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Nächtliche Verführung der Schlangenlady

Montag ist ein harter Tag. Der Arbeitstag war noch nicht zu Ende, aber Thibault machte sich schon auf den Heimweg. Er speicherte die Datei ab und schloss alle Programme. Plötzlich klingelte, total unpassend, das Telefon auf seinem Schreibtisch. Es war jemand aus dem Team, über die interne Leitung. Sonst hätte das Telefon beim Sekretär vibriert.

— Hallo.

— Thibault, kommst du mit Karten spielen?

„Rémi, alter Sack. Konnte das nicht früher kommen?“

— Nee, ich wollte eigentlich nach Hause. Meine Frau hat morgen Geburtstag. Muss alles vorbereiten.

— Ach, komm schon. Morgen ist nicht heute, und wir feiern gleich mit. Ich hab Antoine schon angerufen, er kommt um sechs.

— Okay, warte, ich überleg’s mir.

Und Thibault legte auf.

„Was gibt’s da zu überlegen? Spielen wir halt.“

Er klickte mit der Maus unten am Bildschirm. Das Menü zeigte die Uhrzeit: 16:47. Konnte sein, dass seine Frau noch im Büro war. Die Leitung in die Stadt ging sofort durch, nur noch die Nummer tippen.

— Hallo, Firma Erfolg.

— Guten Tag, kann ich Camille sprechen?

— Einen Moment.

— Hallo?

— Camille, ich bin’s, Thibault. Schätzchen, wir haben heute Abend eine Lieferung, ich muss sie abholen.

— Das gefällt mir nicht.

— Mir etwa? Ist halt der Job.

— Na gut, wann kommst du?

— Ich komm schon. Wann? Sobald wir fertig sind. Glaubst du, ich hock hier freiwillig rum? Mach Abendessen, falls ich früher komme.

„Bis morgen früh wär’s ideal.“

— Okay. Lauf nachts nicht allein rum, nimm das Auto.

— Mhm, tschüss, küss dich.

— Tschüss.

Thibault legte auf und stieß sich mit den Füßen vom Tisch ab. Der Stuhl rollte drehend durchs Zimmer.

— Manon, kommst du mal? Schnell, schnell.

Das Mädchen sprang auf von dem lauten Ruf, fast einem Schrei. Sie rannte zu seinem Tisch, einen Fuß im Stiefel, den anderen in der Pumpe.

— Was ist los, Thibault?

— Manon, darf ich dich küssen?

— Oje, Sie haben mich erschreckt. Ich dachte, es ist was passiert. Und wieder Ihre Witze.

— Manon, Witze sind nicht das Wichtigste an einem Mann. Aber du lässt mich nicht mal zeigen, was ich draufhab.

— Ich geh nach Hause.

— Auf keinen Fall! Meine Frau kommt gleich!

Manon winkte ab. Thibault stand auf und ging ins Nebenzimmer, wo Rémi saß.

— Alles klar, was trinken wir?

— Ah, gleich zur Sache.

— Vielleicht Cognac? Unten war welcher da, zum Kiosk mag ich nicht.

— Gut. Und Knabberzeug? Müssen eh in den Laden.

— Ach, komm, im Kühlschrank ist noch was vom Mittag. Und im Laden holen wir Mist. Kalt draußen, ich geh nicht raus.

— Überredet. Hast du Kohle?

— Reicht, zahlst später zurück.

Thibault sauste runter in den ersten Stock, wo ein kleiner Laden war – wie ein Kiosk, nur drinnen. Unterwegs umarmte und kniff er Manon, die gerade ging. Unten kaufte er die letzte Flasche Festtagswein, dazu chinesische Nudeln, die nicht passten. Und Schokolade für Manon, damit sie nicht sauer war.

Und dann: Sie war ein nettes Ding, vielleicht mal… Aber sie ließ sich nicht auf die Wange küssen. Drum patschte er ihr zum Abschied auf den runden Hintern. Kleiner Spaß, aber nett.

— Bis morgen. Komm vorbei, wenn du mich vermisst.

