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Nacht der brutalen Unterwerfung

Die Enge auf dem kleinen Tanzboden war brutal. Ständig rempelte dich jemand an, schubste dich. Köpfe und Arme ragten überall hoch. Anna war schon hundertmal auf die Füße getreten worden, Dutzende Male in die Rippen und den Bauch gestoßen.

Ein Idiot mit dem Rücken zu ihr versuchte ständig, sich mit seinem ganzen Gewicht auf sie zu lehnen. Aber das war noch harmlos. Viel schlimmer war die Stickigkeit. Stell dir vor: Du willst atmen, aber es gibt keine Luft.

Anna zerrte verzweifelt an ihrem Blusenkragen. Ringsum schien kein Gramm frischer Luft mehr da zu sein. Deo half auch nicht. Sie spürte angeekelt, wie sich unter ihren Achseln dicke, beißende Feuchtigkeit ansammelte. Scheiße.

Anna schaute zu ihrer Freundin. Heike lächelte mitleidig und rollte ausdrucksvoll die Augen. Sie war auch total durchgeschwitzt. Aber ihre kleine Stupsnase blieb wie immer hochgereckt. Ihr schwarzer Pferdeschwanz flog im Takt der Musik hin und her. Nur auf den Beinen stand sie nach dem Sekt nicht mehr ganz sicher.

Neben Heike hüpften vier Typen. Die klebten an den Mädels seit Anfang an. Zuerst glotzten sie nur. Dann setzten sie sich an ihren Tisch. Bestellten Kaviar, Cognac, Sekt, Schokolade – alles Teure und Beste aus dem mageren Angebot der Bude.

Den Cognac lehnten sie mit Heike rundweg ab. Aber beim Sekt hauten sie rein. Heike sogar zu sehr. Sie taute bei der Viererbande viel zu schnell auf. Anna war anfangs misstrauisch gegenüber den aufdringlichen Kerlen. Aber allmählich wurde sie weich.

Die Jungs stellten sich vor. Holger (die Neuen betonten den Namen komisch auf der ersten Silbe), Sven und Lukas. Den Namen des Vierten vergaß Anna.

Holger war klein, stämmig, mit dichter Mähne dunkler Locken. Harte Wangenknochen und sein Auftreten zeigten, dass er der Boss sein wollte. Sven war schwächer gebaut, aber feiner, intelligenter. Dünne, nervöse Gesichtszüge und ein zynisches Grinsen. Er redete mit Hand unterm Kinn und Handfläche leicht vor dem Mund.

Der Riese Lukas fiel nur durch seine riesigen Pranken auf. Die hatten sicher viel Kraft. Und der Vierte, ein magerer Blonder, den Anna kaum sah. Er war schüchtern, mischte sich nicht ein. Blieb im Schatten seiner Kumpel. Alle trugen Ähnliches: Hawaiihemd, Bermudas, Mokassins. Sven hatte noch ein Halstuch.

Als die Musik kurz stoppte, nutzte Anna die Pause. Sie schob sich zurück zum Tisch. Heike und die vier Typen folgten. Bei den Tischen war es kühler. Anna plumpste erschöpft auf den Stuhl. Kippte ihren Sekt in einem Zug runter. Lehnte sich in gespielter Erschöpfung zurück und streckte die Beine aus. Uff.

Eine Weile schwiegen alle. Die sanfte Melodie nach dem harten Rock gab Komfort, lullte ein. Warmes Wohlgefühl und weiches Halbdunkel umhüllten Anna wie Watte. Trennten sie von der Welt. Sie spürte, wie sie wegdriftete. Scheiße, sie hatte auch zu viel intus.

Raus an die frische Luft? Oder reicht’s für heute? Die Spelunke hing ihr zum Hals raus.

—Vielleicht wechseln wir die Location, fahren raus aus der Stadt mit dem Auto? Frische Luft und so, fing Sven schleimig an, als hätte er ihre Gedanken gelesen.

—Karre steht unten, kein Ding, nickte Holger.

Anna schaute unsicher zu Heike. Die zuckte stumm die Schultern. Die Bewegung war betrunken übertrieben. Und die Jungs grinsten. Die haben uns richtig abgefüllt, dachte Anna. Besser nicht fahren, um Ärger zu vermeiden. Aber die könnten sie und Heike später direkt nach Hause bringen. Statt mit Bus und U-Bahn rumzueiern.

—Na?, drängte Holger.

—Ist schon spät. Ein andermal, murmelte Anna unsicher.

Sven roch ihr Zögern und fiel dazwischen.

—Alles easy. Wir bringen euch danach heim, sagte er, stand auf und winkte die Kellnerin ran, ohne Antwort abzuwarten.

—Kein Problem, zwinkerte Holger den Mädels zu.

Während Anna sich zum hundertsten Mal fragte, ob das ein Fehler war, schlüpften Heike und Lukas vom Tisch. Und gingen schon zum Ausgang. Jetzt ablehnen war blöd. Anna gab nach. Scheiß drauf.

An der Tür erinnerte Heike sich an was. Und zog Anna zu den Klos.

—Wir sind gleich da, entschuldigte Anna sie.

Der Koloss am Ausgang in der cremefarbenen Hemd, das kaum über seinem fetten Bauch schloss (früher mal berühmter Boxer, Weltstar, hieß es), warf ihnen einen faulen Blick zu. Sah, dass alles okay war. Und quatschte weiter mit dem Bullen.

Im Klo rannte Heike sofort in die nächste Kabine. Anna blieb vorm Spiegel. Und checkte ihr Spiegelbild genau. Lange, gepflegte blonde Haare, große braune Augen mit buschigen Wimpern – Neid vieler Freundinnen. Rot geschminkte Lippen, Stupsnase, blaue Adern an den Schläfen.

Die Züge wie immer, aber das Gesicht sah anders aus. Fern und fremd. Und total harmlos. Passte nicht zu dem fiebrigen, besoffenen Kribbeln in ihr. Anna streckte dem dummen Spiegelbild die Zunge raus. Holte Lippenstift raus und malte nach.

Hob die Bluse, deote unter den Achseln. Richtete die Haare und parfümierte Schläfen, Ohrläppchen, Hals. Endlich rauschte die Spülung. Und Heikes rundes Gesicht tauchte im Spiegel auf. Anna gab ihr Parfüm und Kamm.

