Ich wusste, dass Sophie nicht zu Hause war. Wo sollte sie auch sein, wenn nicht mit allen anderen auf der Yacht von Lukas. Ich hoffe, bei ihr und Lukas klappt das alles. Sophie ist schön, jung, unkompliziert und obendrein noch klug. Vor allem kann sie ihre Ängste und Unsicherheiten im Griff behalten. Ich mache mir keine Sorgen um sie.
Rein zufällig fuhr ich durch die Gegend, wo Sophie wohnt, und beschloss, vorbeizuschauen. Ich musste meine Sachen holen, die ich am Abend vor dieser verrückten Nacht mit dem Striptease in Sophies Schlafzimmer zurückgelassen hatte. Genau eine Woche war vergangen, und ich hatte ein paar Klamotten und Unterwäsche komplett vergessen, die ich jetzt eigentlich gar nicht so dringend brauchte. Vor allem hatte ich meine Handtasche bei Sophie gelassen. Die Tasche brauchte ich unbedingt. Notizbuch mit Telefonnummern, Kreditkarten, meine Lieblingskleinigkeiten, na ja.
Vor dem Haus parkten keine Autos, aber ich wollte es trotzdem versuchen, da ich schon mal da war. Ich ging zur Tür, stand da und drückte auf die Klingel. Niemand reagierte – wahrscheinlich waren Sophies Eltern wie geplant übers Wochenende zu Freunden in die Vorstadt gefahren.
Ich wollte schon gehen, da hörte ich Schritte nahen. Die Tür flog auf, und Sophies kleiner Bruder Sven, mit vor Überraschung offenem Mund, erstarrte im Eingang.
—Hör mal, Sven, ich bin nur für eine Minute da. Ich muss nur ein paar von meinen Sachen holen. Ich halte dich nicht lange auf, komm mit mir rauf in Sophies Zimmer.
Mit diesen Worten schlüpfte ich ins Haus, vorbei an dem Jungen, der sich noch immer nicht gefasst hatte.
—Hallo! Wach auf!
Ich rief laut und schüttelte Sven an der Schulter.
—Hast nicht mit mir gerechnet? Ach! Ich hatte das schon ganz vergessen. Keine Angst, ich bin dir nicht böse. Deine Neugier hat mich kein bisschen beleidigt.
Ich erinnerte mich an sein Spionieren bei mir und Sophie.
Da bemerkte ich ein Mädchen, das die Treppe herunterkam. Das Mädchen beugte sich vor, schaute mich durchs Geländer an und huschte schnell wieder nach oben.
Ich lachte.
—Sven, wissen deine Eltern, dass du in ihrer Abwesenheit Mädchen mit nach Hause nimmst? Na komm! Keine Sorge, ich verrate dich nicht. Du bist super, mach das schon länger so! Statt dich mit… Gut, gut! Ich halt die Klappe! Lass uns raufgehen, stell mich ihr vor. Versprochen! Ich erzähl ihr nichts über dich.
—Sven, warum bist du die ganze Zeit so still? Habt ihr was geraucht oder so?
Ich rannte die Treppe hoch. Kein Mädchen da. Stattdessen ein Junge, halb nackt, der fieberhaft schwarze Nylonstrümpfe von sich runterzog.
Jetzt war ich an der Reihe, den Mund vor Staunen aufzureißen. Nur ein paar Sekunden war ich verwirrt, dann brach ich in unbändiges Gelächter aus. Sogar Tränen kamen.
In Sophies Zimmer war alles auf den Kopf gestellt. Die Kommode mit der Unterwäsche stand offen, Schubladen herausgezogen, auf dem Boden lagen Strümpfe, Spitzenhemden, zerknitterte BHs und Slips durcheinander.
—Sven, stell mich deiner…
—Anna, das ist nicht so, wie du denkst. Das ist nur ein Witz. Markus und ich wollten uns ein bisschen die Langeweile vertreiben. Haben gewettet, ob wir den Mut haben, uns für den Spaß als Mädels zu verkleiden.