Antoine kam pünktlich, fünf vor sechs. Rémi hielt alle auf, musste irgendein Projekt fertig machen. Währenddessen druckte Thibault das Spielfeld aus und kopierte es auf A3. Blieb nur, den Tisch im Konferenzraum zu decken. Stühle rücken, Fernseher an.

Gerade hingesetzt, sah er Antoine den Cognac mit dem Messer öffnen. Da fiel’s ihm ein, er schlug sich an die Stirn und holte die Karten. Genau da tauchte Rémi auf.

— Dachte, bei euch ist schon alles parat.

— Klar, du Schnellmerker.

Thibault sortierte die Karten flink, warf alles unter Sieben weg. Endlich alles bereit, Cognac in Gläsern, Karten ausgeteilt bis zum Ass, das Rémi zog. Setzten sich, Antoine schob den Zettel rüber und schrieb Namen.

— Was spielen wir?

Rémi mochte Leningrad, Thibault Sotschenka, Antoine war’s egal, oder er ließ’s nicht raushängen. Wechselten ab. Meist bis morgens, schlimmstenfalls bis drei. Diesmal Leningrad.

Ehrlich, war’s kein reines Leningrad oder Sotschenka: Immer eigene Regeln. Und der Einsatz eher symbolisch. Verlierend legte Thibault Kohle auf den Tisch. Gewinnend holte er höchstens Nachschub.

Erste Runde mit Gläserklirren. Spielrhythmus ruhig, wenig Ablenkung. Nicht wie zu viert, wo der mit dem Kauf rauchen gehen konnte oder Tee machen, Brote schmieren. Zeit nur zum Eingießen.

Nichts Wildes: Keine zwei Mizer in Folge, keine Züge. Im Fernseher lief ein spannender Film, der Aufmerksamkeit fraß. War eine warme Runde, guter Cognac. Aber es fehlte der Kick, um den abflauenden Spaß anzukurbeln.

Setzten sich um sechs, draußen schon dunkel. Um zehn leer der Cognac und Wasser im Kessel. Antoine, mit allgemeinem Gejohle, zog eine zweite Flasche aus seiner Tasche. Aber dann technischer Break: Wasser holen, pinkeln.

Im Flur hatte irgendein Arsch das Licht ausgemacht. Ganzes Gebäude dunkel und still. Ihre Schritte hallten dumpf auf dem Parkett. Im Klo schien der volle Mond durchs Fenster, kein Schalter nötig.

Auf dem Rückweg stolperte Thibault mit dem Kessel im Dunkeln, fast verschüttet. Spiel ging weiter. Je später, desto langweiliger. Berge und Kugeln ausgeglichen, gleiches bei Whists.

Als die zweite Flasche um zwei leer war, fragte Antoine:

— Und jetzt? Noch eine?

Thibault dachte schon länger drüber nach. Klar, Taxi nehmen und heim. Aber was der Frau sagen? Lieferung gekommen, gefeiert? Und der Cognac saß – keine Lust.

Wenn Manon allein wohnen würde, könnte man zu ihr. Allein oder zu dritt, egal. Aber sie wohnte bei den Eltern.

„Zu wem sonst um drei Uhr nachts?“

— Lasst uns jemanden anrufen.

— Klar. Frage: Wen?

— Egal. Irgendwen.

— Nee, so nicht.

Antoine lallte am meisten.

— Simpel. Fertig mit Spielen?

— Scheiß drauf, her mit dem Zettel – ich rechne.

Thibault raffte Karten zusammen, mischte Kleinkram dazu.

— So. Zieht zwei Karten. Bilder und Zehner null, Ass eins, Rest wie ist. Sechs Karten – fertiger Nummer.

Antoine winkte ab.

— Quatsch.

— Na und. Was verlieren wir? Oder heimgehen?

— Nee, nicht das. Her mit Karte.

Zwei.

Rémi rechnete Whists, zog blind.

Fünf.

Thibault schob sich selbst, nahm obere.

Ass.

„Wenn’s nicht soll, klappt’s immer.“

Neun. Sieben. Drei.

25-19-73.

— Ui, das ist am Arsch der Welt, fahrt allein.

— Dich lädt keiner ein, zieh nochmal.

Die Leitung in die Stadt frei um die Uhrzeit, Nummer ging glatt durch.

— Vielleicht blöd…

— Klappe!

