Ich kam gerade aus einer Moskau-Reise zurück und träumte davon, in meinem Abteil entweder eine nette, unkomplizierte Frau als Begleitung zu haben oder ein paar anständige Kerle, mit denen man Karten spielen könnte.
Aber Murphys Gesetz gilt immer. Zuerst stieg ein Typ ein, der mit seiner ganzen Haltung zeigte, dass er wer weiß was für eine große Nummer war, und der, wie sich herausstellte, nur bis zur nächsten Haltestelle fuhr.
Und dann wuchtete sich diese Tante rein, behängt mit Taschen, Tüten und Gott weiß was noch. Der Zug setzte sich langsam in Bewegung.
Die Tante fing an zu wuseln, stopfte ihren Kram in die Regale, holte etwas raus, räumte um, und zum Schluss jammerte sie los, dass sie Brot vergessen hatte zu kaufen. Wie soll man da nur die lange Fahrt überstehen?
Ich dachte, die springt gleich aus dem Zug wie Anna Karenina. Musste die Verrückte retten, zog einen ganzen Laib aus meiner Tasche und versicherte ihr, dass es für sie auch reicht.
So fing unsere Reisebekanntschaft quasi mit einem simplen Stück Brot an.
Dann die üblichen Gespräche: Wer bist du, woher, was machst du beruflich, Familie, Kinder und so weiter. Auf den oberen Plätzen stieg mal einer ein, mal aus; die spielen in der Geschichte keine echte Rolle, drum lass ich sie weg.
Unter dem Rattern der Räder und aus purer Langeweile flossen die Worte nicht als Rinnsal, sondern als Strom. Meist redete sie, hatte wohl Sehnsucht nach Unterhaltung.
Ihre Kinder waren schon groß, lebten mit eigenen Familien. Mal fuhr sie zu ihnen, um Enkel zu besuchen, mal kamen die Jungen zu ihr auf Tee.
Den Rest der Zeit war Valentina – so hieß meine Mitreisende – allein. Ich traute mich nicht zu fragen, welcher Nationalität sie war, aber an ihrem leichten Akzent und der Hakennase erkannte man die Südländerin.
— Mann? Ach, der Mann… Hatte ich mal, aber ich hab ihn rausgeworfen, seufzte sie auf meine Frage.
— Für ihn war ich, wie er sagte, keine richtige Frau.
Ihre Stimme zitterte, man sah, die Kränkung saß noch tief. Wollte das Thema nicht aufwühlen, falls es wehtat.
Aber zu meiner Überraschung fing sie selbst an zu erzählen. Mir blieb nichts übrig, als zuzuhören und ab und zu verständnisvoll zu nicken.
An diesem Tag auf der Fahrt erfuhr ich alles über sie: von den zärtlichen Werbungen ihres Ex-Mannes, wie er als Student am Institut um sie warb und sie schließlich eroberte.
Er war ihr Erster und Einziger. Als sie merkte, dass er eine Geliebte hatte, sagte sie nichts, ertrug es stumm.
Ihre weibliche Seele rebellierte erst, als er ganze Nächte verschwand, heimkam und sie ohne Scham mit der anderen verglich, sie kritisierte, belehrte.
Da gab Valentina ihm den Laufpass. Allerdings, wie ich verstand, wollte er selbst gehen.
Sie bereute es nicht, aber mir schien, tief drin tat ihr diese reine, einzige Liebe leid, die sie ihm geschenkt und all die Jahre gehütet hatte.
Beim Zuhören dieses Frauengejammers stellte ich mich mal auf ihre Seite, mal verstand ich den Kerl; meist hörte ich einfach zu, ließ sie ausreden.
So verging der Tag mit Gesprächen und dem Lesen mitgebrachter Bücher. Vor uns die Nacht, frühmorgens steig ich aus, ein paar Stunden später sie am Endbahnhof.
Gegen vier Uhr nachts, letzte große Haltestelle vor meiner. Der dritte Passagier steigt aus, keiner neu.
Ich seh, sie ist auch wach, schläft nicht.
— Na, von dem Trubel aufgewacht, und jetzt komm ich nicht mehr in den Schlaf.