—Dein Freund Markus scheint richtig peinlich berührt. Nimm dir Zeit, junger Mann, reiß die Strümpfe nicht kaputt, vor allem hast du nichts drunter. Okay, Jungs, ich störe euch nicht.
Ich ging ins Bad, um meine Sachen zu holen.
Auf dem Tisch sah ich sofort meine Tasche, daneben lag ordentlich gefaltet mein Kleid. BH und Slip fehlten. Ich ahnte was, lächelte verschmitzt meinem Spiegelbild zu. Dann richtete ich meine Haare, holte aus der Tasche den Lippenstift und zog die Lippen nach.
—Hey, Jungs! Alles okay bei euch? Ich komm raus.
Ich trat aus dem Bad in Sophies Zimmer. Die Jungs hatten alles hastig aufgeräumt, das Zeug wahllos in die Kommodenschubladen gestopft. Markus hatte sich umgezogen. Er war etwas größer als Sven. Lange, glatte, strohblonde Haare, volle Lippen. Im Kleid hätte er wirklich als Mädchen durchgehen können. Gut, wenn er schon sechzehn war.
—Ich will schon lange verstehen, warum so nette Jungs wie ihr Mädels meiden, euch gegenseitig Gesellschaft leistet, während die irgendwo allein in ihrer Mädelsclique von Dates mit euch träumen und sich erfundene Abenteuer erzählen. Warum seid ihr an diesem schönen Abend hier zu zweit eingesperrt und spielt blöde Verkleidungsspiele, statt mit zwei Mädels zu viert Spaß in einem Eiscafé zu haben, im Kino oder wo auch immer.
—Anna, die Mädels schauen uns mit Markus nicht mal an. Die sind alle Zicken und Angeberinnen. Wir hängen nicht mit denen rum. Uns geht’s gut ohne sie.
—Womit prahlen die denn so? Ach ja! Mit ihren ganzen hervorstechenden Teilen! Na ja, die wollen einfach eure Aufmerksamkeit.
—Anna, hast du von diesen Minderheiten gehört? Na, das sind wir mit Markus.
Platzte Sven raus und wurde rot.
—Sven, Markus! Jungs! Ihr seid normale Kerle! Ihr habt nur eure natürliche Schüchternheit vor Mädels noch nicht überwunden. Ihr habt Angst vor ihnen! Ja, ja! Genau Angst! Angst vor diesen schwachen Wesen in Spitze, Schleifen und Bändern. Macht einfach einen Schritt auf sie zu, und ihr seht, die schämen sich noch mehr als ihr. Ihr seid Männer, der starke Teil, ihr müsst die Initiative ergreifen. Selten traut sich ein Mädchen, einen Jungen selbst zum Tanzen aufzufordern. Habt ihr nicht gesehen, wie die auf Schulfesten in Grüppchen zusammenstehen? Und dass sie laut lachen und über jemanden quatschen – das ist alles nur Show.
—Okay, ich trau mich, lade ein Mädchen zum Tanzen ein. Und wenn ich der nicht gefalle und sie nein sagt?
Sprach Markus zum ersten Mal.
—Als ob so Hübsche wie ihr nicht gefallen könnten! Angst vor Ablehnung – geht zu den Mädels, die allein rumstehen. Die sagen garantiert nicht nein! Und falls doch mal, nehmt’s gelassen, macht kein Drama draus. Wartet ab und versucht’s bei einer anderen. Lasst uns gleich üben. Sven, leg Musik auf!
Ich setzte mich auf den Stuhl, strich mein Kleid glatt, gab meinem Gesicht einen absichtlich hochmütigen Ausdruck. Sven schaltete Musik ein. Ich musterte die Jungs verächtlich, schaute weg, rümpfte die Nase, starrte an die Decke, gähnte demonstrativ, Hand vor dem Mund.
Sven kam mutig auf mich zu, verbeugte sich, hielt eine Pause.
—Darf ich Sie zum Tanzen bitten!