—Nimm.

Draußen nieselte Regen. Kalte, ekelige Spritzer klatschten ins Gesicht. Und krochen in den Kragen. Prustend und schnaubend rannten die Mädels zum Auto am Bordstein.

—Los, los. Wir warten schon, riss Holger die Tür auf.

Er und Sven lümmelten hinten. Der Blonde saß am Steuer, Lukas vorn neben ihm. Jetzt kapierte Anna, dass sie und Heike auf Schößen sitzen mussten. Das gefiel ihr gar nicht. Aber zu spät zum Rückzieher. Fluchend setzte sie sich auf Svens Knie. Holger schnappte Heike. Und das Auto fuhr los.

Bald rasten sie auf der nächtlichen Landstraße zur Ringautobahn. Dunkle Baumumrisse flogen vorbei. Schlafende Häuser, ab und zu beleuchtete müde Fahrerfratzen. Die Jungs alberten rum, machten Witze. Anna und Heike kicherten ständig. Und alle rauchten ununterbrochen.

Nach zehn Minuten war der Qualm unerträglich. Sie machten ein Fenster auf. Der Regen hörte auf. Warme, sternenklare Sommernacht. Anna steckte den Kopf raus. Der Fahrtwind peitschte ins Gesicht. Zerzauste ihre langen Haare, die mal stolz hinten flatterten, mal – bei jeder Bewegung – ihr Gesicht umhüllten. Augen und Mund verklebten, den Atem raubten.

Anna kniff die Augen gegen den Wind zusammen. Und starrte in die Nachtlandschaft. Die Müdigkeit verschwand, ihr Kopf wurde klar. Es fühlte sich geil an.

Außerhalb der Stadt fuhr das Auto auf den Randstreifen. Und hielt. Holger zauberte eine Cognacflasche hervor. Und zwinkerte den Mädels verschwörerisch zu.

—Ziehen wir uns einen rein?

Anna wollte gar nicht. Sie versuchte abzulehnen. Aber die ließen nicht locker. Also trickste sie. Tat so, als gäbe sie nach. Nippte zweimal am Hals, hustete dann demonstrativ. Und spuckte Cognac rum.

Alter Trick, der klappte. Sie lachten, zwangen sie aber nicht mehr. Aber Heike soff wie ein Loch. Hing an der Flasche und kippte runter. Dachte wohl, sie kriegt ’nen Preis. Bald war die Idiotin total weg.

Sie quietschte, laberte Scheiße. Und wollte alle küssen. Die Jungs grinsten verständnisvoll. Und genossen die Gratis-Show. Minuten später grapschte Holger Heike schon schamlos an. Schob die Hand unter ihren Rock bis zum Ellenbogen. Und wühlte rum. Die bemerkte nichts. Grinste nur breiter.

Holger sah Annas Blick. Genierte sich null. Zwinkerte und zog ihre Hand mit unter Heikes Rock. Anna war total entspannt. Und wehrte sich nicht mal. Heikes Slip war runtergerollt. Annas Hand landete direkt auf ihrer heißen, nassen Fotze.

Die pulsierte unter ihren Fingern wie ein Tier. Weich und lebendig. Kurze, flauschige Haare kitzelten die Handfläche – und erregten Anna komischerweise. Sie streichelte die einladende, hilflose Fleischmasse. Und die drückte weich zurück.

Plötzlich überkam Anna was. Ohne Vorwarnung kniff sie das zitternde Tier fest. Heike jaulte vor Schmerz auf. Der Schrei holte Anna zurück. Sie zog die Hand hastig unter dem Rock raus. Die Hand war klatschnass.

Instinktiv hielt Anna sie ans Gesicht. Guckte, schnupperte. Scharfer Moschusgeruch schlug ihr entgegen. Die Jungs lachten laut und dreckig.

Noch ’ne Weile unterhielt Heike die Truppe. Dann sackte sie weg und schwieg. Ihre klaren Augen guckten jetzt traurig und mitleiderregend. Das Gesicht voller Weltschmerz, als dächte sie an alle Gedemütigten der Welt. Plötzlich beugte Heike sich vor, grunzte und würgte.

Anna erstarrte unsicher. Aber Holger kapierte sofort. Und brüllte den Blonden am Steuer an.

—Stopp!

Das Auto quietschte mit den Bremsen. Rollte noch ein Stück und hielt. Holger riss die Tür auf. Und schubste Heike raus. Hand vorm Mund, die andere am Bauch, taumelte sie ein paar Schritte. Und fiel auf alle Viere. Sie kotzte los.

Heike kotzte lang und hart. Ihr kindlicher Körper schüttelte sich fiebrig. Gesicht verzerrt und rot; Kehle und Bauch krampften so wild, als würde sie umgekrempelt. Anna hatte Gewissensbisse. Armes Ding. Hätte sie nicht so viel saufen lassen sollen.

Eine Weile guckten alle stumm aus dem Auto zu. Dann stieg Holger widerwillig aus. Ging zu Heike und klopfte ihr mitfühlend auf den Rücken.

—Na, besser?

Er half ihr hoch, klopfte sie ab. Und führte sie, mit beiden Händen stützend, zurück zum Auto. Da drehte Heike durch.

—Lass mich, Arschloch, lass: Ich fahr nirgends mit euch mit: Habt mich absichtlich abgefüllt, was?..

Sie riss sich los. Und stand schwankend vor ihm. Ihre Sanftmut war weg. Im Nu wurde sie zur vulgären, aggressiven Schlampe. Betrunken passierte das öfter. Anna wusste, dass man Heike dann nicht widersprechen sollte.

Aber Holger versuchte sie zu beruhigen. Vergeblich. Heike hörte nicht zu.

—Komm nicht näher, ich schreie, brüllte sie in die Gegend.

—Nach Hause? Ich komm allein klar, ohne eure stinkende Hilfe: Scheiß auf euch.

Holger wollte Heike mit Gewalt ins Auto zerren. Aber sie wehrte sich hart. Sie landete eine saftige Ohrfeige, dann noch eine, noch eine. Er versuchte vergeblich, ihre Hand zu fangen.