— Hallo, ich höre.

Eine angenehme Frauenstimme, dazu langsame Musik aus dem Hörer.

„Na so was: So spät und wach. Seelenverwandte!“

— Hallo, Fräulein.

— Na, hallo.

— Sagen Sie: Ist das nicht die Wäscherei?

— Nein, keine Wäscherei.

— Gott sei Dank! Endlich richtig!

— Und wie viele seid ihr?

— Moment: Eins, zwei, drei, drei… verdammt, verzählt. Fünf, glaub ich, aber zwei zählen doppelt. Euch hau ich!

— Mich?

— Nee, die Doppelseher. Sitzt still! Oder Sie auch.

— Was mich?

— Na, sagen wir, zum Tanzen einladen. Tolle Musik bei Ihnen.

— Und wenn ich nicht allein bin?

— Freundinnen? Perfekt!

— Woher die Sicherheit? Vielleicht ein Mann?

— Ein Mann lässt keine Frau ans Telefon gehen und mit frechen Fremden quatschen, nachts.

— Charmant. Finger in den Mund legen Sie nicht.

— Darf ich nicht drüber witzeln?

— Warum?

— Schäm mich. Kenn Ihren Namen nicht, und schon intime, sexuelle Witze.

— Was ist da intim und sexuell?

— Sie selbst. Reicht das nicht? Darf ich Sie zum Tanzen bitten?

— Gleich jetzt?

— Warten Sie, muss erst hinkommen. Wo wohnen Sie?

— Hm. Gut. Ich schick ein Auto. Adresse?

„Wahnsinn!“

Thibault nannte die Büroadresse.

— Von der Arbeit?

— Klar. Was mitnehmen außer Sekt?

— Nicht nötig, hab welchen. Ihre Nummer?

Thibault gab sie.

— Warten Sie, Fahrer ruft an, wenn da. Freunde mitnehmen.

Und legte auf.

— Na?

Antoine stotterte nicht mal mehr.

Rémi hatte nicht fertig gerechnet, drehte den Stift. Sie hörten nur Thibaults Teil, aber der versprach viel.

— Treffer. „Warten Sie, Fahrer ruft an, wenn da.“

Antoine lachte, Rémi ließ den Stift fallen.

— Ernst? Lügen?

— Nee, Witz. Geht pissen und waschen. Ich zuerst.

— Vielleicht verarscht sie uns?

— Oder nicht. Abwarten. Kommt ihr mit? Sonst allein. Übrigens, Nudeln: Wo ist der Kessel?

Fahrer rief nach dreißig Minuten.

— Ihr habt angerufen? Runterkommen, warte unten.

Jungs bereit, nur Licht aus, Büro abschließen. Stockdunkel. Wachleute unten ignorierten sie – gewöhnt an ihre Nachtschichten mit Kiosk-Gängen.

Vor dem Eingang ein silberner Lincoln, im Mondlicht glänzend wie der Mond selbst. Alle drei hinten rein, Fahrer hielt Tür auf. Trennwand drin, Scheiben getönt, Richtung unklar.

Von der Spannung auf Unbekanntes wurden sie still. Kaum zehn Wörter unterwegs. Lange Fahrt, weicher Gang lullten ein. Auto hielt, Fahrer öffnete Tür.

— Folgen Sie mir.

Ruhig, als wär’s Alltag.

Lincoln im großen Hof, hoher Backsteinzaun, Laternen im Abstand. Fahrer führte zum dreistöckigen Haus, in fast allen Fenstern rötliches Licht.

„Nicht schlecht. Hübsche Bude.“

Die Hausherrin am Eingang noch besser. In dunkelrotem Kleid, Farbe wie gerinnendes Blut. Samtiger Stoff, eng an der knackigen Figur. Kurz, dass man die Verdickung der Strümpfe sah. Ton dunkler als Kleid, Schuhe noch dunkler, niedriger Absatz.

Hohe Hacken brauchte sie nicht. Reichte so. Thibault jedenfalls.

— Guten Abend. Na, Jungs, scheu geworden? Pascal,

nickte sie dem Fahrer zu.

— Du kannst gehen. Stehen wir rum? Kommt.