Sagte er laut und klar, und blieb mit ausgestreckter Hand stehen.
Ich hob langsam, ganz langsam den Blick zu ihm. Studierte ihn, dann skeptisch ins Gesicht.
—Ich tanze nicht!
Schnaubte ich und drehte mich scharf weg.
Sven zog die Hand ruckartig zurück, stand unschlüssig bei mir, und ging schließlich mit unsicherem Schritt davon.
Ich hielt den Lachanfall kaum zurück. Dann prustete ich los und lachte herzlich. Die Jungs lachten mit. Sie schienen sich nicht mehr vor mir zu genieren, benahmen sich natürlich.
—Anna, wir haben so eine in der Klasse. Auf dem nächsten Schulfest lade ich die ein – das wird ein Spaß!
Sagte Sven lachend und mit Tränen in den Augen, ganz aufgedreht.
—Jetzt bin ich dran!
Erinnerte Markus.
—Anna, bereit?
Ich hörte auf zu lachen, strich die Haare zurecht, versuchte ein gleichgültiges Gesicht zu machen, prustete wieder, fasste mich aber schnell.
Markus kam, warf seine langen glatten Haare zurück, blieb stehen, als ob er innerlich durchging, was er sagen wollte.
—Entschuldigung, tanzen Sie?
Ich schaute ihn schmachtend an, stand ohne Zögern auf, streckte die Hände aus, legte sie Markus auf die Schultern. Er umfasste zögernd meine Taille, und wir tanzten langsam, auf der Stelle, nicht ganz im Takt. Bald wurde Markus mutiger, seine Hände hielten mich fest und sicher am Rücken. Er war so groß wie ich, schlank, aus ihm wird ein guter Mann. Muss den Jungen dringend retten.
Ich legte den Kopf auf Markus’ Schulter und drückte mich noch enger mit der Brust an ihn. Die Reaktion kam prompt. Markus’ Bewegungen wurden unruhig, er zappelte. Und ich spürte einen heißen, wachsenden Druck an meinem Oberschenkel. Sein schneller Atem an meinem Hals bestätigte nur, dass mit dem Jungen alles in Ordnung war und er fürs weibliche Geschlecht noch nicht ganz verloren.
—Hey, ihr Süßen!
Machte Sven sich bemerkbar.
—Ich will auch!
Markus und ich ignorierten Sven, tanzten weiter, eng aneinandergeschmiegt.
Sven schaltete die Musik aus.
—Sven, Liebling, du bist auch ein toller Kerl, aber viel zu ungeduldig!
Tadelte ich ihn.
—Mach die Musik wieder an und komm her, lad deine Dame zum Tanzen ein!
Ich setzte mich auf den Stuhl. Sven legte langsame Musik auf und kam zu mir. Verbeugte sich schweigend, schaute mir direkt in die Augen. Ich machte keinen Witz mit ihm, stand einfach auf und reichte ihm die Hand. Wir gingen in die Mitte des Zimmers, Svens rechte Hand legte sich vorsichtig auf meine Taille, die linke etwas höher. Ich ließ meine Hände auf seine Schultern sinken, und wir bewegten uns fließend im Takt. Eine freche Idee schoss mir durch den Kopf. Ich umarmte Sven noch fester, beugte mich zu seinem Ohr und flüsterte.
—Sven, ich weiß, was für einen Slip du jetzt anhast!
Sven versuchte sich loszureißen, aber ich hielt ihn fest in den Armen.
—Ich will dich gar nicht beschämen, nein!
Flüsterte ich.
—Es schmeichelt mir sogar, dass so ein Kerl wie du meine Slips mag. Ich nehm sie dir nicht weg. Sag mir nur, was du damit machst? Nur anziehen? Glaub ich nicht!
Sven schwieg, drückte sich fest an mich, Gesicht abgewandt.
—Na gut, ich helf dir. Du hast sie total zufällig gefunden. Ja? Du wusstest gleich, dass es meine sind. Hast sie angeschaut. Ja?