—Heike, beruhig dich, rief Anna aus dem Fenster.

Null Reaktion.

Endlich platzte Holger der Kragen. Und er knallte Heike eine Backpfeife, dass sie auf den Asphalt krachte. Ohne Wort setzte er sich ins Auto. Und knallte die Tür zu. Im Wagen hing angespannte Stille.

—War nicht nötig, fing Sven vorsichtig an.

Aber Holger wollte keine Moralpredigt.

—Wenn du so schlau bist, hol sie selber, schnappte er.

Alle schwiegen wieder.

—Soll ich’s versuchen?, bot Anna an.

Sie glaubte nicht dran, aber warum nicht?

—Mach, murmelte Holger lustlos.

Anna stieg aus dem Auto. Zupfte sich zurecht und ging langsam zu Heike. Ihre Absätze klackerten laut auf dem Asphalt. Sie spürte die Blicke der Jungs auf ihren in schwarzen Nylons steckenden Beinen. Auf ihrem gepflegten, schlanken Körper unter der Kleidung. Nichts Neues, Anna war Männerblicke gewöhnt. Es schmeichelte ihr, kitzelte ihre Nerven.

Heike stand hundert Meter weiter am Rand. Und winkte verzweifelt den wenigen vorbeirasenden Autos. Vergeblich, dachte Anna. Aber dann bremste ein schon vorbeigefahrener alter Wagen ab. Und setzte zurück. Heike quietschte freudig, rannte hin. Und schlüpfte rein.

Anna rannte hinterher. Aber ihr enger Rock, der ihren runden Arsch so geil umspannte, behinderte sie jetzt. Sie wedelte wild. Wartet, wartet. Aber der Wagen brummte los und raste davon. Die Rücklichter verschwanden in der Dunkelheit.

Anna drehte um und ging langsam zurück. Sie zitterte vor Wut. Nie wieder mit dieser Kuh.

Die Jungs waren auch sauer.

—Deine Freundin total durchgeknallt?, fragte Lukas und drehte den Finger an der Schläfe.

—Selber schuld, hättet sie nicht abfüllen sollen, fauchte Anna.

Alle rauchten stumm.

—Fahren wir zurück, sagte Anna schließlich.

—Was jetzt.

—Vergiss es, explodierte Holger.

—Wenn’s dir nicht passt, verpiss dich zu deiner Freundin, wir lassen uns den Abend nicht von zwei Schlampen versauen.

Und ohne Antwort klopfte er dem Blonden auf die Schulter.

—Los.

Die Zeit verstrich, das Auto raste weiter. Und Angst kroch in Annas Bauch. Das alles gefiel ihr nicht. Früher war wenigstens Heike da. Schwache Hilfe, klar, aber immerhin.

Jetzt: Anna rutschte unruhig auf Svens Schoß rum. Wie weit von der Stadt?

—Sind wir weit von der Stadt weg?

—Weit, brummte Holger finster.

Die letzten zehn Minuten starrte er auf einen Punkt. Und rauchte die dritte Kippe am Stück.

Anna guckte demonstrativ auf die Uhr.

—Nein, Jungs, im Ernst, ihre Stimme klang dumpf und heiser, gar nicht wie ihre.

—Ist spät, zu Hause warten sie, und zurück dauert ewig.

Diesmal kam gar keine Antwort.

—Okay, lasst mich aussteigen, ich nehm ’n Auto, wenn’s sein muss, versuchte Anna es letztmalig.

Wieder nur Schweigen.

—Rechts, murmelte Sven plötzlich.

Und das Auto bog vom Highway auf einen verwahrlosten Pfad ab. Nicht mal ein Pfad, nur ’ne Spur. Anna konnte nicht glauben, dass das echt passierte. Hoffentlich ’n Albtraum. Wenn nicht? Schreien, hoffen, dass jemand hört? Sinnlos.

Das Auto holperte wild, sprang über Löcher. Kroch voran. Anna traute sich kaum zu atmen. Sie starrte sehnsüchtig auf die im Scheinwerferlicht vorbeiziehenden Bäume. Jeder Baum entfernte sie weiter vom sicheren Highway.

Endlich hielt das Auto auf einer Lichtung. Anna weigerte sich, es zu glauben.

—Bild von Repin: Angekommen, lachte Holger böse und wandte sich an sie.

—Du wolltest aussteigen? Mach die Beine breit, Mademoiselle. Kein Problem.

—Nein, nein, sagte Anna so locker wie möglich.

—Wenn ihr spazieren wollt, geht. Ich bleib hier.

—Willst nicht – dein Pech. War angeboten.

Holger stieg aus.

—Kommt, Jungs.

Sie nahmen die Schlüssel mit. Ließen alle Türen offen. Und stellten sich ein Stück weg, redeten leise. Zündeten Kippen an. Anna saß da, halb tot vor Angst.

Plötzlich ’ne Idee: Türen zuschlagen und von innen verriegeln. So kommen sie nicht ran, vielleicht Motor starten. Aber nutzlos. Sie schafft maximal drei Türen. Die Jungs sind nah und nicht blöd, kapieren sofort.

Anna holte ’ne Kippe raus. Aber vielleicht doch versuchen? Scheiß drauf? Sie zog schnell ein paar Züge. Ihre Hände zitterten. Riskieren? Sie war fast entschlossen.

Da kam Holger zurück und guckte rein.

—Na, wie geht’s, Kleines? Langweilig?

—N-n-nein, stammelte Anna.

Ihr Herz klopfte laut.

—Brav.

Holger warf den Filterstummel ins Gras. Und stieg ein.

—Rutsch mal; will neben dir sitzen. Okay?

Anna rutschte stumm ans andere Ende.

—Hey, Kleines, nicht so weit. Lass mich nicht hängen, grinste Holger.

Er rutschte dicht ran. Und legte den Arm um ihre Schultern.

—Und rauch nicht so viel. Schadet Frauen.

Holger nahm die Kippe aus ihren steifen Fingern. Und warf sie raus.

—Besser so, grinste er wieder.

Und umklammerte sie plötzlich. Küsste sie hart auf Mund, Hals, Gesicht.

—Nicht: Nicht: Lass, flüsterte Anna panisch.