Drehte sich um, ging vor.

Kein tiefer Rückenausschnitt. Kleid gab Schultern frei, das war’s. Elegante Arme ganz im blutigen Stoff. Kurze Haare rundeten ab.

— Ausziehen könnt ihr hier,

zeigte sie elegant auf Kleiderständer im riesigen Flur.

— Warum so still? Hab ich euch verlegen gemacht?

— Mit Ihrer Schönheit.

— Na also, besser, sonst hätt ich’s bereut. Ich bin Chloé. Und ihr?

— Rémi.

— Antoine.

— Thibault.

— Kommt schon, steht nicht rum wie Statuen.

Kein Kokettieren, kein Hüftschwung, nichts Modelhaftes. Ihre grazile Art strahlte heimelige Wärme einer selbstsicheren Frau aus.

Wohnzimmer größer als Flur, zwei Sofas in der Ecke. Davor niedriger Tisch mit Obstschale, Flaschen verschiedenster Art, Gläsern. Etwas abseits Wendeltreppe nach oben, gegenüber Fernseher, Anlage, leise Musik.

— Wo fangen wir an? Trinken auf die Bekanntschaft?

— Gerne.

Chloé ging zum Sofa, setzte sich locker, Bein über Bein. Polster sackten ein. Wollten alle neben ihr, aber besetzten das andere Sofa. Thibault nah bei ihr.

Sofa unheimlich weich, nachgiebig.

— Kavaliere, bedient die Dame.

Thibault beugte sich vor.

— Was einschenken?

— Da die Flasche Rotwein.

Chloé lehnte sich vor, schob ihr Glas. Kleid spannte, Muster der Strumpfbänder sichtbar. Thibault munter, goss ein, schielte auf den offenen Detail.

Goss allen, obwohl nach Cognac schwächerer Stoff blöd war.

— Auf die Bekanntschaft.

Tranken ohne Anstoßen, nur Gläser heben. Wein herb-süß.

— Na, wie habt ihr meine Nummer gefunden?

— Na ja…

— Chloé.

— Entschuldigung. Chloé, wir haben Karten gespielt…

— Was, was?

— Préférence, dann wurde’s langweilig… ohne Sie, heimgehen keine Lust. Also anrufen. Karten gemischt, gezogen, die haben uns zu so einer charmanten Hausherrin geführt.

— Also schuld die Karten.

— Wieso schuld? Warum?

— Sitzt stumm da, unterhaltet mich nicht. Reicht mir mal einen Apfel.

Thibault nahm einen aus der Schale, reichte ihn. Finger berührten sich kurz. Er spürte Nagellackglätte, scharfe Kanten, weiche, straffe Haut.

Nach dem zweiten Glas lockerte Thibaults Zunge. Antoine, der im Büro schon reingehauen hatte, lallte, grinste besoffen, nickte mit. Rémi mürrisch, zog Cognacflasche ran, wechselte zu Härterem.

Zimmer heiß, Jungs zogen Pullover aus, blieben in Hemden. Thibault und Chloé plauderten fröhlich, lachten, sie leise. Verschüttete mal Wein auf Strümpfe, Farbe blieb gleich.

Endlich traute Thibault sich, lud zum Tanzen ein.

— Tanzen Sie?

— Das warst du, der mich schon am Telefon einladen wollte?

— Schuldig.

Um ihr aufzuhelfen, gab er Hand, zog. Sofa ließ sie widerwillig los. Thibault ließ sie vor, anders ging’s nicht – Tisch im Weg.

Hinter ihm goss Rémi sich ein, kippte runter. Fast in die Mitte des halbdunklen Raums. Akustik top, Musik überall, umhüllte sie.

Thibault umarmte erst scheu, Fingerkuppen kaum an ihrem Rücken. Führte sanft, oder sie führte, er ahnte nur voraus. Bruchteilsekunde vor ihr.

Nah dran sollte er Makel sehen, störrisches Haar, Schweißperle, Leberfleck. Nichts. Chloé blieb göttlich.

— Wohnen Sie hier?

— Meistens. Stört das?

— Sie stören mich.

— Gute Antwort.

Drückte leicht mit Nägeln auf seine Schultern, was ihn enger umarmen ließ.