—Anna, nicht! Mir ist das so peinlich!
Flüsterte Sven flehend.
—Sieht man, wie peinlich dir das ist, du Schlingel!
Tat ich empört und drückte fest mit dem Oberschenkel gegen die erregte Härte des Jungen.
—Schnell, sag, was du noch mit meinen Slips gemacht hast.
—Ich… ich hab mit ihnen geschlafen…
—Wie, geschlafen? Versteh ich nicht. Erzähl!
—Ich hab sie unter meinem Kissen gehabt. Nachts rausgeholt. Sie haben noch ein paar Tage nach dir gerochen. Und dann nicht mehr, und da…
—Was dann, mein Lausbub?
—Da hab ich in ihnen geschlafen und mir vorgestellt, ich wär ein Mädchen.
—Und hast natürlich an deinem Ding rumgespielt! Hast sie ordentlich eingesaut!
—Ich hab sie schon zweimal gewaschen.
—Und was habt ihr mit Markus gemacht? Nur ehrlich! Gib’s zu, Sex hattet ihr?
—Anna, denk nichts Falsches! Wir haben uns nur einmal gegenseitig geküsst und…
—Was? Keine Angst vor mir, sag’s frei raus.
—Noch haben wir so getan, als ob wir Liebe machen.
—Wie das, erzähl, das interessiert mich total!
—Markus hat sich in Sophies Sachen verkleidet, und ich mit ihm, als wär er ein Mädchen… hab mich draufgelegt und… zwischen den Beinen.
—Was, genauer, wohin zwischen den Beinen?
—Einfach, er hat die Beine fest zusammengepresst, und ich zwischen den Schenkeln… mit Vaseline geschmiert, damit’s glitschig ist… Dann hat er mir…
Erst da merkte ich, dass Sven am ganzen Körper zitterte, wie im Fieber. Wellen der Zuckungen durchliefen ihn, verebbten, kamen wieder.
—Mein Junge! Willst du’s so sehr!
—Anna, Anna.
Weinte er.
Große Tränen strömten unaufhaltsam. Er stieß mich weg, rannte ins Bad und knallte die Tür zu.
—Was ist mit ihm?
Fragte der verdutzte Markus.
Ich zuckte ratlos die Schultern.
—Weiß nicht, ich wollte ihn nicht verletzen. Lass ihn allein, er beruhigt sich. Übrigens, haltet euch nicht für was Einzigartiges und zieht keine voreiligen Schlüsse. In eurem Alter hatte ich auch eine Freundin, mit der wir alles Mögliche ausprobiert haben. Hat sich nicht auf mein späteres Leben ausgewirkt, genauer auf meine sexuelle Orientierung.
—Anna, Sven kommt nicht raus. Sorry, ich lass dich allein und schau nach ihm.
Markus klopfte an die Badezimmertür.
—Sven, mach auf, ich bin’s.
Die Tür ging einen Spalt auf, Markus schlüpfte rein, und sie knallte wieder zu.
Ich dachte nach. Etwas stimmte nicht. Ich hatte die Jungs zu sehr gedrängt. Hätte sanfter und vorsichtiger sein sollen. Die sind in dem Alter so verletzlich. Was jetzt? Wie das richten? Klar, zu mir, der in ihren Augen erwachsenen Tante, haben sie keine romantischen Gefühle. Aber unromantische – im Überfluss! Beide brannten für mich, einer mehr als der andere. Die Jungs verdienen Ermutigung, und ich ein bisschen Freude. Wird ihnen guttun. Nichts stärkt das Selbstvertrauen eines Jungen so wie das Gefühl von Macht über eine Frau; eine echte, schöne, erfahrene Frau.
—Warum eigentlich nicht!