Aber Holger ignorierte es. Seine Hand knöpfte ihre Bluse auf. Selbstsicher, dreist. Schob den BH runter. Und knetete ihre Brust brutal.

Als der Griff kurz lockerer wurde, rammte Anna ihm den Ellenbogen rein. Sprang raus und rannte in den Wald. Nasse Äste peitschten ihre nackten Titten, Gesicht. Dornen zerkratzten die Beine. Aber die stampfenden Verfolger trieben sie voran wie ’ne Peitsche.

Keine Zeit zum Denken, sie raste einfach. Aber vorne nur Bäume und Hoffnungslosigkeit. Der Rock, ungeeignet fürs Rennen, riss am Saum. Hohe Absätze sanken in den weichen Boden. Anna wurde schwächer, salziger Geschmack im Mund. Die Verfolger kamen näher.

Keine Chance. Ihre Beine knickten ein. Sie kullerte ins Gras. Erschöpfung überrollte sie. Gott, was jetzt? Anna bedeckte das Gesicht mit den Händen.

Der Albtraum wurde real. Körper warfen sich auf sie. Rock wurde zerrissen. Anna spürte, wie ihr Slip runtergerissen wurde. Hände spreizten ihre Knie. Und sie fühlte eine feuchte Schwanzspitze zwischen den Beinen.

Sie wehrte sich nicht: Lag da, hilflos, unterwürfig. Winselte leise. Ihr nackter Bauch und Schenkel wurden von Holgers massigem Körper zerquetscht. Grunzend und schnaufend pumpte er mit den Hüften. Rammte seinen Schwanz fast bis zum Anschlag rein, zog ihn fast raus.

Das dauerte ewig. Endlich stöhnte Holger, erschlaffte. Und Anna spürte sein ekliges Sperma in sich. Plötzlich fiel ihr ’n blöder Witz ein: Wenn Vergewaltigung unvermeidbar, entspann dich und genieß es.

Nach Holger kamen die anderen. Sven, als er dran war, holte seinen Schwanz raus. Und spritzte Anna ins Gesicht. Lukas war ruhig, phlegmatisch. Fickte sicher und sachlich. Der Blonde nervte, zappelte rum. Schnäuzte sich, keuchte.

Dann zerrten sie sie zurück zum Auto. Warfen sie hin und vergaßen sie erstmal. Machten ’n Feuer und setzten sich drumrum. Reichten ’ne neue Cognacflasche rum. Anna fühlte sich leer, zerstört, kaputt.

Kopf dröhnte höllisch, Körper schmerzte überall. Ekel und Scham drückten auf die Schläfen. Sie wollte heulen, aber keine Tränen kamen. Tierische Angst quälte sie, wie nie zuvor. Die Angst drückte sie in den Boden. Ließ sie nicht atmen.

Anna erinnerte sich, wie sie im Wald eingeholt und geohrfeigt worden war. Wie Holger danach, als alles vorbei war und sie zitternd ihren zerrissenen Slip hochzog, zu ihr kam. Ihre nackte Brust quetschte und zischte.

—Hör zu, Schlampe, Schluss mit Förmlichkeiten. Ich jag dich nicht mehr. Wenn was nicht passt.

Anna hatte geschrien. Und den Blick abgewendet, als wollte sie sich vor seinen Augen verstecken. Es tat weh, aber der Ton schockte sie. Er meinte es ernst.

Dima löste sich vom Feuer. Cognacflasche in der Hand. Und hielt sie Anna grob unter die Nase.

—Trink.

Anna nahm ein paar ordentliche Schlucke (keine Tricks mehr). Wollte die Flasche zurückgeben. Aber er zwang sie weiter. Nochmal. Nochmal. Sie würgte, hustete, trank. Die Jungs lachten. Sie musste halbe Flasche killen, bevor sie aufhören durfte.

Anna wischte sich den Mund mit der Hand ab. Und wartete.

—Findet ihr nicht, die hat zu viel Zeug an?, fragte Sven theatralisch seine Kumpel und drehte sich zu Anna, als sie nickten.

—Zieh dich aus.

Sie zog gehorsam das zerfetzte Zeug aus, was mal ihre Klamotten gewesen waren. Zitternd zog sie den Rock runter. Hielt ihn kurz, zog die Beine raus. Und ließ ihn ins Gras fallen. Die Jungs starrten sie an. Im Feuerschein sah Anna ihre fetten, zufriedenen Grinser.

Sie zog die Bluse aus. Fand den BH, den sie für verloren hielt. Er hing mit gerissenen Trägern am Bauch. Der Stoff war so verdreht und zerfetzt, dass sie die Verschlüsse kaum fand.

—Brauchst Hilfe, Kleines?, stichelte Holger.

—Nein, nein, ich mach schon, stammelte Anna hastig.

Mit gebrochenen Nägeln riss sie den BH runter. Und warf ihn auf den Haufen. Jetzt trug sie nur Slip, Schuhe, Strumpfhalter mit Strapsen und Strümpfe. Sie liebte feines Unterzeug, trug nie Strumpfhosen. Wählte Eleganz statt Bequemlichkeit.

Auf Männer wirkten Strapse tödlich. Jetzt auch. Lukas pfiff sogar.

—Schuhe aus?, fragte Anna schüchtern.

—Klar. Schuhe und alles andere, bis auf den letzten Faden, schnappte Holger.

Anna kickte die Schuhe weg. Löste die Strapse und rollte hastig die Strümpfe über ihre schlanken Beine runter. Getrieben von den ungeduldigen Blicken. Zog den Halter aus und stand nur im Slip da.

Plötzlich erinnerte sie sich, wie der Slip vorhin runtergerissen worden war. Jetzt musste sie’s selber machen. Scham überflutete sie.

—Was denn noch, knurrte Sven genervt.

Anna senkte den Blick. Zog den Slip mit einem Ruck runter. Stieg raus und stand nackt da, unter ihren starren Blicken. Dann schämte sie sich. Hielt die Hände vor die Fotze.

—Hände runter!, brüllte Holger wie irre.

Anna nahm die Hände weg. Jetzt beleuchtete das Feuer ihren nackten Körper: Kleine, feste Titten, runde Hüften. Der geile Buckel ihres Schamhügels, so scharf, dass man Muskeln unter der matten weißen Haut ahnen konnte. Unten, an den Schenkeln, der Dreieck dunkler, dichter Haare.

