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Nächtliche Verführung im Dienst

Acht Uhr abends. Die Tore der städtischen Klinik schließen sich. Die Etagen des Gebäudes erfüllen eine eisige, seelenzerreißende Stille. Und nur im Zimmer des diensthabenden Arztes glüht ein Funke Leben.

Matteo, oder wie man ihn hier nennt, Matteo Alessandro – ein erfahrener Gynäkologe mit acht Jahren Praxis.

Dieser große, dunkeläugige Braunhaarige ist Frauen fast unzugänglich, außer denen, die seine Patientinnen sind. All seine freie Zeit widmet er seiner ersten Leidenschaft – der Fotografie, Freunden und dem vierbeinigen Kumpel, dem Spaniel Bruno.

Matteo blickt auf die Uhr und stellt mit Missfallen fest, dass seine neue Assistentin Giulia auf die Nachtschicht bereits vierzig Minuten zu spät kommt.

Giulia – eine zwanzigjährige frisch ausgebildete Hebamme. Stets in ihre Arbeit vertieft, in weitem weißem Kittel und Mullbinde, die fast die ganze Schönheit ihres jungen Gesichts verschlingt, wirkt sie äußerlich klein und unscheinbar. Begonnen hat Giulia erst vor drei Monaten, doch in dieser kurzen Zeit hat sie bereits gezeigt, dass sie in ihrem Job einfach unersetzlich ist.

—Wo ist sie? Etwa ein Date? Mit wem? – plötzlich ertappt er sich dabei, wie er an sie denkt und wartet.

—Nein, sie interessiert mich nicht. Nach Elenas Tod wäre das einfach Verrat. – Er versucht, sich selbst zu überzeugen.

Elena war seine erste und einzige Liebe. Sie saßen in der Schule am selben Tisch, studierten zusammen, am selben Fachbereich.

Aber das Schicksal war grausam. An einem winterlichen Abend kam sie von einer Freundin zurück. Es schneite heftig. Sie bemerkte das Auto nicht, das um die Ecke bog… Das Mädchen starb zwei Tage später in Matteos Armen, ohne das Bewusstsein wiederzuerlangen.

Danach gab Matteo sich das Wort, dem gesamten weiblichen Geschlecht gleichgültig gegenüberzustehen, und seit Jahren hat er es nicht gebrochen.

Ein gedämpftes Klopfen irgendwo unten holt ihn in die Wirklichkeit zurück.

Er öffnet die Tür zum Personaleingang. Vor ihm, wie er es vermutet hat, steht Giulia.

—Guten Abend, Matteo Alessandro, entschuldigen Sie, ich hab mich verspätet. Da sind überall Staus, – von dem Mädchen steigt ein berauschender Duft auf, eine Mischung aus Parfüm, Alkohol und Zigarettenrauch.

—Sie sind eine ganze Stunde zu spät. Bei Ihrer Position ist das einfach inakzeptabel. Ich dachte, für Sie zählt vor allem die Arbeit, nicht das Vergnügen. Ich bitte Sie, dass das nicht wieder vorkommt.

—Natürlich, verzeihen Sie, – das Mädchen ist sichtlich betrübt. Na, warum hat sie nie Glück. Ging zur Geburtstagsfeier einer Freundin, war als Erste weg, und dann auch noch zu spät zur Arbeit. In ihren Augen glänzen Tränen.

Jetzt, ohne die tarnende Arbeitskleidung, wirkt sie einfach atemberaubend schön.

Unter der offenen Jacke schimmert ein umwerfendes Abendkleid hervor, und an der Frisur hat sie wahrscheinlich einen halben Tag gearbeitet, das herrliche Make-up passt so perfekt zu diesem Frühlingsabend.

Plötzlich fühlt er sich wie ein furchtbarer Schurke. Sie ist so jung, so schön, versucht, das Leben zu genießen, und er wirft ihr das vor.

Er weiß doch besser als jeder andere, wie gewissenhaft sie ihre Arbeit nimmt.

—Ich bin sicher, dass nur die Staus schuld sind, – versucht der Arzt mit freundlichem Ton, das Mädchen aufzumuntern. – Gehen Sie sich umziehen, und kommen Sie dann zu mir.

Zehn Minuten später ist sie schon in seinem Zimmer.

—Giulia, schreiben Sie das hier und das um. – Matteo reicht dem Mädchen ein paar Blätter.

—Matteo Alessandro, kann ich mit Ihnen sprechen, als Arzt? – fragt das Mädchen unerwartet.

—Ja. Haben Sie irgendwelche Probleme?

—Es ist eine sehr persönliche Frage, aber ich weiß, dass ich Ihnen vertrauen kann. In der Zeit, die ich hier arbeite, hab ich gemerkt, dass Sie ein echter Spezialist sind, und hab mich entschieden, genau zu Ihnen zu kommen.

—Was ist denn das Problem? Was beunruhigt Sie so?

—Ich glaube, ich bin frigide. Mein Körper reagiert gar nicht auf männliche Zärtlichkeiten.

—Wirklich? Und wann haben Sie das gemerkt? Heute? – aus irgendeinem Grund fühlt er das Mädchen als sein Eigen, Eifersucht wallt in ihm auf, aber er reißt sich zusammen. – Ich kann Ihnen natürlich ein paar Tipps geben, erklären, aber eigentlich kümmern sich Sexologen um so was.