Im Abteil Halbdunkel und das leise, gleichmäßige Tschuk-tschuk… tschuk-tschuk. Ich schau ihr Profil an, und das Herz stockt.
Sie wie eine Königin Lucrezia: klare Linien, Eleganz, Adel. Von ihr weht etwas Magisches, Sexuelles.
Später, beim Erinnern, kapierte ich nicht, warum mir ausgerechnet Lucrezia einfiel? Wahrscheinlich Kindheitserinnerungen, die aus dem Unterbewussten krochen, als Mama mir ein Buch über sie gab, und ich diese starke Frau bewunderte.
Und da, in diesem engen Nachtabteil, überrollte es mich. Wollte sie einfach berühren, ihre Wärme spüren, die Realität checken.
Ich streck die Hand unter dem Tisch aus und streichle ihre ein paar Mal. Ihre Wimpern zittern, aber sie zieht sie nicht gleich weg, tut’s dann doch und flüstert „nicht“.
Ein paar Sekunden lieg ich einfach da, versuch, meine Fantasie zu zügeln und das aufsteigende Fleisch zu beruhigen. Nein, geht nicht.
Sie wie ein Rätsel, muss es lösen, den Sieg schmecken. Langsam, um sie nicht zu erschrecken, setz ich mich auf mein Bett, steh auf, mach einen Schritt, setz mich auf ihres.
Spür, wie sie sich anspannt, Augen zu, in der Hand den Rand der Decke geklammert. Leg mich neben sie, zitter selbst vor Erregung.
Sie rückt unwillkürlich, dreht sich, gibt Platz, endet mit dem Gesicht zu mir.
— Ich küss dich nur und streichle dich, hab keine Angst, Valentina!
Wart nicht auf Nein oder Ja, küss wie verrückt Gesicht, Hals, Haare. Sie, Augen immer noch zu, lässt es zu, aber ich spür ihr schnelleres Atmen, das pochende Herz.
Drück mich an ihre Lippen, sie erwidert zögernd. Streichle Haare, Gesicht, Hals, schlag Decke und Laken zurück, schieb Hand unter T-Shirt.
Wie eng und unbequem auf dieser Pritsche! Hand gleitet über Rücken, stößt auf BH-Verschluss, knackt ihn gewohnt, taucht unter, erreicht Brust.
Weich und warm, nicht wie bei Jungen, aber egal. Zwirbel Nippel, nehm ihn in den Mund, saug genüsslich, spür Härte, und mein Schwanz ist längst hart, will kämpfen.
Ohne Brust zu lassen, gleit Hand runter, streichle über Slip. Sie zittert am ganzen Körper, quietscht leise „oi“.
Ermutigt, schieb Hand rein. Schamhaar nicht rasiert, aber nicht wild, Lippen groß, drin feucht.
Spiel mit Fingern an Lippen und Kitzler, seh, wie Valentina abdriftet, steh auf für Sekunden, zieh Shorts und Slip aus, werf sie rüber.
Dreh mich zu ihr, zieh Slip runter, heb T-Shirt mit BH hoch, leg mich wieder, aber nicht seitlich, sondern auf sie.
Merk, sie hält mit einer Hand das Laken an der Wand fest, denkt wohl noch halb, sich zu decken. Nein, ich bin im Rausch, von mir entkommst du nicht!
Trotz Rattern der Räder auf Schienen vermeiden wir Worte. Fast alles still. Brauchten auch keine.
Fang an, sie zu ficken, erst vorsichtig, dann schneller, Tempo wechselnd. Valentina stößt manchmal mit Hüfte nach, liegt mal wie weg, umarmt mal meinen Hals, drückt fest an sich.
Die Stellung wird unbequem, lieg schräg, Seite taub, mach Pause. Zieh Schwanz raus, leg mich wie am Anfang, auf die Seite, und mit Hand reib ich den geschwollenen Kitzler.
Da alles nass, Kitzler hüpft fast vor Erwartung. Nicht lange reib ich, spür, wie sie sich fester an mich presst, Lippen in meinen Hals drückt, um Laute zu dämpfen, stöhnt im Orgasmus, Körper zittert fein.