Die am Feuer genossen den Anblick. Sven knetete Annas weggeworfenen Slip lang. Grinste, hob die Hand übers Feuer. Und warf ihn rein. Grinste wieder und hob den BH auf.

Anna starrte fassungslos zu, wie ihre Sachen im Feuer verschwanden. BH, Strümpfe, Halter. Dann Schuhe und Bluse. Sie wollte heulen.

—Wie: Wie komm ich heim?

—Wer sagt, dass du heimkommst?, fragte Sven ehrlich überrascht und warf den Rock ins Feuer.

Anna biss sich auf die Zunge.

—Noch Fragen?, fragte Sven höflich.

—Dann weiter.

Er rückte ’nen imaginären Schlips zurecht. Und ruckte den Hals.

Anna erkannte die Geste. Aus ’nem Film, vor Jahren bei allen Jungs in der Klasse beliebt. Jetzt fand sie’s unpassend.

—Gib her Uhr, Kette, Ohrringe: Sonst nichts?.. Gut.

Er steckte Annas Sachen in seine Jeanstasche. Und zwinkerte lässig.

Jetzt war Anna splitternackt, im wahrsten Sinne. Nichts mehr abzuziehen. Nackt und barfuß, zitternd vor Kälte und Angst. Wartete sie auf Befehle.

Wieder ’ne Flasche im Kreis. Wie viele noch, dachte Anna traurig. Aber dann kapierte sie: Je mehr, desto besser für sie – vielleicht ficken sie sie nicht mehr. Könnte glimpflich ausgehen.

Anna beruhigte sich, fasste Mut. Und ertrug ihre zweifelhaften Komplimente. Sie bediente sie, reichte die Flasche mit Verbeugungen rum. Leichter Nachtwind strich über ihren nackten Körper. Berührte Titten, Schultern, Bauch, glitt die Beine hoch. Und manchmal spürte sie seinen kalten Hauch direkt an ihrer hilflosen Fotze. Brr.

Zuerst quälte die Nacktheit sie. Aber allmählich gewöhnte sie sich dran. Akzeptierte es als unvermeidbar. Und der Mangel an Klamotten störte nicht mehr. Bald kokettierte sie sogar leicht mit den Jungs. Warum nicht? Ihr einziges Mittel.

Sie zwangen sie zum Tanzen. Wenn man’s Tanzen nennen kann. Holger und Lukas trommelten ’nen primitiven Beat auf ihren Schenkeln. Anna wackelte mit dem Arsch, schwang die Titten. Und stieß den Unterleib vor.

Der Rhythmus wurde schneller. Und sie hatte’s schwer. Bald war sie erledigt, trotz Kälte total verschwitzt. Zum Glück patzten die Jungs und hörten auf. Anna seufzte erleichtert. Und setzte sich zum Feuer.

Aber Sven, der Erfinder, hatte ’ne neue Idee. Sie steckten ’ne leere Flasche in ihre Fotze. Und befahlen, auf einem Bein zu hüpfen. Anna zog das linke Bein hoch. Und hopste ungelenk rum. Die Jungs johlten.

—Pass auf, Kleines, verschluck die Flasche nicht, lachte Holger.

Aber Anna lachte nicht. Verschlucken nicht, aber fallen lassen: Sie spannte Beine und Bauch an. Schob manchmal unauffällig nach. Aber die Flasche rutschte rum, glitt runter.

Fast fiel sie. In Panik bog Anna sich durch. Verlor das Gleichgewicht, zeigte den Jungs ihren nackten Arsch. Und krachte lang hin. Die Flasche knallte auf was Hartes, zerbrach. Und schnitt ihre Schenkel und Bauch. Die am Feuer bogen sich vor Lachen und klatschten.

Vor Schreck und Blut vergaß Anna alles. Fast heulend sprang sie auf. Warf die Haare aus dem Gesicht. Und wich ein paar Schritte zurück vom Feuer.

—Willst du wieder abhauen?, stoppte Lukas’ drohender Ruf sie.

Er brachte sie zur Besinnung.

—Nein, nein, stammelte Anna panisch.

—Mir schien’s so.

—Nein, nein. Ich s-sag doch, stotterte sie vor Aufregung.

—Okay, okay, überredet: Aber du wirst bestraft.

—Aber wofür?, flüsterte Anna fast weinend.

—Wofür?.. So für die Zukunft, damit du’s gar nicht denkst. Oder weil ich Bock hab. Willst du’s verbieten?

Anna klapperte mit den Zähnen vor Angst.

—Also. Da am Rand stehen Birken: Was glotzt? Findest du schon, ist ja kein Schnee in Afrika. Brich Zweige ab, bring sie her. Und keine Dummheiten, sonst kommst du nicht so billig weg. Kapiert?

—J-ja.

Lukas drehte sich zum Feuer. Zündete in Ruhe ’ne Kippe an. Guckte dann wieder zu Anna.

—Noch da?.. Los, renn!

Anna trat unsicher in die Dunkelheit.

—Und melde dich ab und zu, damit wir wissen, wo du bist, rief Sven hinterher.

Das Gras war nass, Anna trat vorsichtig. Zuerst rutschte sie aus, fiel fast. Jetzt passte sie auf. Gras voll mit Scheiß, der ständig in die Füße stach. Bei jedem Stein oder Ast, der in ihre ungewohnten bloßen Sohlen bohrte, zuckte sie zusammen. Zog die Schultern hoch.

Sie fühlte sich beschissen. Kopf drehte sich, Körper schwach. Magen rumorte, und sie wurde übel. Wahrscheinlich der Cognac. Oder Müdigkeit und Stress der Nacht, oder beides. Anna atmete tief durch. Die Übelkeit wich ein bisschen.

—Wo bist du?, rief Holger.

—Hier, hier, rief Anna hastig.

—Hab die Birken gefunden.

—Brav, nimm ’n Keks, spottete Sven.

Anna ging zu einer Birke. Brach ’nen Zweig, noch einen. Die bogen sich, spritzten kaltes Wasser. Brachen aber nicht. Anna biss zu. Jetzt klappte’s besser. Und bald ging sie mit ’nem Bündel Zweigen zurück zum Feuer.