Bei einer Drehung sah er Kumpels am Tisch vertieft. Kaum Notiz von ihnen. Licht nur bei Sofas, Rest halbdunkel.

Thibault erkundete ihren Rücken, Finger am Rückgrat. Keine Reaktion. Hände verschob er: Eine höher, Achsel, Daumen an Brust. Andere runter, Taille, dann runder, fester Arsch.

Chloé zog nicht weg, sagte nur träge halblaut.

— Junger Mann, Sie sind frech.

Um an ihren Arsch zu kommen, rückte er dicht ran. Ihr Atem warm, Duft von Parfüm und herbem Wein. Konnte nur noch zu ihren Lippen neigen. Berührung fünf Sekunden.

— Sie heißen Thibault?

— Einfach Thibaultchen.

— Thibaultchen, wir haben noch nicht Bruderschaft getrunken, und Sie küssen schon.

— Moment, korrigieren wir.

Ließ sie stehen, ging zum Tisch, goss Wein ein.

— Na, wie ist sie?

Jungs glotzten besoffen. Der Cognac in der fancy Flasche war stark.

— Alles top, Schwanz steht.

„Was geht’s die? Heute geb ich sie nicht her.“

Chloé wartete, trat ungeduldig von Fuß zu Fuß. Thibault konnte nicht widerstehen, küsste erst ihre Lippen. Arme weit, Gläser in Händen.

Dann verschränkten sie Arme, tranken aus. Als Chloé sich löste, starrte sie glasig ins Leere Glas, ließ fallen. Klirrend. Thibault warf seins weg, um nicht in Scherben zu treten.

War zum Tisch gewandt, sah Jungs von Flasche und Obst hochschrecken beim Klirren. Wollte kein Publikum, drehte Chloé im Takt um. Küsste dann ihren offenen Mund, Zungenkampf.

„Meiner stärker!“

„Nein – meiner!“

Hand wieder auf bezauberndem Arsch, zog Kleid hoch. Fand nichts drunter, zu seiner Überraschung. Doch, mittig ein dünner Seidenfaden. Thibaults Augen quollen raus.

— Was ist? Überrascht?

— Wieder hingerissen. Von dir.

— Schon du.

— Du.

Zog die dünne Seidenschnur straff, ließ schnappen. Leises Klatschen nur für sie.

Ihre Brust (linke, rechte noch nicht) so straff wie Arschbacken. Leider nicht allein, riskierte nicht, Kleid vorne hochzuziehen. Um den harten Nippel durch Stoff zu küssen.

— Chloé, führst du mich in ein stilleres Eckchen?

— Schon Zeit? Na, wie du willst.

Lockert Umarmung, sie schlüpfte raus, nahm Hand. Ohne Kleid zu richten – hochgerutscht, unterer Arsch sichtbar – zog mit. Über Wendeltreppe, tolle Sicht für Thibault.

Strich über satinene Stoffstreifen, rauf in zweiten Stock. Durch Gang in kleines, gemütliches Zimmer mit brennendem Kamin.

Chloé ließ ihn, ging zum Feuer, bückte sich. Nahm Schürhaken, stocherte in glühenden Scheiten. Funken stoben, Flammen loderten neu, beleuchteten sie pikant.

Thibault hielt’s nicht aus, trat von hinten ran. Presste Hüften an ihre. Hände glitten innen an Beinen, streichelten seidig verhüllten Hügel.

Zogen Kleid hoch, umfassten hängende, aber straffe Brüste. Ihr Arsch rieb sich hart an seinem Schritt. Flammen tanzten in Rotnuancen auf ihrem Kleid.

Zog sie nicht an Brüsten hoch, kniete sich hin. Küsste herrlichen Arsch. Hände verließen Brüste, raschelten über Strümpfe, Gummi, zarte Haut drüber.

Bald schob er den breiter werdenden Streifen beiseite. Der Arsch teilte, aber Zunge erreichte nicht alles voll. Nur über Härchen gleiten, zarte Haut darunter. Einzelne Tropfen Nektar lecken, der über Hand floss – Finger glücklicher, tauchten tief in alle Geheimnisse.