So rührend diese Stöhner, fast wie Weinen…
Wären wir in ner normalen Wohnung oder Hotel, nach Dusche, hätte ich nicht widerstanden, sie zu Blasen animiert, und in Mund gekommen. Aber hier? Zu wild, unpassend für Oral in so ner Umgebung.
Drum, bisschen später, stell ich Valentina auf alle Viere aufs Bett, steh selbst auf dem Boden, fick genüsslich den nachgiebigen Frauenkörper, streichle die großen weißen Arschbacken.
Jetzt, wo’s läuft, wirkt sie nicht mehr mysteriös, unnahbar wie Königin Lucrezia, sondern wie ne normale, aber schmerzhaft begehrte Frau.
Übrigens, ihre Figur nicht dick (auch nicht dünn), ganz gewöhnlich, aber der Arsch beeindruckend. Unterwegs spreiz ich Backen, tast Anus-Loch, kein Zucken, kein Protest.
Wieder: Mit Hygiene hätt ich’s in die „höllischen Tore“ probiert, aber… reine Fantasie.
So, erhitzt von diesem unerwarteten Sex und Gedanken, brems ich Orgasmus nicht. Schätz ihr Alter (wenn zweite Tochter 26 ist, dann sie…), Schwangerschaft unwahrscheinlich, zieh trotzdem raus, komm auf ihren Arsch, so weiß und geil, mmmm…
Wisch alles mit Handtuch ab, beug mich über sie, flüster ins Ohr:
— Valentina, das war unglaublich! Du bist eine tolle Frau! Danke!
Sie dreht sich erschöpft auf den Rücken, Augen glänzen im flackernden Laternenlicht, auf dem Gesicht schwebt ein glückliches Lächeln. Zögert, sucht Worte, flüstert:
— Ja… Hätte nicht gedacht, dass es klappt. Dachte, ich bin keine Frau mehr.
— Ach Quatsch! Bist du n Mann oder was? Ach, meinst das… Keine Tage mehr, also keine Frau? Blödsinn!
— Nicht nur das. Mir haben sie vor nem Jahr die Gebärmutter rausgenommen.
— Du als Mann verstehst das nicht. Aber mach dir keinen Kopf, war super, sag ich, hätte nicht erwartet, dass ich Sex kann, Orgasmus, einfach Verlangen nach nem Mann.
— Hatte schon vergessen, wie das ist. Und hier, wie verhext, als wär’s nicht ich, die dalag und wartete, bis du kommst… Danke, dass du mich für ne Weile jung gemacht hast!
— Dann wiederholen wir’s bei Gelegenheit? Bin oft in deiner Stadt.
Und in meiner Fantasie mal ich schon Bilder, wie ich ihre „höllischen Tore“ knacke, welchen Blowjob sie mir gibt…
An ihrem Lächeln sah ich, dass es ein Nachspiel geben würde!
P.S. Das war am Morgen des 8. März 2011.
Hab sie danach mehrmals angerufen, Treffen vorgeschlagen. Klappte nicht.
Mal neuer Enkel geboren, sie total beschäftigt, mal heiße Berichtszeit auf Arbeit, mal Verwandte im Urlaub da, sie wuselt um sie, mal Renovierung zu Haus, Handwerker nicht allein lassen, mal Beerdigung…
Hab schon gedacht, Ausreden, will nicht mehr. Fragte direkt.
— Valentina, sag’s geradeheraus, wenn’s dir nicht gefallen hat und du kein Treffen willst, dann lass ich dich in Ruh.
— Glaub mir! Will sehr, mach mir Sorgen, dass immer was dazwischenkommt. Wenn’s passt, ruf an, ich versuch’s echt, dass wir uns sehen.
Und am 14. Februar nächsten Jahres, nach Valentinsgrüßen, kamen solche SMS.
Ich: Denkst du, Treffen nur einmal im Jahr, an großen Feiertagen?
Sie: Bitte vergiss mich nicht! Du hast mich zur Frau gemacht, zum zweiten Mal, und wenn ich dir noch begehrenswert bin, treffen wir uns bestimmt, mein zweiter und letzter Mann…