Auf Lukas’ Befehl reinigte sie sie von Blättern und Ästchen. Zeigte sie ihm. Lukas schlug sich leicht auf die Hand. Grinste zufrieden und nickte.

—Gib her.

Er legte Anna quer über seine Knie. Kopf und Beine hingen runter ins Gras – und schlug zu auf ihre prallen, rosa Arschbacken. Das Bündel pfiff durch die Luft. Und schnitt in das zarte Fleisch, zeichnete wilde Muster.

Zuerst schlug Lukas nicht hart. Und Anna lag still, winselte nur leise. Aber je röter und praller ihr Arsch wurde, desto geiler wurde er. Schläge härter. Sie hielt’s nicht aus, schrie laut.

Sie heulte, brüllte, bettelte um Gnade. Um Pause, vergeblich. Anna sah nichts mehr, Tränen verschleierten alles. Dann kotzte sie. Bunter, stinkender Brei schoss aus ihrem Mund. Die Jungs guckten interessiert zu.

Lukas hörte erst auf, als sie fast ohnmächtig war. Lag da, Kopf in ihrer Kotze. Hörte und sah nichts. Er hob ihren schlaffen Körper runter. Und warf sie bäuchlings ins Gras. Was Scharfes – Stein? Glas? – schnitt in ihre Brust, aber scheißegal.

Der Rest war wie im Nebel. Auf Lukas’ Befehl zog sie die Beine an. Und hob den blutigen Arsch leicht. Sofort spürte sie seinen harten Schwanz am Schenkel. Cognac half nichts, dachte Anna matt.

Sie wartete gehorsam, dass er in ihre Fotze rammte. Aber stattdessen glitt der Schwanz drüber. Und bohrte sich in ihren Arsch. Anna jaulte erschrocken, stieß mit der Nase in den Dreck. Und heulte vor Schmerz.

Das enge Loch wehrte sich. Aber Lukas drängte gnadenlos. Als würde er sie zerreißen. Anna schrie, hustete, kotzte wieder. Diesmal Galle, schwarze Kreise vor Augen.

Wie lang der Horror? Zehn Minuten? Zwanzig? Dreißig? Vierzig? Anna wusste es nicht. Sie verlor die Realität, vielleicht auch das Bewusstsein. Endlich endete es.

Lukas spritzte ab, zog seinen schlaffen Schwanz aus ihrem Arsch. Und setzte sich satt ans Feuer, ignorierte sie.

Nach Lukas versuchte Holger’s nochmal. Aber glücklicherweise ohne Erfolg. Er wichste lang, um seinen lahmen Schwanz hochzukriegen. Und als er stand, kam er wie ’n Jungfrau, kaum drin in Annas Fotze.

Nach Holger ließ man sie ’ne Weile in Ruhe. Und sie kam langsam zu sich. Schwer atmend hockte sie sich hin. Presste die Beine zusammen, als wollte sie Fotze und den ramponierten Arsch schützen. Feuerschein tanzte auf ihrer nackten Haut.

Sie wartete ängstlich, was kommt. Aber die Jungs rauchten stumm. Guckten nur ab und zu.

Schließlich kam Sven. Kippe im Mund, befahl er mit Geste, sich auf den Rücken zu legen. Und Beine breit zu machen. Anna gehorchte widerwillig. Sven kniete sich hin, stützte sich auf ihren Bauch. Und spielte mit den Locken an ihrer Fotze.

Finger glitten langsam über Scham, Schenkel, Innenseiten. Plötzlich merkte Anna, dass es ihr gefiel. Sie hasste sich dafür. Konnte aber nichts machen.

Vorsichtig spreizte Sven mit zwei Fingern die Schamlippen. Drang ein und streichelte innen und außen. Als er den Kitzler berührte, stöhnte Anna lustvoll. Aber dann stach höllischer Schmerz: Sven drückte die Kippe auf ihrer Fotze aus.

Keuchend vor Schmerz und Verzweiflung schnappte Anna nach Luft. Tränen liefen.

—Was ist? Tut’s weh?, fragte Sven gespielt überrascht.

—Dann musst du’s lecken. Weiß ich genau, Mama hat’s mir als Kind beigebracht.

Er drückte ihren Kopf runter.

—Los, los. Sag ich doch, hilft sofort.

Gekrümmt bis zum Bersten, Ohrenklingeln, senkte Anna den Kopf. Und leckte gehorsam. Herz raste; vor Augen ’ne riesige, rosa Fotze. Zunge glitt dran lang, sammelte eklige Schleim mit Dreck. Der im Mund knirschte.

—Na? Weg?, fragte Sven endlich.

—Tut’s nicht mehr weh?

—Nein, nein, keuchte Anna, richtete sich auf.

Wischte heimlich mit Handrücken die Zunge ab.

—Nein.

—Siehste. Und du hast’s nicht geglaubt!

Die Jungs wieherten.

—Und weißt du, Sven öffnete den Reißverschluss.

—Du hast so geil geleckt, ich bin neidisch. Hast Übung, was?

Er grinste und stopfte seinen dicken Schwanz in ihren Mund.

—Spiel auf meiner Flöte.

Anna öffnete den Mund. Und schluckte den Brocken. Kurz, dick, ekliger Geschmack. Grimassierend leckte sie den harten, sehnigen Schaft. Der Schwanz stieß rum, wollte in die Kehle. Anna würgte ständig, hustete, spuckte Speichel.

Aber es klappte. Sven kam, pumpte ’ne Ladung Sperma in ihren Mund. Anna schluckte und leckte die trockenen Lippen. Was neuen Lachanfall auslöste.

—Guck, der Schlampe hat’s geschmeckt, brüllte Holger lachend.

Inzwischen dämmerte es. Und Anna sah, wie der Blonde mehrmals nervös auf die Uhr guckte. Ende? Sie glaubte nicht mehr dran.

Aber bald redeten sie wirklich vom Rückweg in die Stadt. Doch Sven hatte ’nen letzten Gag. Er wollte ihre Fotzenhaare rasieren. Als Andenken an die geile Nacht, schleimte er.

Anna musste sich auf den Rücken legen. Beine maximal spreizen. Sie spürte die Dehnung in den Muskeln zittern.

