine krummen dicken Lippen und rieb mit der Rechten sein Kinn.

Dann…

Dann, als es lebhafter wurde, und Solène mit flinken Händen Thibaults Jeans bis zu den Knien runterzog, biss Pascal Léonard sich in den fleischigen Finger und rückte noch näher.

Thibaults Glied, na ja, war groß und stand überraschend gut.

Thibault hatte vergessen, dass jemand zusah, er schielte nicht mehr zum Kameraauge, und ehrlich, er orientierte sich gar nicht mehr im Raum.

Thibaults Hände zogen Solène von allein und irgendwie brutal nackt aus und pressten sie wie eiserne Schraubstöcke.

Er warf den letzten dummen Socken beiseite, blieb nackt, nahm sein Glied in die Hand und stieß zu.

Solène zuckte.

Sie war schon erregt genug, und es fröstelte sie.

Sie vögelten, trotz allem, stehend, studentisch, wie gewohnt von all den langen Streifzügen durch Treppenhäuser und Dachböden.

Mit jedem Stoß schwoll Thibaults Glied mehr an, und Thibault wurde furchterregender.

Weg war der weiche, gütige Blick des engelsgleichen Jungen.

Irgendein zorniger Wikinger mit großem Glied und glühenden Augen umklammerte der armen Solène die Hüften und stieß unermüdlich mit seinem Werkzeug, dass sie fast das Bewusstsein verlor.

Dazu waren sie beide so weiß, glatt, so proportioniert, dass einen wahren Kenner antiker Kultur ein Schauer gepackt hätte bei diesem Anblick.

Kurzum, ein Faun nach Mittag, das war Thibault.

Nur schlief er nicht, sondern vögelte irgendeine lüsterne Flussnymphe.

Plötzlich sah er das Bett neben sich, zog sein Glied raus, packte Solène und warf sie wie ein Bündel Holz aufs Bett, obwohl sie gar nicht widerstand, und es gar nicht nötig war, so grob zuzupacken und so aggressiv mit den Knien ihre Beine zu spreizen.

Kaum drin, kam Thibault sofort.

Solène, die diesen Feuerstoß aus Lust und Samen aufnahm, versank völlig in Abstraktion und war weg, in dem Sinn, dass sie jetzt zum Beispiel keinen Geografie-Test hätte bestehen können.

Und sie war doch Klassenbeste darin.

Bis zu diesem Grad hatte Thibault sie mit seiner Aggression erschöpft.

Doch nach dem einen Mal dachte er nicht ans Rausziehen.

Er hob nur ihre Beine höher und fuhr noch aktiver fort, seine Keule in sie zu rammen.

„Nicht altersgerecht – die Rute, nicht altersgerecht“, notierte Pascal Léonard zufrieden für sich.

Und er hatte immer gedacht, immer geglaubt, dass solche schönen jungen Burschen unbedingt große Glieder haben müssen.

Das Mädchen gefiel Pascal Léonard auch.

„Nein, nein, diese Jugend ist was wert“, dachte er und zog Hose und Unterhose aus.

So seltsam, so widersprüchlich es schien, aber sein Glied zeigte plötzlich Lebenszeichen, wurde warm, reckte sich, atmete quasi.

Und Pascal Léonard atmete von einer Enge in der Brust, was ihm lange nicht passiert war, weswegen er in letzter Zeit weich geworden war und öfter dachte, er müsse mal zum Grab seiner ersten Frau gehen, Blumen hinwerfen, ein paar, drei, in widerlichem Orange.

Ehrlich, Thibault wunderte sich, wie er so erregt sein konnte, wie er nicht aufhören konnte.

Denn sie wurden beobachtet, und nicht von irgendeinem wohlmeinenden Herrn, wie dem Weihnachtsmann, sondern von seinem eigenen Boss, seinem Usurpator, einem waschechten Feudalherrn namens Pascal Léonard.

Thibault hatte zwei Wochen geübt, diesen Namen ohne Stottern auszusprechen.

Aber sein Glied, obwohl er zweimal gekommen war, erschlaffte nicht nur nicht, nein, es ragte nun wie eine Flagge im 180-Grad-Winkel.

Und Thibault blieb nichts übrig, als wieder zuzustoßen und die Folter seiner heiß geliebten Solène fortzusetzen.

Pascal Léonard saß nackt im Sessel und konnte den Blick nicht vom Schirm lösen, nicht mal um zu pinkeln.

Und er hatte so viel Mineralwasser getrunken, während er dieses zügellose Pärchen bewunderte.

Jedenfalls war er ein standhafter Mann und wichste sein Glied, ohne an etwas zu denken.

Er fürchtete sogar um sein Herz.

Wie ärgerlich wäre es, jetzt an einem Infarkt zu sterben, wo es in ihm brodelte, aufwallte.

Er nahm sogar seine Brille mit Goldrand ab, warf sie einfach auf den Boden, so weit war er in seiner unerhörten Erregung.