Mit diesen Worten ließ ich die Träger von den Schultern gleiten und schlüpfte aus dem Kleid. Stieg drüber und, nur noch in Schuhen und Strümpfen, machte ich schnell das Bett zurecht. Schlug die leichte, dünne Decke zurück und legte mich auf das kühle Laken. Öffnete die Schuhe und warf sie auf den Boden, sie fielen nacheinander mit leisem Klacken. Ich wollte die Strümpfe ausziehen, überlegte es mir anders und blieb so. Legte die linke Hand unter den Kopf, entblößte einen Streifen ziemlich spärlicher, dunkler Haare in der Achsel. Bog das rechte Knie leicht und schob die Beine ein wenig auseinander. Mit der rechten Hand strich ich langsam über meine nicht übermäßig üppige, aber feste Brust mit harten braunen Nippeln. Dann strubbelte ich den Rest Haare am Schambein ein bisschen auf und wartete mit der Aufregung eines Schulmädchens, wann die Jungs endlich kommen.
Es verging kaum Zeit, aber viele Gedanken rasten durch meinen Kopf. Von… bis…
Na also, alles. Zu spät. Die Badezimmertür ging auf, und die baff Jungs stießen in der Tür zusammen, mit dummen, staunenden Gesichtern, starrten sie mich schweigend an.
Goyas Bild. Nymphe und Verführerin. Abgebrühte Schlampe! Jetzt jagen sie mich mit Schimpf raus, und sie haben recht.
Warum reg ich mich so auf! Wo gibt’s das, dass Jungs in so einem spannenden Alter so ein Weihnachtsgeschenk ablehnen!
—Na, wer von euch beiden ist der Mutigste? Wer will zuerst seine Unschuld verlieren?
Ich schaute den total verlegenen Teenagern schamlos in die Augen. Sich gegenseitig schubsend, kamen Sven und Markus langsam näher.
—Wow! Anna, du meinst das ernst? Das ist echt? Vielleicht träum ich? Markus, kneif mich! Eine nackte Frau vor uns im Bett – nein, unmöglich!
Ich leckte mir die Lippen, schloss die Augen lasziv, reckte mich wie eine Katze. Meine Brust wogte. Die Jungs starrten gebannt auf diese zwei leicht plattgedrückten, von ihrem eigenen Gewicht, unten ganz ungebräunten, blendend nackten, runden Hügel. Der kurzgeschorene Hügel verbarg die ersehnte Spalte am Unterleib nicht, und passte so gut zu den dunklen Strümpfen und dem milchweißen Streifen ungebräunter Haut unter dem Bikini. Bei beiden Jungs beulten die Hosen unnatürlich. Gesichter rot, Schweißperlen auf der Stirn. Sven flüsterte Markus schnell und erregt was ins Ohr, warf Blicke zu mir. Der wollte widersprechen, aber Sven drehte ihn um und schob ihn aus dem Zimmer. Markus wehrte sich.
—Markus, wenn Sven nichts dagegen hat, kannst du bleiben und zuschauen. Mir macht’s nichts, und ihr habt ja keine Geheimnisse voreinander.
Sven hörte auf zu schieben, Markus ließ sich sofort in den Sessel an der Wand fallen und knabberte konzentriert an den Nägeln, ohne mich anzuschauen. Sven kam zurück zum Bett, kniete sich drauf und beugte sich über mich.
—Sven, zieh dich vielleicht erst aus?
Lächelte ich, schaute dem Jungen weiter lasziv in die Augen. Er rutschte runter, und mit zitternden Händen riss er sich hastig die Klamotten vom Leib. Verhedderte sich in der Hose, hielt mühsam das Gleichgewicht. Ohne Knöpfe aufzumachen, zog er das Hemd über den Kopf. Fummelte an den Manschettenknöpfen, hielt’s nicht aus, zerrte fest und riss sie ab. Der Gummi der weißen langen Unterhose, fast bis zu den Knien, hing am Steifen fest. Sven zog runter, es klemmte, dann sprang er frei, klatschte laut gegen den Bauch und bebte. Für sein Alter, fünfzehnjähriger Bengel, war er was Besonderes. Der Unterleib bedeckt mit dichter, blauschwarzer Behaarung. Aus dem Dickicht ragte er fast bis zum Nabel, entblößt bis zum Unanständigen, mit blanker Eichel, perlendem Tropfen an der Spitze, ungeduldig wie eine gespannte Saite, der Schnabel eines brodelnden Teekessels. Der junge Hengst weckte Bewunderung in meinen Augen.