Thibault wollte sie so zum Höhepunkt bringen. Aber sie hielt’s nicht aus, richtete sich auf. Zog ihn zu breitem Sessel. Reißverschluss runter, schob ihn rein.

Kickte Schuhe weg, setzte sich rittlings auf seine freie Härte. Gänsehaut bei beiden, als dicke Spitze Lippen küsste, teilte, eindrang. Wahnsinn begann.

Als er ihren rasenden Körper aufnahm, raffte sich ihr Kleid in Händen zu schmalem Band. Nippel sprangen raus. Thibault spürte, wie sie sein Hemd aus Hose zerrte, hochzog.

Endlich, Nägel kratzten seinen Rücken. Im Rausch tat’s nicht weh, fühlte sich an wie glühende oder eisige Bürste. Stromstöße peitschten Kopf, trieben ihn, härter in glühende Tiefe zu stoßen. Schmerz und Lust.

Thibault spürte Ende nahen. Anblick der wilden Reiterin brachte letzten Stoß, entlud alles. Da durchzuckte ihn grausamer Schmerz: Chloé krallte Finger, bohrte Nägel tief in Rücken. Als wollte sie ihn zerreißen.

Fühlte Flüssigkeit, Ströme von Nagelspitzen in ihn sickern. Aber Schwäche, die kam, ließ ihn den weiblichen Tick ertragen. Der Genuss war’s wert.

Lehnte sich zurück, sank ins Polster. Chloé folgte, legte sich drauf. Augen glänzten, Funken von Leidenschaft oder Kaminfeuer.

Thibault ruhte, sie küsste gierig weiter, kratzte Brust. Für Sekunden sah er Kobra, geringelt auf seiner Brust. Kopf hoch, zischend mit gespaltener Zunge.

Bild verschwand, blieb aber hängen, weckte Abneigung gegen Chloé. Schloss Augen, um’s zu vertreiben. Da wieder Kobra, im tödlichen Sprung.

Öffnete sie, traute sich nicht mehr zu. Selbst Blinzeln zeigte in Zeitlupe den Sprung, näher kommend mit offener Schnauze.

Neben dem Bild spürte Thibault Merkwürdiges. Hatte Gürtel nicht gelöst, Hose nicht aus – Ereignisse zu schnell. Chloé musste Hose nass machen, sein Strahl müsste zurückfließen.

Er sorgte sich um weißes Fleck morgen im Büro. Abends vor Frau – heute Restaurant, Ersatzhose in Wäsche („Oh Schreck!“). Doch schien’s, als sauge Chloé alles auf, sogar Locken regten sich, folgten dem Sog.

„Irgendein Wahn.“

Fand ihre unermüdlichen Lippen, küsste, löste sich schwer.

— Du bist grandios. Lass uns trinken – Mund trocken.

Mit Zischen rutschte Chloé weg, bis runter. Mit Schmatzen wie beim Abziehen von Sauggläsern, ließ ihn frei. Glattete langsam Kleid.

Gesicht wie hungriger, aber erstmal gesättigter Raubtier. Zufrieden mit Beute, die gefangen war.

Thibault genoss den Anblick der Frau, die sich zurechtmachte. Bewunderte perfekte Rotabstufung ihres Outfits. Höschen mit Spinnenmuster, traurig als Strumpfränder unter Kleid verschwanden. Die ihn immer erregten.

Sogar jetzt, in erschöpftem Körper, vibrierte ein Faden, regte sich unten.

— Gefällt’s, mir zuzuschauen?

— Ja.

— Willst mehr gucken?

Thibault nickte.

Spielerisch wiegte sie Hüften, Hände an Beinen. Kleid rutschte hoch, enthüllte verlockende Bänder. Zipfel feuerroten Dreiecks.

Zwinkerte schelmisch, wiegte wieder. Hände runter, Kleid deckte alles zu.

— Hoffe, du willst’s heute nochmal sehen, später.

Neues Bild: Kleid sog in Haut ein, mit allem drumrum. Hüftdrehung, Körper wurde Schlange, purpurrot. Offener Kobrakopf näherte sich Thibaults Augen.

Er schüttelte Kopf, um Halluzination zu verscheuchen.

— Klar.