Dieses glatte junge Glied, diese schönen Hüftbewegungen, wohin das sogar einen Zyniker wie Pascal Léonard bringen konnte.

„Hoffentlich gehen sie bald“, dachte der arme Patron, sonst springt er raus, zieht’s raus und vögelt diese Verführer, diese freche Jugend.

„Hoffentlich gehen sie bald“.

Pascal Léonard konnte natürlich nicht kommen, aber ihm reichte schon diese seltsame Verwirrung im Kopf.

Er war ganz zufrieden und lächelte sogar einmal, als Thibault, sobald sein Mädchen ins Bad ging, spöttisch höflich vor der Kamera verbeugte, so als „danke für die Aufmerksamkeit“, und langsam Socken, Hemd, Unterhose anzog…

Pascal Léonard gerührte sich ein letztes Mal über den Anblick des halbnackten Jünglings und schaltete den Fernseher aus, zog sich an.

Als die beiden gegangen waren, schon angezogen, mit der Brille in dünner Goldfassung, wählte er blind eine Nummer und starrte ins Spiegel, wo sein glattes, im Grunde angenehmes Gesicht weiß leuchtete.

Eine Frau um die zweiundvierzig, mit gepflegten Fingern und tierisch schönen Brauen, ließ das Telefon nicht eilig klingeln, es piepste irgendwie besonders einladend, sogar mit schmerzlicher Sehnsucht.

Gaëlle, so hieß die Frau, küsste ihre junge Freundin auf die geschminkten Lippen und sprach dann ins Telefon ihr bezaubernd fesselndes „Hallo“.

— Hallo, sagte Gaëlle mit tiefer Stimme. Pascal? Sie lächelte rätselhaft.

— Hallo, sagte am anderen Ende Pascal Léonard.

— Geschäftlich? Wie immer?

— Nicht wie immer, sagte Pascal Léonard.

— Was dann? Einen besonderen Jungen? Vielleicht einen Waisen?

— Hör auf. Hast du ein junges Paar?

— Was genau brauchst du?, Gaëlle strich mit der Spitze ihres herrlichen Nagels, der den linken Zeigefinger krönte, über Élises nackte Brust.

— Sie müssen Mann und Frau sein. Verliebt, treu sozusagen, einander…

— Pascal! Was ist passiert?

— Lachst du?

— Aber nein. Wir sind Freunde. Sag’s mir freundschaftlich. Ich bin baff.

— Wenn du dumme Fragen stellst, vögel ich dich.

Bei diesen Worten brach Pascal Léonard in höllisches Gelächter aus.

Gaëlle lachte zurück, und ihres war noch höllischer.

— Stell dir vor, sagte Gaëlle und legte den Hörer hin, habe ich mal Sex mit Männern gehabt?

Und sie lachte schallend, schüttelte ihre demonische Brust Größe fünf.

— Kannst du dir das vorstellen, Schätzchen?, wandte sie sich plötzlich an Élise, blickte sie unendlich zärtlich und ehrfürchtig an. Dieser scheckige Gaul, diese geile Affe will ein unschuldiges junges Paar verderben. Auf Jungs steht er nicht mehr. Monster. Monster. Hast du jemanden im Sinn?

— Ich hab jemanden, aber ich sag’s nicht – damit drehte Élise Gaëlle den Rücken zu und vergrub sich im Kissen.

Élise lag schon Tage auf diesem riesigen Barockbett und konnte nicht runter.

Alles wegen Gaëlle, diesem Julius Caesar mit Brust Größe fünf, die das arme Mädchen an eine goldene Kette gelegt hatte.

— Élisenchen, Goldstück, bist du traurig, hast du Fieber?

— Ich ess schon den zweiten Tag nichts, schrie Élise und bereute es, weil Gaëlles Augen satanisch wurden.

— Élisenchen, antworte, hast du ein verliebtes junges Paar im Sinn? Wir kriegen gutes Geld, und von der Hälfte kauf ich dir was Schönes.

— Ich kenn welche. Ich kann hingehen.

— Und sie stimmen zu? Obwohl… Sie sind wohl arm, und Gaëlle wedelte angewidert mit ihren langen Nägeln vor ihrer makellos eleganten Nase. Wedelte, als kämen die Armen nah und stänken widerlich.

— Im Notfall geh ich und überred sie.

— Und wenn dich unterwegs einer vergewaltigt? Nein, du gehst nirgends. Sag mir die Adresse, ich geh selbst.

— Dich vergewaltigt keiner. Du vergewaltigst, wen du willst.

— Goldstück, was für Humor? Bist du im College?

— Ich will ins College, jammerte Élise fast.

— Hör auf. Hör auf. Ich bin wie eine Mutter für dich. Sag mir die Adresse und woher du sie kennst. Deine Freunde aus dem College, ja?

— Ja. Arme Freunde aus armem College.

— Zerreiß mir nicht das Herz. Wo wohnen sie?

— Im Vorort. Die Allee, Haus sechs, Wohnung acht.