—Ich halt’s nicht lang, jammerte Anna.

—Kein Ding, Schlampe, wir helfen.

Holger grinste und nickte dem Blonden zu. Der kapierte, ging hinter sie. Packte ihre Knöchel und zog die Beine noch weiter auseinander. Anna schrie, zuckte vor Schmerz. Aber er grinste nur und hielt fester.

Sven holte ’ne Rasierklinge (die Arschlöcher hatten ’n Arsenal dabei). Tätschelte ihre Fotze.

—Ruhig, nicht zappeln, sonst schneid ich.

Er tränkte die Haare mit Cognacrest. Und runzelte die Stirn, fing an. Die trockene Klinge schabte hart über die zarte Haut. Schnitt ständig.

Anna fand das Rasieren plötzlich am schlimmsten der Nacht. Sie keuchte, jaulte, winselte wie ’n Hund. Hielt’s nicht aus, packte Svens Ärmel.

—Nicht: Kann nicht mehr.

Aber das führte nur dazu, dass Holger und Lukas ihre Arme hielten. Anna wimmerte, drehte den Kopf hin und her. Tränen strömten.

Dann hörten sie auf zu rasieren. Hielten sie aber fest. Und als Anna den Kopf heben wollte, drückte Lukas ihn runter. Dass sie sich nicht rühren konnte.

Sie hörte Holger und Sven am Feuer flüstern. Dann Stille. Minuten verstrichen. Plötzlich spürte Anna Hitze zwischen den Beinen. Und ein Blitz traf ihren Unterleib. Anna jaulte schwach und wurde ohnmächtig.

Als sie zu sich kam, war’s hell. Anna stützte sich auf den Ellenbogen. Und guckte rum. Das Feuer war sorgfältig gelöscht, nicht mal Glut. Das Auto weg, nur plattes Gras zeigte die Stelle.

Langsam kehrten Gefühle zurück. Sie hörte den Wald rauschen. Und fröstelte in der Morgenkälte. Setzte sich, rieb die kalten Schultern. Und schrie vor Schmerz im Unterleib.

Guckte runter und erstarrte. Auf der zerschnittenen, buschigen Haut ihres Schams ragte ’ne krumme Fünfzack-Stern! Nein: Anna keuchte vor Grauen. Grimassierend tastete sie den Stern ab.

Ja. Der schwarze, verkohlte Rand drückte in die Haut. Dafür hielten sie sie fest: Aber warum? Warum? Anna fiel ins Gras und heulte los.

Die ganze Nacht angestaut, strömten Tränen jetzt. Schüttelten sie. Sie verschmierte sie im Gesicht, mit Dreck. Und heulte bis zur Heiserkeit, bis zum Wahnsinn.

Anna hörte erst auf, als sie total erledigt war. Ausgewrungen wie ’ne Zitrone. Kopf leer, keine Gedanken, keine Wünsche. Nur Leere, unerträglich.

Sie saß reglos, Kinn auf der schmierigen Brust. Starrte blind auf die zerkratzten Knie. Stand auf, ignorierte Schmerzen im Körper. Und tappte Richtung Highway.

Bald hörte sie Autos rauschen; der Lärm kam näher. Durchs Laub sah sie den grauen Asphalt. Sie schob Äste beiseite. Starrte lang auf rote, grüne, gelbe Pkw, graue Lkw, eckige Busse.

Traute sich aber nicht. Ließ die Arme sinken. Und ging apathisch tiefer in den Wald.

Sie irrte ziellos rum, bis Erschöpfung und Hunger sie fertigmachten. Trotz Sonne war’s kalt, sie zitterte. Anna kroch in Buschdickicht. Zog nackte Schenkel ans Gesicht, rollte sich zusammen.

Schlaf nicht. Nur liegen, wärmen, dann was Essbares suchen. Beruhigte sie ihren knurrenden Magen. Aber die schweren Lider hoben sich nicht mehr. Und sie fiel in tiefen Schlaf.

Ein harter Schlag auf die Beine weckte sie. Kaum Augen auf, sprang sie hoch. Kratzte Gesicht und Schultern an Ästen, fiel zurück. Zweiter Schlag, dritter: Paltenhiebe, hart und gnadenlos. Auf Brust, Rücken, Bauch.

Anna schrie wild, drehte sich wie verrückt. Um auszuweichen. Umzingelt von Büschen, gefangen – von der offenen Seite kam die Palte. Und ’ne schrille Alte fluchte.

—Nutte, Dreck, Schlampe, Miststück! Nimm das, du Sau, nimm: Schnell, Leute, her, guckt diese Hure. Liegt da, schamlos: Habt ihr Freiheit, Gott vergebe. An die Wand stellen, erschießen wie tollwütige Hunde.

Die Alte sah harmlos aus: Klein, dürr, Kopftuch mit Punkten unterm Kinn. Alte, saubere Bluse und verwaschener Rock. An den Füßen Kindergummistiefel. Gottes Löwenzahn, aber die Palte und das Gesicht: Rot, verzerrt vor Hass. Speichel spritzend, nichts Harmloses, nichts Menschliches mehr.

Von der Gnade? Anna zögerte kurz. Wich ’nem Schlag nicht aus, die Palte knallte auf ihren Schenkel. Stark, die Alte, könnte Wasser schleppen!

—Wart’s ab, Fotze, wart’s, keifte die Alte.

—Ich hol Bullen. Die zeigen dir’s, du schamlose Sau, für mein Leiden, dass dich deine Mutter nicht erkennt: Deine Mutter ist wohl auch ’ne Hure. Apfel fällt nicht weit: Ach, wäre Stalin am Leben, der hätte euch alle.

—Sie verwechseln mich, versuchte Anna zu reden.

Aber ’n weiterer Schlag zeigte, dass es sinnlos war. Anders handeln, sofort. Bevor der Stock ihren Schädel spaltete.

Anna warf sich vor, auf die Alte. Sie warf die Greisin um. Fiel aber selbst drauf, lag obendrauf. Die heulte, als würde sie geschlachtet. Und biss in Annas Brust nah am Nippel.

Albtraum! Anna prügelte wie wild ins Gesicht der Alten. Endlich ließ sie los. Anna sprang auf und rannte weg. Drohungen und Geschrei der verrückten Hexe hinterher.

