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Dozents Demütigende Rachefantasie

Ein warmes Aprilmorgen. Die Natur erwacht, überall ertönt fröhliches Vogelgezwitscher – die müssen nicht lernen gehen. Sonnenstrahlen huschen durch das junge, zartgrüne Gras wie Igel im Nebel, schimmern in den Tautropfen in allen Regenbogenfarben.

In bunten, unordentlichen Reihen schleppen sich halbschlafende Studenten zu den Vorlesungen. Alte Bäumchen neigen sich über den gerissenen Asphalt der Allee, als ob sie Mitleid mit ihrem harten Los hätten. Trotzdem schien alles umher vor Liebe zu atmen. Man wollte singen, trinken und Weiber.

Vor dem Physiologiegebäude herrschte die übliche Szene zu dieser Uhrzeit: Jemand rauchte auf der Treppe, genoss die letzten Minuten vor dem stressigen Tag. Eine kleine Gruppe Studenten hockte auf einer halb zerfetzten Bank, lachte laut, erzählte schmutzige Witze.

Coole Typen quatschten wichtig miteinander, lehnten an ihren alten Karren. Matteo Rossi, entweder vom Kater gestern oder weil er wieder auf irgendwelche Beine geglotzt hatte, krachte voll in die stacheligen Barbarensträucher und kam ewig nicht raus.

Das brachte die Mädels ringsum zum Kichern, von denen immer genug um ihn herumschwärmten, weil sein unschlagbarer komischer Talent keinen kaltließ. Mit Getöse krachte ein Ziegel auf den Asphalt, den der tollpatschige Luca, der im Gehen ein Buch über Zwerge las, aus der Wand gerissen hatte, indem er mit der Schulter dagegenstieß.

—Und Stift ins Ohr?! murmelte Luca, ohne vom Buch aufzuschauen oder stehen zu bleiben.

Alessandro grinste nervös, stieg die Stufen hoch. Mit zitternder Hand umklammerte er in der Tasche eine Metallbox mit Vaseline und eine Packung Pillen. Marco rasselte mit seinem selbstgebastelten Heizgerät, das er gestern sorgfältig in die Tasche gepackt hatte, und marschierte schnellen Schritts seinem Schicksal entgegen. Den Saft würde heute nicht er trinken.

Die Uhr am Hauptgebäude der Uni zeigte 8:40. Nichts schien Unheil anzukündigen. Aber der Plan zur gerechten Strafe war geschmiedet…

Keiner von ihnen tauchte zur Vorlesung über Pflanzenphysiologie auf, vier Plätze in den hinteren Reihen blieben die erste Hälfte leer…

Giuseppe dozierte an der Tafel über Oxidasen, Purin-Kofermente, Chromoplasten und solchen Kram. Er warf ab und zu Blicke in die Runde, auf der Suche nach faulen Schreibern und Quasslern. Das Auditorium antwortete mit Grabesstille, alle waren beschäftigt – einer schrieb Chemie, einer bekam einen geblasen, einer hörte Player.

Nur keiner las heute über Zwerge und Kampfrobo. Der Dozent knöpfte den Kragen auf.

—Wie heiß es hier im Saal ist, sagte er, nahm die Brille ab.

—Ihr könnt Pause machen, dann fangen wir ein neues Thema an.

Das Heizgerät unterm Tisch, das lief, tat seine Wirkung langsam, aber sicher.

Die fröhliche Meute quoll mit Jubelrufen durch die engen Türen. Die Gruppenleiter hetzten, um Markierungen ins Journal zu machen und schnell mitzumachen. Giuseppe folgte ihnen.

—Giuseppe! hielt ihn der Ruf eines hübschen Mädchens auf.

—Wollen Sie nicht einen kühlen Saft?

Sie reichte ihm ein angeschnittenes Päckchen Apfelsaft. Er hatte Durst, und ihre prallen Titten lenkten ihn ab. Nach zwei Schlucken bedankte er sich und ging weiter den Flur runter, weg von den verhassten Studenten.

Nach der Klingel ging die zweite Hälfte der Vorlesung los. Alle saßen auf ihren Plätzen, in resignierter Erwartung neuer öder Durchläufe. Aber sie täuschten sich.

Mitten drin sagte Giuseppe plötzlich, er müsse dringend für ein paar Minuten raus, was ihm noch nie passiert war. Wenn alle gewusst hätten, welche Qualen ihn packten, hätten nur wenige getauscht – das war der Durchfalltreiber, den Alessandro liebevoll in den verfluchten Saft gemischt hatte.

Mit riesigen Augen, zitternd, raste der Dozent in den zweiten Stock. Er schaffte es irgendwie zur Tür mit dem „M“ und stürmte in die Kackbude. Die zwei äußeren Kabinen waren besetzt, und er flog furzend in die mittlere, bemerkte nicht mal den dicken Kerl am Fenster, der sein Gesicht mit einem Buch verdeckte. Rate mal, Leser, worum es darin ging…

Aus der Kabine kam Giuseppe als anderer Mann raus, seine Augen blitzten wieder, die alte Wichtigkeit und stolze Haltung waren zurück. Sein Mood war top, fiel nicht sofort, als er die Tür drückte und sie nicht aufging. In so einer Scheißbude normal.