— Gott, diese Schlafbezirke. Dieses Lager, diese Höhle, diese Baracken für Aussätzige. Hast du da mal gewohnt, mein Mädchen? Dich haben sie wohl von morgens bis abends vergewaltigt.

— Jaja, seit Kindheit.

— Schamlos. Schamlos. Aber jetzt bist du sicher, ich lass dich nicht verletzen. Niemandem, hörst du, niemandem.

— Irgendwann rette ich die Welt vor dir. Wart’s ab.

— Ah! Gaëlle presste die Hände an die Brust. Du tötest mich mit der Axt?

— Ich will essen. Ich zwei Tage…

— Ruhig, ruhig. Was, wenn ich dir Sahne geb?

— Wieder Sahne…, wimmerte Élise.

— Na na, letztes Mal Schoko, jetzt Erdbeer.

Gaëlle ging in die Küche.

Währenddessen versuchte Élise, die goldene Kette mit einer Nagelfeile durchzusägen, die sie vor Gaëlle versteckt hatte.

Aber der Fluchtversuch scheiterte.

Die Feile schaffte die reine Goldkette nicht.

Élise schluchzte.

— Na, Schätzchen. Hoffentlich ohne Höschen? Weg mit der Decke.

Élise warf die Decke ab und lag nackt vor Gaëlle.

Unterdessen entblößte Gaëlle ihren proportionierten Körper und goss ihre Beine mit Sahne aus der Spraydose ein.

Vergeblich wandte Élise sich ab, rümpfte die Nase, Gaëlle hörte nicht auf, bis sie sich von Kopf bis Fuß eingeschmiert hatte.

Allerdings quälte Élise echter Hunger, und es war ihr peinlich, dass der Speichel nur so floss, aus ihrem Mund strömte.

Als Gaëlle näherkam, war Élise bereit, sie ganz zu fressen.

— Schätzchen, bist du erregt?

— Sehr, und Élise stürzte sich auf Gaëlles Ferse, die plötzlich vor ihrer Nase war.

Als sie die Beine abgeleckt hatte, bis über die Knie, packte Gaëlle sie brutal an den wundervollen langen Haaren und erregte sich auf furchtbare Weise.

Ihre Brust hob sich, Hände zitterten, und der Mund schrie zärtliche, tief menschliche Worte wie „liebe“, „kann nicht leben“, „streichle mich, streichle“, das Letzte klang wie Drohung.

Élise leckte zwischen ihren Beinen und stöhnte, wie Matrosen auf sinkendem Schiff stöhnen, das Schiff sinkt, sie ertrinken, aber singen weiter ihr revolutionäres Lied.

— Du, Corentin, bist dumm und verstehst nicht, dass ich dich liebe, auch so, sagte Camille in Corentins Nacken, der am Fenster stand.

— Was meinst du mit so?, das kränkte Corentin, und er drehte sich um.

— Na, so halt! Materiell unversorgt. Sagst du selbst.

— Wenig, was ich sag.

— Weißt du, Corentin, ich hab dich auch geheiratet, weil du arm bist.

— Und Millionäre haben um dich angehalten, ja?

— Na ja, gab Angebote. Aber ich hab abgelehnt.

Camille brachte es aus der Fassung, dass zwischen ihr und Corentin eine Wand des Unverständnisses stand, wie Psychologen sagen.

— Dann geh zu deinen Millionären. Sollen sie dir Nudeln kochen. Käse reiben.

— Corentinchen, aber ich will keine Nudeln, du willst sie. Und du magst sie seemännisch. Fleisch haben wir noch. Soll ich’s durch den Wolf drehen?

— Lass mich in Ruh, ja?

— Wie lass in Ruh? Wohin soll ich denn?

Und Camille weinte, setzte sich auf Omas Stühlchen in der Küchenecke.

— Verzeih, Corentin setzte sich neben sie auf ein anderes Omas Stühlchen.

Die beiden waren schön, lieb, aber schlecht gekleidet, und der Stempel armer Studenten prangte auf ihrer Stirn.

— Werden wir nie Kinder haben?, sagte Camille. Werden wir nie reich?

— Fangst du wieder an?

— Du hast angefangen.

— Gut, sagte Corentin leise und gütig. Hauptsache, der Schwanz steht.

— Du lüsterner Junge, Corentinchen!

— Und du, Camillchen?

Und er umfasste sie, kletterte spaßig unter ihr Shirt.

Wenig Spaß dran, denn Camillchen wurde sofort weich und gab sich ihm gleich in der Küche hin, aber nein, nicht Schicksal, sie konnten sich diesmal nicht im Liebesakt vergessen.

Es klingelte.

Vor der schmalen, intellektuellen Camillchen stand die große, atemberaubende Gaëlle in der Tür.

Sie trug einen diamantglitzernden Pelz und einen schwarzen breitkrempigen Hut.

— Guten Tag, sagte sie und trat ein, drängte Camillchen aus dem Türrahmen.