Mit ihrem Outfit fertig, streckte Chloé Hand aus. Hob ihn mit unerwarteter Kraft hoch. Küsste ohne frühere Gier, ließ Hände runter.

Steckte seine Härte weg, zog Reißverschluss hoch. Schlangenschwanz umwickelte Beine, blockierte Flucht.

— Komm, was stehst du? Du hast gedrängt, jetzt stockst du.

— Ja, sorry Chloé, gehen wir.

Unten im Saal dieselbe sanfte Musik, nur Jungs total weg. Nur Antoine hob schweren Kopf. Starrte trübe auf Thibault und Chloé am Tisch, lallte Unzusammenhängendes.

Schien Ewigkeit seit Ankunft, aber Uhr zeigte halb vier. Kaum Stunde vorbei.

Weinflasche fast leer, Gläser zerbrochen. Chloé ging in Ecke, öffnete Schrank, wühlte. Kam mit neuer, offener Flasche und frischen Gläsern zurück.

— Bleibst du oder kommst mit?

Beim Blinzeln sah Thibault gelbe Dreieckpupillen. Giftglanz auf gebogenen Zähnen.

— Mit dir.

Chloé vorneweg durch Irrgarten des Hauses. Thibault dachte, zurück zum Kaminzimmer. Aber andere Richtung, landeten in ovalem Raum.

Mittig riesiges Bett mit Alkoven, bezogen in feuerrotem Bettzeug.

„Ist sie total rotfixiert? Überall nur Rottöne. Kommunistennest?“

Chloé stellte Flasche und Gläser auf schmalen Tisch vor riesigem Wandspiegel. Der wohl als Schminktisch diente, mit Kosmetik davor. Aber sicher nicht nur – geneigt, spiegelte Bett, für Liebesfreuden.

Gläser gefüllt, kam sie zu Thibault. Als er nahm, hielt sie fest, zog ran. Saugte sich an seinen Lippen fest.

„Schon wieder ficken! Erst mal Pause?“

Obwohl Männlichkeit fast zurück, fühlte er sich zerschlagen.

„Lass mich Stunde pennen, dann vor Arbeit nochmal, auf den Weg.“

Aber Ruhe passte nicht in ihren Plan. Löste sich kurz, nippte, strich über Hose. Suchte Reißverschluss. Härte zuckte, freute sich auf Schuss.

Aber Thibault döste weg, konnte nichts machen. Chloé rettete vor Peinlichkeit. Nahm Glas zurück, stellte beide ab, kam ran.

Mit blutgierigem Raubtierblick, stieß mit scharfen Nägeln gegen Brust. Er fiel rücklings aufs Bett.

Thibault reichte Kraft nur, Krawatte zu lockern. Knoten hielt – Nadel im Weg, erreichte er nicht mehr. Chloé zerrte seinen schlaffen Körper auf Kissenberg.

Jetzt halb liegend sah er, wie sie Schuhe abstreifte. Gürtel löste, Hose runterzog. Blinzelnd sah er Kobraschnauze vor sich, Zungenforke.

Spürte Zähne ins Gesicht beißen. Thibault hob Arme schützend, da verließ Bewusstsein ihn.

Aufwachend sah er Grauen: Bis zum Gürtel, der ihn eng umschloss, war’s noch das Mädchen. Kleid hoch, Strumpfbänder sichtbar. Aber drüber Kobrawesen mit Armen, endend in langen, scharfen Krallen.

Kleid floss in Schlangenhaut über, farblich gleich. Grenze unsichtbar.

Ihre Hüften wogten unruhig, nahmen seine fleißige Härte auf. Schlangenkopf zischte sacht hin und her, blähte Haube. Hände hielten Thibaults Arme fest, Krallen tief ins Bett gebohrt.

Bild so irre, Thibault erstarrte vor Schreck. Verwandlung, falls es Chloé war, machte sie nicht hässlich. Nein, Übergang von Frau zu Reptil harmonisch, weckte unfreiwillige Bewunderung.

Arme, Körper, Kopf nicht plump – elegant wie zuvor. Vielleicht mehr, aber für Thibault Albtraum. Eins, das im Fernsehen zu sehen, anderes, mittendrin zu stecken.