—Komm her, Liebling. Stell dich vor mir auf die Knie. Gleich weiht dich die Königin zum Ritter. Mein Blütenkelch ist schon offen und wartet, dass dein pelziger Schmetterling kommt, um meinen heißen, unersättlichen Blütenstaub zu sammeln.
Sven kletterte aufs Bett, kniete sich an meine Füße.
—Na, was für eine Gießkanne!
Lächelte ich innerlich.
—Sven, zieh mir den Strumpf aus, er gehört dir, du hast ihn verdient!
Sven rollte mit zitternden, ungeduldigen Händen den dünnen, glatten Nylon von meinem linken Bein. Dann erstarrte er, starrte lüstern und verzückt meinen nackten Körper an. Plötzlich warf er sich auf mich und küsste gierig meine Brust, dann den Bauch, wieder die Brust. Seine unbeholfenen, feuchten Lippen kitzelten meine Haut. Ich lachte, packte seinen Kopf und presste meine Lippen auf seinen heißen, noch ganz kindlichen, feuchten Mund.
—Küss mich so!
Löste ich mich endlich von seinen Lippen.
—Schau, wie ich’s mach.
Und wieder sog ich seine Lippen zu mir, schob die Zungenspitze zwischen seine geschlossenen Lippen und leckte Zähne und Zahnfleisch.
—Nicht die Lippen pressen, saug mit, aber im Takt mit mir, spür, was ich tu, und schluck deinen Speichel selbst. Nichts, schon viel besser! Toller Schüler!
Sven wurde kühner, rutschte tiefer und küsste erst zart, dann leidenschaftlicher meine Brustwarzen. Ich umarmte und streichelte seinen Rücken, Schultern, spitze Schulterblätter, zog ihn wieder auf meine Höhe, strich zart über seine kalten Pobacken. Er spannte sich an, hielt inne, und da spreizte ich die Beine weit.
—Ich bin ganz dein, Sven, nimm mich!
Er zitterte. Ich hielt die angewinkelten Beine in der Luft, umarmte seinen Nacken und küsste Wangen, Lippen, Nase. Wurde schnell müde, umklammerte die Knie, drückte sie an die Brust, spreizte die Beine noch mehr für Sven. Gleichzeitig fummelte Sven mit beiden zitternden, vor Verlangen bebenden Händen unten rum, versuchte den engen Eingang zu finden. Er stocherte wie ein blinder Welpe, immer woanders hin, und schnaufte mir dabei ins Ohr. Dann seufzte er mehrmals laut und tief, zitterte noch stärker, zuckte krampfhaft, und ein mächtiger kalter Strahl spritzte auf meinen Bauch, wieder und wieder, schwächer werdend. Sven sackte erschöpft mit seinem ganzen Gewicht auf mich, keuchte ein bisschen, hob den Kopf und schaute mich mit tränenvollen Augen an.
—Nichts ist passiert! Anna, bei mir hat’s nicht geklappt!
—Beruhig dich, mit dir ist alles okay! Interessant, was mit mir nach fünfzehn Jahren Enthaltsamkeit wäre! Du bist super! Und ich geh ja noch nicht!
Sven stand langsam und widerwillig auf und tappte auf wackligen, zitternden Beinen ins Bad. Ich schaute zu Markus, der schweigend an der Wand saß.
—Mutiger! Goldlockiger Schönling, deine Weihe zum Mann.
Markus ließ sich nicht lange bitten, zog sich blitzschnell aus und stand da, schamhaft die Hände vorm Unterleib gekreuzt. Er war, obwohl einen halben Kopf größer als Sven, noch ganz Junge, und schien sich für seinen noch nicht voll ausgewachsenen, aber im Gegensatz zu Sven unbeschnittenen zu schämen.