— Sie sind wohl Camille?, Gaëlle reichte ihr den Pelz, ohne hinzusehen, und wandte sich sofort an Corentin, der bei dem Anblick dieser Dame schon ans Telefon wollte, den Bezirkspolizisten rufen, um sich und seine junge Frau zu schützen.

— Und Sie, nehme ich an, Corentin?, sagte sie und tätschelte seine Schulter, als sie sein Zögern sah. Na na, wachen Sie auf, junger Mann, ich fress Sie nicht gleich, ich will wenigstens mit Ihnen reden, Ihnen vielleicht ein gutes Geschäft vorschlagen. Und Sie starren mich an wie einen Eber. Ach, verzeihen Sie, wandte sie sich an Camillchen, die schon mit Pantoffeln herbeieilte. Verzeihen Sie, Camillchen, ich hab vergessen zu sagen, dass ich von Élise komme.

— Ah!, grinste Corentin dümmlich. Und ich…

— Und Sie, Corentinchen. Na gut. Geklärt, dass ich kein Eber bin, zum Geschäft.

— Achten Sie nicht auf ihn. Er misstraut Leuten einfach, sagte Camille in Gaëlles Rücken, die schon ungebeten ins Zimmer ging.

— So lebt also die Intelligenz, sagte Gaëlle und wollte sich auf das ordentliche, schäbige Sofa setzen, ekelte sich aber und nahm den Stuhl.

— Vielleicht Tee oder…, Corentin stockte und wich fast in die Ecke vor Scham.

— Was haben Sie denn außer Tee, liebe Studenten? Kartoffeln im Rock? Oder wie heißt das? Im Frack? Ach, ich bin diesen Banditenslang entwohnt. Ich scherze. Seien Sie nicht so bedrückt, so zerquetschte sie die beiden endgültig und setzte zum Geschäft an.

— Ich hab Arbeit für euch, sagte Gaëlle ohne hitlerische Allüren, und ihre Stimme wurde schnurrend, einschmeichelnd, zynisch liebenswürdig. Hoch bezahlt. Eher ein Vorschlag, ich möchte mich überzeugen, quasi ansehen…

— Ob wir passen oder nicht?, sagte Corentin und trat vor.

— Corentinchen, bitte, Sie sind kein Schuh, der passt oder nicht.

Corentin errötete und schwieg für ewig.

Gaëlle nickte zufrieden.

— Ich geb euch hundert Dollar. Nehmt, sie reichte Camillchen hundert Dollar.

Camille starrte wild auf diesen Reichtum und wich zurück, von religiöser Furcht geschlagen.

Corentin trat zu Camillchen und umarmte sie kameradschaftlich an den Schultern.

— Meine Täubchen, seht mich als Mitarbeiterin eines Fonds für hungernde Studenten. Ach, ich hab’s nicht erklärt. Hört, ich sitz auf diesem Stuhl, Hand auf Hand, und ihr tut mir einen winzigen Gefallen. Ich bin alte Frau, hab Liebe und Sex vergessen, und ihr seid junge wilde Studenten, die Moral, Scham, alles Menschliche mit Füßen tretet. Denkt nach, ich kenn euch nicht, ihr mich nicht, hier hundert Dollar, viel Geld. Kostet euch nichts, eine alte Lady zu unterhalten?

Die beiden erstarrten.

Aber Gaëlle zwang sie mit langer Pause zum Erwachen und sagte:

— Ich leg zwanzig drauf und bitte, fangt an, sonst fährt meine Bahn ins Depot, ich bleib auf der Straße, und eine Horde wilder Teens vergewaltigt mich. Wollt ihr das?

Corentin und Camille zogen sich in die Küche zurück, blieben eine Minute und kamen zurück, stimmten zu.

Gaëlle rückte zur Wand.

— Corentinchen, bitte, ziehen Sie Camille aus, und Sie, Camillchen, dann Corentin, ja? Seid nicht schüchtern.

Die beiden taten es.

Mühsam, natürliche Scham überwindend, entkleideten sie einander und küssten sich keusch, kaum aneinander gedrückt.

— O ja, Kinder, gut, nur Corentinchen, knien Sie vor Camille und machen Sie Cunnilingus. Wisst ihr, was das ist?

Corentin lächelte Gaëlle zu.

Er kniete, umfasste Camilles Taille, küsste erst Bauch, Schenkel, dann erreichte er die Scham und saugte sich fest.

Camillchen öffnete den Mund, schloss die Augen.

Da Corentin mit dem Rücken zu Gaëlle kniete, und Gaëlle die Größe von Corentins erregtem Glied wissen wollte, bat sie sie, sich um hundertachtzig Grad zu drehen, und Corentin persönlich, zu masturbieren.

Corentins Glied war groß genug, und sie schaute säuerlich drauf, starrte gierig auf Camillchens Po, der prall und jungenhaft fest war.

Schwer seufzte Gaëlle und bat sie, zum Akt überzugehen, in der üblichen Pose, volkstümlich „Sandwich“ genannt.

Die beiden legten sich aufs Sofa, Camille spreizte die Beine, Corentin steckte rein.