Rhythmus des Wahns steigerte sich. Trotz Grauen umfing angenehme Mattigkeit Thibault und das Ding auf ihm. Er wehrte sich innerlich, gab dann auf.

Spürte Ende nahen, wie beim Kamin. Chloés Körper – war sie – wand sich in langem Orgasmus. Zischen wurde Frauenschreie, ließ Arme los.

Kratzte Brust, Lust statt Schmerz. Hemd hoch, Krawattennadel stach Kinn. Da kam er, genoss erste Ladung raus.

Zweite, dritte, vierte… Aber was? Energie floss weiter, Ekstase größer als je. Männlicher Körper max fünf Sekunden. Hier endlose Wellen, ewiger Rausch.

Genoss erst, vergaß das Wesen obendrauf. Egal, ob Chloé, Kobra, Hexe, Monster, Troll. Ihm ging’s unendlich gut, nichts zählte.

Doch bald mit Lust verließen Kräfte ihn. Unterleib, Beinmuskeln zogen sich zusammen. Flossen durch sprudelnden Schaft raus.

Unruhe stieg. Wonne, Schwäche, Schmerz, Genuss – zu viel.

Musste Wahnsinn stoppen, aus Umklammerung raus. Aber wie – keine Ahnung.

Da kratzten Krallen Hemd zu hoch, Nadel stach Kinn wieder. In lächerlichem Versuch, Atomexplosion mit Serviette abzuwehren. Riss Thibault Nadel raus, beugte vor, stach schwach in Liebhaberin.

Schrei ertönte, in Nebel sah Thibault Rückverwandlung zu Chloé. Dann fiel sie leblos auf ihn. Fontäne stoppte.

Thibault lag unter ihr, spürte tiefes, gleichmäßiges Atmen. Sie schlief. Keine Kraft, Glied zu rühren.

Langsam erholte er sich. Fühlte Zellen zurückkehren. Beine füllten sich, Bauch schwoll. Endlich ergoss sich Schwall aus ihr über ihn.

„Hose!“ – Thibault schrak, schlüpfte wie Aal unter raus.

„Sie hat sie ausgezogen.“

Kräfte wenig, aber zurück aufs tückische Bett – null Bock. Setzte sich, zog an. Hände zitterten vor Schwäche und Angst.

Zuletzt drehte er sie um, zog silberne Nadel aus Brust. Steckte an Krawatte.

Chloé stöhnte tief, wachte nicht.

„Genug Abenteuer. Heim.“

Fand Saal, wo Jungs selig pennen, rüttelte sie wach. Alle zum Ausgang. Rest vage Erinnerung.

Auto, Gestank von besoffenen Nebenmännern. Wachmann, der Tür ewig nicht aufmachte. Büro. Kalte Nudeln, die er nachts vergessen. Tisch mit Papierhaufen als Kissen.

Manon weckte ihn.

— Guten Morgen, Thibault. Wie war’s Kartenspielen?

— Hä? Was? Manon, du?

— Armer Thibault, geht’s schlecht?

Kam näher, strich über Kopf, bückte sich plötzlich. Küsste Stirn.

— Bier holen, oder mich?

Thibault wich unwillkürlich zurück.

„Ooo! Nicht das.“

— Wirklich schlecht. Schade!

Schüttelte Kopf, kam zu sich.

„Was war mit mir?“

Manon klapperte mit Tassen, wusch sie. Thibault stand auf, ging in Konferenzraum. Jungs pennten am Tisch, vier Cognacflaschen drauf.

„Verdammt? Woher zwei mehr? Saßen wir die ganze Nacht hier, nirgends hingefahren? Sieht so aus. Gottlob, sonst Albträume. Schluss mit Saufen.“

Tisch Chaos. Manon hatte nur Gläser weggeräumt. Karten verstreut, nur sechs separat, Rücken oben.

Manon zurück, stellte Sauberes in Schrank, zum Tisch.

— Ah! Thibault, was ist mit Ihrer Hose, wo haben Sie die so versaut?!

Thibault schaute runter. Ja, wann gebügelt? Schlimmer: Am intimsten Fleck riesiges weißes Mal.

— Na so eine Schlange! So eine Schlange!

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