—Ich brauch keine professionelle Beratung. Ich will einfach wissen, warum das so ist.

—Na ja, der erste Grund ist eine schmerzhafte, abrupte Entjungferung. Was haben Sie beim ersten Mal gefühlt?

—Nur Schmerz. Aber das war vor drei Jahren. Kann das wirklich noch wirken?

—Durchaus möglich, aber mich interessiert, ob Sie in der ersten Nacht auch nichts gespürt haben, als Ihr Partner Sie gestreichelt hat?

—Es gab gar keine Streicheleinheiten. Ihm war egal, was ich fühle.

—Hat er Sie etwa mit Gewalt genommen?

—Man könnte es so sagen, aber ich will nicht mehr dran denken.

—Dann liegt die Ursache wohl eher in einem psychischen Trauma. Sie versuchen, die Nähe mit einem Mann zu genießen, aber der Körper erinnert sich sofort an den ersten Schmerz.

—Und ich bleib für immer so?

—Ich kann Ihnen helfen, aber Sie müssen bedenken, dass ich das als Arzt tue und nur so. Wenn Sie sich erinnern, dass ich auch ein Mann bin, wehrt sich der Körper sofort.

Er sagt ihr, sie soll sich in den gynäkologischen Stuhl setzen. Nach einer kurzen Untersuchung beruhigt Matteo das Mädchen:

—Keine körperlichen Abweichungen bei dir. Also steckt das Problem wahrscheinlich in deiner psychischen Wahrnehmung. Du musst lernen, dich zu entspannen. Ich kann nur deine Sinnlichkeit wecken, der Rest hängt von dir ab.

—Danke, aber ich…

—Siehste, schon wieder Angst. Sag mal fünfmal das Wort ‚Sex‘.

Sie lacht. Alles wirkt so einfach, und Matteo bereitet derweil ein paar Zigaretten aus Beifuß vor. Glimmend verbrennen sie die Haut nicht, selbst so zarte wie die des Kitzlers, sondern regen bestimmte Punkte am Körper an, wecken Erregung.

In ein paar Minuten intensiver Arbeit schafft Matteo das Unmögliche: Giulia zittert am ganzen Leib vor Lust, die sie zum ersten Mal erfasst.

Sie stöhnt, ohne es zu merken. Die Blütenblätter ihres Verlangens öffnen sich auf der Suche nach noch größerem Genuss.

Matteo kann sich nicht mehr beherrschen. Er beugt sich vor und küsst sie genau dort, wo sie es am meisten will. Eine Welle von Empfindungen folgt als Antwort.

Giulia tobt. Sie will nur eins – die Freude der vollen Nähe mit einem Mann kennenlernen. Ohne sich Rechenschaft abzulegen, völlig dem Verlangen ergeben, das sie zerreißt, beginnt sie, den Reißverschluss seiner Jeans zu öffnen. Dort pulsiert das, was fast ohnmächtigen Orgasmus bringen kann.

Das Geschehen verlagert sich auf den Boden. Matteos Verstand setzt aus bei ihrem Körper, den leicht bräunlichen, steifen Brustwarzen, den Halbkugeln der Pobacken.

Giulia gelingt es endlich, die bebende männliche Kraft zu befreien, deren Anblick eine neue Woge der Erregung über sie hereinbrechen lässt.

Sie nimmt seinen Schwanz in den engen, rosigen Ring ihrer Lippen und spielt mit der Zunge an seiner zitternden Spitze. Matteo stöhnt heiser auf.

All die Jahre ohne Elena war Sex für ihn farbloses Vergnügen. Aber so ein Mädchen wie Giulia trifft er zum ersten Mal. Ihre temperamentvollen Reaktionen auf seine Zärtlichkeiten treiben ihn in den Wahnsinn. Keine Frau hat ihm je so geantwortet. Er kann sich nicht länger zurückhalten, aber im Gedenken an Giulias psychische Angst schickt er zuerst den Zeigefinger in ihr von Saft durchtränktes Verlangen. Sie ist bereit, ihn aufzunehmen. Die Pupillen weiten sich, die Augen verdunkeln sich. Und ohne sich weiter zu zügeln, dringt er in sie ein.

Jede Bewegung seiner Hüften versetzt Giulia in rasenden Rausch.

Und endlich erreicht der Genuss seinen Höhepunkt, und sie schwebt plötzlich auf Erdenumlaufbahn. Als er spürt, dass die Partnerin den Orgasmus erreicht hat, lässt Matteo seinen eigenen Gipfel nicht länger warten. Die glücklichen Liebenden schlafen so auf dem Boden ein.

Morgens quietscht die Zimmertür, und die ahnungslose Putzfrau tritt ein. Bereit, mit ihrer üblichen Arbeit zu beginnen, stellt sie den Eimer mit Wasser ab und schaltet das Licht ein. Und plötzlich sieht sie zwei nackte Menschen, von denen einer eindeutig der von ihr hochgeschätzte Matteo Alessandro ist.

—Welche Verderbtheit! – Mit dem Schrei springt die Frau aus dem Zimmer und kippt den Eimer um.

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