Sie hielten tapfer durch und erregten sich sogar.

— Corentinchen, komm nicht, ja?, bat Gaëlle.

— Ich kann nochmal, keine Sorge, sagte Corentin und kam.

— Jetzt stehend, sagte Gaëlle und verschlang die nackte Camille mit Blicken.

Gott, wie sie Männer hasste.

Wie viel sie über ihre Ausrottung als Klasse nachdachte.

— Camillchen, sagte Gaëlle, Ekel überwindend, streichle seinen Schwanz mit den Lippen. So. Wunderbar.

Wahrscheinlich, wäre Camille Waise, hätte Gaëlle Corentin vor Ort getötet und Camille besessen, trotz des Grams, den Camille beim Anblick der erkaltenden Leiche ihres Mannes gehabt hätte.

— Anal habt ihr nicht probiert?, fragte Gaëlle. Camillchen, stimmen Sie zu?

— Anal?, stutzte Camille.

— Na ja. Was ist schon dabei? Corentinchen, versucht’s.

So rächte Gaëlle sich an der armen, unschuldigen Camillchen, die sogar den Stempel im Pass hatte.

„Gott, ich Monster“, sagte Gaëlle sich und drängte auf Anal.

Corentin druckste, fand keine Worte, bog Camille vor und versuchte, sein Glied in ihren Po zu schieben.

Camille schrie natürlich, wehrte sich aber nicht.

Da drehte Corentin sich schuldbewusst zu Gaëlle.

— Ich kann nicht, sorry. Das tut sehr weh.

Das rührte Gaëlle zu Tränen, sie sagte, sie sollten den Schmutz beenden und sich anziehen.

— Also, begann Gaëlle, als sie gehorsam vor ihr auf dem Sofa saßen. Ich könnte öfter kommen, seid ihr einverstanden?

— Nein, nein, sagten die beiden nach einem Blick.

— Zudem hab ich noch einen Interessenten, der zahlt fünffach. Wie seht ihr das?

— Denk, das geht, sagte Corentin mannhaft und drückte sich enger an Camillchens Schulter.

— Aber der ist ein Mann, sagte Gaëlle beiläufig.

— Nein, nicht einverstanden, schrie Corentin.

— Was macht das schon, Corentinchen? Er ist impotent. Und ihm sind Erinnerungen an seine ferne Jugend teuer, als er viel Samen hatte, viele Frauen. Jetzt hat er nichts. Zerreißt euch nicht das Mitleid mit diesem reichen Gentleman? Er bittet um nichts. Nur zusehen. Durch einen Spalt, die Tür angelehnt. Stellt euch vor, wie erbärmlich er ist. Seid barmherzig.

— Vielleicht wartet dich dasselbe, Corentinchen, sagte sie und nahm den Pelz aus Corentins Händen. Seid nicht so streng.

— Wir denken drüber nach, Gaëlle, danke sehr, sagte Camillchen und begleitete Gaëlle zum Aufzug.

Zum Abschied küsste Gaëlle Camillchen und verschwand im Lift.

— Ich mach das nicht, schrie Corentin. Will ich nicht.

— Corentin, sagte Camille demütig, er zahlt fünffach, und durch den Spalt… du siehst ihn nicht mal.

— Ich such mir Arbeit. Glaubst du mir nicht?

— Glaub ich, Corentinchen, glaub ich. Aber bis du eine hast, lass uns probieren?

Nackter Pascal Léonard lümmelte auf dem weichen purpurnen Stuhl, Kopf zurückgeworfen, und blickte von oben auf Finger, Lippen, Glied eines jungen dunkelhäutigen Jungen namens Rémi, der Pascal Léonard massierte wie ein alter erfahrener Wolf tibetischer Medizin.

Pascal Léonard, den Blick auf diese griechische Statue geheftet, schluchzte mal gramvoll und hoffnungslos, mal gerührt und wollte plötzlich Rémis halb steifes Glied packen.

Wenn Rémi auswich, schlug er ihm auf den harten glatten Arsch und seufzte, jammerte wie eine alte Oma.

— O meine Erektion! O mein Feuer! O mein raubgieriges männliches Wesen! Wo seid ihr? Wo? Ah! Warum kann dieser Scharlatan, dieser gierige Jüngling mich nicht erregen. Rémi, Lieber, du bist faul geworden, denkst an Gewinn, nicht an meinen armen Schwanz. O wie gedemütigt, wie gedemütigt ich bin.

— Pascal Léonard, erklärte Rémi umständlich und massierte seinen Sack, ich tu alles Mögliche. Glaubt mir. Ich kann sogar Tote hochkriegen.

— O Niedertracht! O erbarmungslose Jugend! Für mein Geld nennt er mich Toten. Bengel, Pascal Léonard wuschelte Rémis helle seidene Locken. Na mach was, du Missgeburt. Warum denkst du, du vögelst mich ewig in den Arsch? Ich nehm dich und vögel dich selbst. Warum hast du keine Angst und läufst nicht weg?