—Keine Angst, du hast gesehen, ich beiße nicht. Entspann dich, nicht so verkrampft. Mut!
Markus kniete sich vors Bett und neigte den Kopf. Ich setzte mich auf, drehte mich zu ihm und küsste seine Stirn.
—Zieh den letzten Strumpf aus, er ist jetzt deiner.
Markus zog ohne Eile, geschickt den letzten Strumpf von meinem rechten Bein und legte sich schweigend, ohne mir in die Augen zu schauen, auf mich drauf und ging ohne Küsse, ohne Streicheln sofort zur Sache. Ich wusste, wie wichtig für einen Mann das erste Eindringen im Leben ist. Also spannte ich die Muskeln am Eingang so an, dass sogar der kleine von Markus nicht gleich reinging, sondern umklammert von einem engen Ring allmählich spürbaren Widerstand überwand. Er versteckte das Gesicht an meiner Schulter, atmete heiß in meinen Nacken und glitt schnell wie ein Hase rhythmisch auf und ab über mich, stützte sich auf meine flachgedrückte Brust. Ich half Markus, hob mich seinen Stößen entgegen und drückte im Takt mit den Händen auf seine Pobacken. Er hielt keine Minute durch, stieß noch schneller und tiefer, und ich spürte Ströme Samen in mir. Dann rollte er sich sofort auf den Rücken und legte sich neben mich. Er war schweißnass und atmete schwer. Nach einer kleinen Pause fragte ich.
—Markus, bist du sicher, dass das dein erstes Mal war? Mir kam’s vor, als wüsstest du genau, was du tust.
—Anna, du hast recht, ich hab’s oft gemacht und mit verschiedenen Mädels, aber leider nur in meinen Träumen und Fantasien. Und ich hab spezielle Bücher gelesen über…
—Markus, nur ehrlich, hab ich deine Erwartungen enttäuscht? Keine Angst, mich zu verletzen, sag’s, wie’s ist!
—Anna! Du bist grandios, zauberhaft und unglaublich! Ich hab deine Erwartungen enttäuscht! Ich hab dich gar nicht befriedigt.
—Lieber Markus, ich brauch dafür ein bisschen mehr Zeit. Und ein bisschen mehr Zärtlichkeit. Bei dir klappt das! Ich versteh dich, mach dir nichts draus, du bist ein toller Kerl!
—Anna, mach dich nicht lustig! Meiner ist doch winzig!
Fast weinte Markus.
—Dummerchen! Hauptsache, ich spür ihn gut. Hast du nicht gemerkt, dass meine ihn nur mit Mühe reingelassen hat? Heul nicht rum, du bist jetzt ein Mann!
—Und ich?
Erst da bemerkte ich, dass Sven schon im Zimmer war und schweigend aus dem Sessel zuschaute.
—Du? … Noch zur Hälfte. Aber wenn du schnell zu uns kommst, richten wir das Missgeschick blitzschnell.
Und ich winkte Sven her. Markus wollte aufstehen und gehen, aber ich umarmte ihn, küsste seine Wange und bat.
—Geh nicht, Markus, ich will das so!