Den Rest des Tags verbrachte Anna wie im Rausch. Irrte rum, versteckte sich. Knabberte Pilze, Beeren. Bei Dunkelheit ging sie zum Highway.

Brach Äste ab, deckte ihre Nacktheit notdürftig zu. Und stellte sich an den Rand, winkte. Einige Autos rasten vorbei; eins bremste, roch aber Lunte. Und gab Gas.

Erst nach zwanzig Minuten hielt ’n Lkw. Tür ging auf. Licht an in der Kabine.

Am Steuer ’n Arbeiter um die 45. Offenes, einfaches Gesicht, grob aber nett. Jeans und zerknittertes Flanellhemd. Aufgekrempelte Ärmel zeigten muskulöse Arme. Er trommelte mit der Handkante aufs Lenkrad. Und musterte Anna lang.

Sie hielt den Blick seiner schmalen Augen nicht aus. Senkte den Kopf und starrte auf den Asphalt.

—Was willst’n?, fragte er endlich.

—Mich: Mich haben sie überfallen, presste Anna raus, ohne aufzuschauen.

—Bringen Sie mich in die Stadt?

—Mitnehmen, sagst? Hast Kohle?

—Alles geklaut: Nichts da.

—Nichts, hm?.. Und Bezahlung?

Er grinste schief und guckte prüfend. Als sie zusammensackte, erbarmte er sich.

—Okay, steig ein, lass dich nicht hier.

Anna kletterte ungelenk auf die Trittstufe. Mit einer Hand hielt sie den Handlauf. Und trotz aller Mühe fielen die meisten Äste runter. Enttäuscht guckte sie hinterher. Stieg aber nicht ab.

Kroch in die Kabine, zupfte die restlichen Äste zurecht. Und wollte sich setzen.

—Ey, nein, wehrte der Fahrer ab.

—Mit dem Scheiß nicht in mein Auto.

—Aber ich hab nichts anderes an, murmelte Anna verwirrt.

—Dein Problem, ich lass meine Karre nicht versauen. Lass die Äste oder bleib draußen.

—Aber:, versuchte Anna.

—Kein Aber, unterbrach er.

—Entweder oder. Beeil dich, ich muss weiter.

Offenes, einfaches Gesicht. Ja klar. Anna lachte über ihre Naivität: Na ja, nicht der, dann ’n anderer, egal jetzt? Sie warf die Äste weg. Und setzte sich, knallte die Tür laut zu.

Der Fahrer starrte stur auf die Straße. Zischte dann wütend.

—Du, ton’s runter, oder du fliegst raus. Kapiert, Schönheit?

Und ohne Antwort fuhr er los. Licht aus.

Eine Weile fuhren sie stumm. Der Fahrer ignorierte sie demonstrativ. Anna hatte nichts dagegen und schwieg. Aber nach der harten Lektion traute sie seinen guten Absichten nicht.

Bald sah sie ihn indeed zu ihr schielen. Anna drehte sich zum Fenster, wartete.

Es kam schnell. Der brave Familienvater wurde mutiger. Guckte offen, drehte sich halb um. Vergaß die Straße. Schaltete sogar Licht an. Anna klebte am Fenster, tat ahnungslos. Obwohl das Glas im Licht wie ’n Spiegel war.

Endlich traute er sich zu reden.

—Sagst, überfallen? Weißt wer?

Schweigen sinnlos, Anna wandte sich ab vom Fenster.

—Weißnich.

—Willst nicht sagen – okay, blieb er friedlich.

—Und Name?

—Dunya.

—Mich nenn Vasily Dmitrich, schluckte er die Lüge.

Nach Pause.

—Du bist hübsch.

—Echt? Wer hätt’s gedacht!

Wieder ignorierte er den Spott. Und ging zu Taten über. Streichelte erst schüchtern, dann sicherer mit seiner mazutschwarzen Hand ihre Titten und Bauch. Rückte zur Fotze vor.

—Was’n das?, fragte er, als er den Stern sah, und pikte rein.

—Alle haben so was jetzt, fauchte Anna.

—Modisch. Guck bei deiner Tochter: Hat sie bestimmt auch.

—Du Fotze, lass meine Tochter aus’m Spiel, explodierte er.

—Die sitzt nachts zu Haus, fickt nicht rum bei Teufelweißwo. Du nervst mich: Warum pamper ich dich wie ’n Junge. Mit solchen muss man’s anders machen.

Er bremste, fuhr ran und hielt. Packte Anna hart mit beiden Händen. Sie wehrte nicht, drehte sich nur zum Fenster. Ihr Körper schmerzte eh überall. Und jetzt der Typ: Zweimal stöhnte sie auf.

Der Fahrer drehte sie um 90 Grad. Spreizte ihre Beine weit.

—Und merk: Ich vergewaltig dich nicht, warnte er.

—Nicht freiwillig – raus. Klar?

Anna schloss die Augen. Egal alles, sie schwieg gehorsam. Nur als er seinen Schwanz mit einem Stoß bis zum Anschlag reinschob, schrie sie auf.

Am Haus, vor’m Eingang, saß ’ne Bande Teenager-Idioten auf der Bank. Feierten mit ihren Schlampen trotz später Nacht. Anna drehte sich zum Fahrer.

—Gib was zum Anziehen.

—Geht so, lachte er dreckig.

—Stinkender Wichser, fluchte Anna, trat die Tür zu.

Und sprang raus.

Beim Anblick erstarrte die Teenie-Bande. Mäuler auf, einer fiel fast um. Anna nutzte den Moment. Schlüpfte in den Eingang und tippte zitternd den Code.

Als die Tür zuschnappte, fühlte sie sich endlich sicher. Uff! Alles kam hoch: Hunger, Kälte, unmenschliche Müdigkeit. Anna stieg in den Aufzug. Der war dreckiger als ’n Stall.

Ekelnd suchte sie ’n sauberes Fleckchen für die bloßen Füße. Lehnte sich an die Wand.

Der Aufzug kroch langsam hoch. Aber endlich öffneten sich die Türen. Fröstelnd rieb Anna die nackten Schultern. Wankte zur Tür und drückte den Klingelknopf. Endlich zu Haus!

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