— Pascal Léonard, als Arzt, der den Eid des Hippokrates schwor, muss ich sagen, Sie werden nie jemanden in den Arsch vögeln.

— O Herz. Ich hab dich doch ein paarmal gevögelt. Vergessen? Erinnerst du dich nicht an diese Minuten?..

— Sekunden, Pascal Léonard. Das war so schnell und unwichtig. Aber fürchtet nicht, sagte Rémi, als er sah, dass der Kunde weinen wollte und kein Geld geben. Ich hab noch ein Geheimnis…

— Tier!, heulte Pascal Léonard. Welches Geheimnis, wenn gestern bei mir stand, richtig, wie im Film, verstehst? Stand. O Thibault! O Gottheit mit riesigem Phallus! Welche Opfer willst du von mir?

— Was sagt ihr da?, wurde Rémi unruhig.

— Ah-ah-ah! Tier. Pascal Léonard jubelte. Thibault, der Junge mit göttlichem Penis, war gestern bei mir, und ich wär fast auf den Schirm gekommen, hätte fast mit meinem Schwanz den stinkenden Monitor zertrümmert.

— Ihr habt wieder gespäht? Ach ihr zügelloser Greis!, sagte Rémi scherzend und kriegte eins ins Gesicht.

Pascal Léonards große Pranke knallte in seine rechte Wange wie ein ungebremster Laster.

Rémi fiel hin, sprang auf und traute sich nicht, Pascal Léonard in die Augen zu sehen, denn einmal hatte er es bereut, als der in Wut war.

Das war, als Pascal Léonard ihn das erste Mal vögeln wollte und es nicht klappte.

Rémi stand nun schuldbewusst, Kopf gesenkt, Glied leicht bedeckt.

— Schlechter Witz?, sagte Pascal Léonard leise.

— Schlecht, sagte Rémi. Mach ich nicht mehr.

— Komm her, Pascal Léonard lächelte und umarmte Rémi zärtlich an der Taille. Ich liebe euch undankbare Viecher, liebe ich, er tätschelte Rémis Glied, und als der vor Glück strahlte, schickte er ihn heim.

— Gaëlle, sang Pascal Léonard ins Telefon. Ich bin’s. Will mit dir reden, an dein Gewissen appellieren. Wo steckst du, alte Lesbe?

Gaëlle nahm den Hörer mit zwei Fingern und führte ihn an ihre hochmütig abwesenden Lippen.

Gerade füllte sie die Jacuzzi, und durchsichtig perlmuttener Schaum umspülte sie, also war ihre Stimmung träumerisch, und mit jemandem reden war unter ihrer Würde.

— Pascal, eure soldatischer Späße… Deswegen hab ich euch in den Studentenjahren so lang nicht rangelassen. Übrigens wart ihr da schon mit Student Golubuschkin liiert. Was wollt ihr jetzt?

— Gaëlle…

— Ich hab alles. Genau das Richtige, zart, treu, sein Schwanz neunzehn Zentimeter. Wann schicken?

— Morgen, mein Engel, morgen um dreiundzwanzig null-null. Sei so gut.

— Adieu, Pascal. Ich bade.

Und Gaëlle warf den Hörer auf den dicken Lederpuff neben der Wanne.

Gaëlle war verliebt.

Schon zwei Stunden stellte sie sich nackte Camillchen vor, und es durchzuckte sie wie Strom.

Sie bebte wie ein Kraftwerk.

Camillchens Hüften, so schmal, mit so schönem Schamhügel.

Und ihr Po! Das ist kriminell, das ist Faschismus!

Kann man eine alte leidenschaftliche Lady so quälen?

Gaëlle massierte träge ihre Brust, und Liebestänen rollten über ihre Wangen.

Eher Wasser, aber Gaëlle stellte sich Tränen vor und schickte Camillchen mental allerlei offene Geständnisse.

Aber Camillchen, so schien es Gaëlle, reagierte nicht.

Da drehte sie ihr gedanklich die Arme um, zog ihr das Höschen aus und leckte zwischen ihren Beinen.

Camille verlor sich natürlich, bedeckte sich mit erregend leckerem Schweiß, und ihre Hände wurden weich, zärtlich, heiß.

O Dneproges-Kraftwerk, kannst du mit diesem kriegerischen Gott lesbischer Liebe mithalten?

Gaëlle sprang plötzlich auf, wischte sich nicht ab und stürmte ins Zimmer, wo Élise angekettet lag.

Élise, beim Anblick der erregten aggressiven Gaëlle, zuckte erst zusammen und sackte ein, ahnte die Abrechnung.

Dann, als Gaëlle ihr die Beine spreizte und wie ein brüllender Löwe besessen auf ihr Geschlecht stürzte, löste Élise sich auf, denn das erregte unwillkürlich, das würde die Fantasie der erfahrensten Hure fesseln.

Gaëlle war in Form.