Sven mit seinem Steifen voraus ließ sich nicht zweimal bitten. Ohne sich vor dem Freund zu genieren, packte er mit den Händen fest meine Brust, setzte sich auf meine Oberschenkel und Unterleib, beugte sich runter und küsste Lippen, Hals. Ging tiefer, saugte stark, schmerzhaft an den Nippeln, machte schmatzende Geräusche, küsste meine Brust. Ich griff nach Markus’ Kopf und zog ihn runter. Zuerst kapierte er nicht, dann dämmerte’s ihm, was ich wollte, und er schob den auf mir sitzenden Sven weg, küsste und streichelte meine Beine, Schenkel, Bauch. Sven hockte halb neben mir und liebkoste den oberen Teil meines vor Verlangen bebenden Körpers. Ich spreizte die Beine und lenkte Markus’ ausweichenden Kopf mit festem Griff zu meiner Scham. Gute Bücher hatte der Junge gelesen! Seine Zunge fand sofort meinen geschwollenen, aufgerichteten, ungeduldigen Punkt. Ein Schauer der Wonne durchzuckte mich jedes Mal, wenn Markus’ Zunge diese empfindlichste Stelle berührte. Zwei Jungs verwöhnten mich gleichzeitig. Ich konnte die leidenschaftliche Erregung nicht mehr halten. Mit der linken Hand umfasste ich fest Svens steinharten, mit der rechten steuerte ich Markus’ Bewegungen. Ohne mich zurückzuhalten, schüttelte ich mich in Krämpfen, stöhnte laut, bog den Rücken durch und biss mir mit geschlossenen Augen vor unermesslichem Genuss auf die Lippen. Der Höhepunkt kam plötzlich, ich schrie auf, als eine mich zerreißende Welle aus Feuer, die irgendwo unten in Rücken und Bauch zugleich entstand, sich den Rücken hoch und runter bis in die Zehenspitzen ausbreitete. Sven schob Markus grob weg und kletterte auf mich. Ich zuckte noch in den Zuckungen des Höhepunktparoxysmus, als er seinen riesigen Schwanz in meine vor Verlangen brennende, offene Tiefe schob. Er drang tief und schmerzhaft ein, aber ich wollte diesen Schmerz, ging ihm entgegen, versuchte ihn in der tiefsten Stelle zu halten. Das ohnehin unerträgliche Vergnügen zu steigern. Keuchend und schwitzend entlud Sven all seinen aufgestauten Samen und Leidenschaft in mir und hob sich dann, glücklich lächelnd, schwer atmend über mir und schaute in meine trüben, entrückten Augen. Mit beiden Händen umarmte ich die zwei Jungs gleichzeitig.
—Meine Lieben! WIE gut mir’s geht! Markus, du bist ein Wunder! Deine Zunge! Ich spür sie noch immer in mir!
—Und ich!
Rief Sven.
—Na ja… Du bist auch super.
Scherzte ich. Ich verlor komplett das Zeitgefühl. Merkte nicht, wie’s dunkel wurde, dann wieder hell. Manchmal wischten wir mir mit einem Handtuch Beine und Unterleib ab und fingen von neuem an mit endloser Folge von Küssen, Umarmungen, Vereinigungen, Freudenschreien, Stöhnen, heißem Schweiß, zerknitterten Laken und verstrubbelten Haaren. Wir waren gleichzeitig erschöpft. Die Jungs schliefen ein und ließen mich nicht mal im Schlaf los. Als ich aufstehen wollte, um zu duschen und mich endlich zurechtzumachen, hob der müde, schläfrige Sven den Kopf und lallte.
—Anna, geh nicht! Wir schlafen ein bisschen und lieben dich wieder…
Er brachte’s nicht zu Ende und fiel zurück aufs Kissen. Schwankend stand ich auf, Nebel im Kopf. Tastend erreichte ich das Bad. Schob die Duschtür zu, drehte den Hahn auf und fing genüsslich mit dem Gesicht die kalten, peitschenden, belebenden Strahlen auf. Ich weckte die zwei Engelchen nicht, sie schliefen zu süß. Und es blieb fast ein ganzer Tag – genug Zeit, bis Svens Eltern kamen, auszuschlafen und Spuren zu beseitigen. Leise, um keinen Lärm zu machen, packte ich meine Sachen und schloss, nach einem letzten Blick, langsam die Zimmertür hinter mir. Ging die Treppe runter, öffnete leise die Haustür, trat raus und zog sie ebenso leise zu. Die Absätze klackerten auf den Platten des Wegs, die Autotür schlug zu, der Motor sprang an, und ich verschwand im Trubel und Lärm der großen Stadt. Noch Tage später kam’s mir vor, als würde ich durch und durch nach der Feuchtigkeit junger, aggressiver Samen riechen.