Wenn man bedenkt, dass sie immer in Form war, und es für Élise immer schlecht endete, entweder mit Schlägen oder Erwürgen mit Eisenhalsband, dann konnte man jetzt, da Gaëlle so tief in Ekstase versunken war, die zynischsten, herzzerreißendsten Folgen erwarten.

Aber plötzlich hielt Gaëlle inne.

Atem holend, legte sie sich neben Élise aufs Kissen und starrte an die Decke.

— Mit Liebe spaßt man nicht. Sie beißt. Stimmt’s, Élisenchen?

— Sie schlägt auch.

— Hör auf zu spotten, Goldstück. Meine Seele weint.

— Wie das?, lachte Élise. Sie sah Gaëlle zum ersten Mal in so geisterhaftem Zustand.

— Schmerz und Verzweiflung sind nun meine Freundinnen. O Nymphen der Liebe, grausame Spötterinnen. Was, Goldstück, wenn ich eine griechische Tragödie dichte und sie Camillchen schicke?

— Welcher Camillchen?

— Dummchen, ich bin verliebt, hab heute den Kopf verloren.

— Ah, verschluckte Élisenchen sich fast. In Camille verliebt?

— Werd nicht eifersüchtig.

— In Camille? Meine Schuld. Jetzt lockst du sie her, kettst sie ans Bett und wirst…

— Spotte, spotte, Seelchen. Ich wein vielleicht, und du lach drüber, lach.

— Ernst, Gaëlle?, Élises Augen funkelten fröhlich. Und lässt mich frei?

— Du, Schätzchen, wirst unsere Magd.

Bei diesen Worten fiel Élise aufs Kissen und schien aufzuhören zu existieren.

Pascal Léonard war festlich heiter.

Sein Herz rührte sich aus irgendwas, und er lächelte schüchtern, blickte auf den wundervollen silbernen Tablett, das er liebevoll mit Tässchen, Zuckerdosen, einer Vase mit Gebäck bestückt hatte, eine Fabergé-Figur hingestellt.

Dann räumte er sie weg, holte aus der Tasche ein Pulver, streute es schuldbewusst in zwei Tassen Tee.

Gemein, klar, aber er ist alt und schwach, man vergibt ihm etwas Feigheit.

All das brachte er ins verdunkelte Zimmer, wo auf dem von oben beleuchteten Bett nackt Corentin und Camillchen lagen.

Zuerst wirkten sie wie Waisen, die der Herr auf dem Stall peitscht, weil sie ihm ein Stück Schwarzbrot gestohlen haben.

Aber nach zwei Gebäckstücken aus Verlegenheit und Tee wurden sie munter, lebendig, und Corentinchen küsste Camille, lag oben auf ihr.

Camillchens Händchen berührten seine Pobacken, noch unsicher.

Was Pascal Léonard betraf, so erstarrte er wie eine gejagte Maus im dunklen Teil des Zimmers und wagte nicht, sich zu rühren.

Nur manchmal presste er seine Hose und sorgte sich, dass seine Seufzer die Jungen hörten.

Doch die Stille endete bald, denn die beiden spürten plötzlich seltsame Erregung, als kitzelte jemand innen.

Corentins Glied, das schon mehrmals in Camille eingedrungen war, reckte sich unerwartet, schwoll an und forderte häufigere Bewegungen.

Corentin wackelte mit dem Arsch wie ein geiler mexikanischer Tänzer.

Und Camille krallte sich so stark und fordernd in seinen Arsch, presste ihn an sich, dass er richtig verlegen wurde.

Wie kann das sein, dachte Corentin, sie werden beobachtet, für Geld gekauft, und sie sind so glücklich, so erregt.

„Das ist unmännlich“, tobte er, konnte aber nichts gegen das Feuer tun, das am Ende seines Glieds so stark brannte.

In dieser demütigend zweideutigen Lage, mit der irre gewordenen Camillchen vor sich, die wie eine Nymphomanin mit dem Mund nach allen Körperteilen schnappte und schrie, hörte er obendrein aus der Dunkelheit, aus diesem finsteren Höllen, männliches Stöhnen und Rumoren.

„Wichst er etwa“, erschrak Corentinchen, „ja, er wichst schon“, „wichst schon“.

Corentin wurde schlecht, was zu seinem Entsetzen weder sein Glied noch Camillchen beeinflusste.

Beide genossen weiter dieses spontane, unmoralische Vergnügen vor den Augen dieses Onkels.

Aber der Onkel wichste nicht, benahm sich bescheiden, obwohl er schnaufte wie eine Lok und wälzte sich nass und erhitzt im Sessel.

Der Onkel war durchaus respektwürdig, denn ein anderer hätte diese bäuerlichen, unnützen Kinder längst gevögelt.

Weiße Ärsche, rote Lippen, Pascal Léonard wollte ihnen erst auf den Arsch hauen, dann was Hartes reinstecken.

Damit sie zu ihren Eltern in die niedrige Blockhütte kommen, sich auf die Bank setzen und weinen „Mami, Mami, der Herr hat uns begrapscht und gevögelt. Was tun?“

Und Mami hebt dafür ihre Hemden hoch – sie trugen ja keine Unterhosen, diese Bauernkinder – prügelt sie mit ihrer Pranke und schickt sie auf den Ofen schlafen.

Dafür ist er der Herr, um zu vögeln, wen er will.

Solchen schamlosen Bildern bäuerlichen Lebens frönend, quälte Pascal Léonard sich mit seiner Leidenschaft ab, öffnete aber die Hose nicht.

Corentinchen dachte derweil in bäuerlichem Misstrauen, Pascal Léonard wichse schamlos.

So denkend, mit der wahnsinnigen, übererregten Camille vor sich, fasste er einen Entschluss.

„Er rächt sich durch Anal. Er steckt’s in ihren Arsch und vögelt sie, egal wie sie schreit.“

Gesagt, getan.

Camillchen sprang natürlich hoch, heulte, biss in das Seidenkissen, und ihre Finger erstarrten, so fest ballte sie die Fäuste.

Vögeln war schwer, da ihr Po klein, jungfräulich war und das Glied nur halb reinließ.

Aber Corentinchen schob und schob trotz Schwierigkeiten.

Die Eichel schmerzte, die Haut spannte, aber er schob.

Nichts da, dass sie vor diesem Typ so abging.

Zu Hause ging sie nie so ab.

Camillchen weinte.

Echte große Tränen rollten über ihre Wangen, und Pascal Léonard hätte fast geahnt, als er sie sah.

So fein, frisch, bäuerlich unschuldig.

Wer sonst kann so durchsichtige bittere Tränen weinen?

Wer sonst zu diesem offenen, demütigend schönen Akt fähig?

Ah, dachte Pascal Léonard, er zieht doch aufs Land und schafft sich Leibeigene, wenigstens ein paar, wenigstens zwei.

Der Samen nahte schon, als Corentin plötzlich sah, wie Pascal Léonard aus der Dunkelheit zum Bett trat.

Ohne Hose, ohne Unterhose, etwas hob seine Hemd vorn an.

Corentin schaute hin und fiel fast in Ohnmacht, es war Pascal Léonards Viertel-eregiertes Glied, sein männliches Würde, zynisch gesagt.

Corentin vögelte Camille weiter, starrte wild, wie Pascal Léonard zu seiner Frau trat, ihr Kinn anhob, ihr’s in den Mund gab, und wie Camille, seine Frau, zu saugen begann.

Nicht freudig vielleicht, zweifelnd, aber sie saugte, und dieser Dinosaurier wurde ganz aus dem Häuschen vor Lust.

„Camille“, schrie Corentin stumm.

Aus Trägheit vögelte er sie weiter, aber sein Mund öffnete sich weiter vor Grauen und Ausweglosigkeit.

Endlich, wie aus tiefem Schlaf erwacht, sprang Corentin vom Bett, raste zum silbernen Tablett, packte es und warf es mit gutturalem Laut auf den unglücklichen erregten Pascal Léonard.

Der stand ratlos, atmete schwer, breitete Arme aus.

Echtes Glück strahlte von seinem Gesicht, „wie gut saugt deine junge Frau“ konnte Corentinchen darauf lesen, und offenbar las er es, fand keine Gegenargumente, schnappte vom Boden seine Unterhose, Shirt, Hose, was unter die Hand kam, und rannte aus dem Zimmer.

Camillchen stürzte ihm nach.

Aber da packte Pascal Léonard sie und warf sie aufs Bett, wartete nicht mal, bis die Tür hinter Corentin zuschlug.

In rasendem Erwachen versunken, verstand er nichts und handelte nur wie ein wahrer Samurai.

Camille wehrte und biss umsonst.

Der besessene Pascal Léonard war kräftig, seine Hände Schmiedehände.

Schnell spreizte er ihre Beine, drückte ihre Arme fest und stieß sein vollständig steifes, erstmals seit Jahren, Glied in sie.

Rasend vor ungeahntem Ekstase, zerbiss er ihre Brust, Schultern, Hals.

Er knetete ihre glitschigen glühenden Pobacken, und überhaupt blieb bei Camillchen nichts ungeknetet, ungebissen.

Sie konnte nicht mal schreien, so aggressiv und sicher machte er mit ihrem schutzlosen jungen Körper kurzen Prozess.

Camillchen bebte, Corentin, Dinosaurier, diese gruselige Frau im breiten Hut, alles vermischte sich in ihrem Kopf, und besser wär sie ohnmächtig geworden, um dieses herzzerreißende Schauspiel nicht zu sehen, genannt „Dinosaurier ejakuliert“.

Als Pascal Léonard kam, fraß er sie fast mit seinen Händen, sicher hinterließ er Spuren seiner kurz geschnittenen Nägel auf Camillchen.

Nach dem Kommen und einigem Zucken erstarrte er und stieg erst Sekunden später von seinem Opfer, das scheinbar verrückt geworden war und daher demütig und still.

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