Ging nicht auf beim zweiten Stoß, nicht beim dritten – Marco, der Schmiere stand, hatte sie mit einem schweren Ding blockiert, das Alessandro von irgendeinem Schrottplatz geklaut hatte. Hinten hustete jemand.

Giuseppe drehte sich um und sah drei Typen in schwarzen Masken, die Zorro nachmachten. Der Dickste hielt in einer Hand einen dicken Stift, in der anderen ein Verzeichnis „Proktologen der Stadt mit Adressen und Telefonen“ in Hardcover, seine Lippen verzogen sich verächtlich.

Der etwas Kleinere fummelte an der Vaselinebox, was schwer war, weil der Inhalt irgendwie draufgeschmiert war und die Finger rutschten. Der Dritte war der Clown – selbst in der Scheißlage brachte die komische Mischung aus Mantel, Kutte, Maske und Sack, offensichtlich aus ner alten Matratze, Giuseppe zum nervösen Lachen.

In der Hand ein Springmesser, auf dem Sack stand „Hände nicht ins Ladeloch stecken“.

—Die machen mich fertig! schoss es dem Dozenten durch den Kopf.

—Richtig geraten! dachten die drei im Chor.

Die Banditen umzingelten den Armen, ihre Augen brannten vor Feuer, nein, nicht Geilheit, nein, sie waren keine Schwuchteln, eher gnadenloses Rachefeuer!

—Bückst du dich selbst oder bücken wir dich? fragte der Mittlere sanft, er hatte die Vaseline auf und suchte jetzt eine Steckdose für den Lötkolben.

—Was soll das, Jungs, Spaß? versuchte Giuseppe zu grinsen.

—Jungs sind im Sandkasten. Wenn wir Spaß machen, lachst du, antwortete der „Colonel“ kurz.

—Bück dich, du Sau!

Er zwinkerte dem Dicken zu. Klick, das Messer blitzte, der „Colonel“ schnitt den Gürtel durch, der Dicke hinten zog dem armen Schwein die gestreiften Hosen runter, die schon nach Scheiße stanken.

Ihr Blick fiel auf einen bewachsenen Pimmel von beeindruckender (weil mitleiderregender) Größe.

—Bück dich, forderte der Dicke wieder.

Giuseppe dachte, nichts zu verlieren, und kniff die Arschbacken zusammen. Der Dicke setzte den Stift ein, half nichts. Dann hielt der „Colonel“ das Messer an den Pimmelhals und bog den gehassten Dozenten mit Kraft runter. Aus den Jackentaschen klimperten Kleingeldmünzen raus.

Kein Schrei, obwohl aus dem rosigen Arsch von Giuseppe ein ziemlich dicker Schwanz ragte. Der Mittlere, genervt vom vergeblichen Steckdosensuchen, hatte Spaß und rammte ihm den durch den Mund.

Der Anblick der Eichel, die aus dem Arsch ragte, brachte den Dicken so zum Lachen, dass er mit einem Tritt einen der Klos zertrümmerte, der in Scherben zerfiel. Ein dreckiger Bach floss über den Fliesenboden.

Dann drang der „Colonel“ auch von hinten ein, während der Dicke mit seinem tiefen Bass den Proktologenführer vorlas, im Takt wichsend.

Sie warfen den erschöpften Dozenten in die stinkende Pfütze, die aus der von dem Dicken kaputtgetretenen Leitung floss, und zogen sich zur Beratung in die Kabine am Fenster zurück.

Bald kamen sie zurück zu Giuseppe.

—Na, weißt du, wie man Hirn fickt? fragte einer.

—Nuuu jaaa, stöhnte der Dozent.

—Das ist, wenn die Kofermente der Pyridindehydrogenasen…

—Nein, das ist durch die Nase… unterbrach der „Colonel“.

—Du Dicker, du in die linke Nase, ich in die rechte!

—Und Stift ins Auge?! drohte der Dicke.

—Nein, umgekehrt!

Sie fingen einen kleinen Kampf an, dabei brach der „Colonel“ den Stift und riss Seite neunzehn aus den „Proktologen der Stadt…“. Der Dicke riss ihm einen Schulterklappe ab und alle Knöpfe, schaffte es noch, dem Gegner seinen eigenen Sack über den Kopf zu ziehen.

Unterdessen stellte sich Giuseppe so eine Hirnfickerei vor und schaltete ab.

—Ausgeknockt! jammerte der Mittlere enttäuscht.

—Hört mal, vielleicht tauchen wir ihn in die Scheißgrube?!

—Neeeiiin!!!

Der grausame Schrei hallte durch Giuseppes Schlafzimmer. Die hereinstürmende Frau sah ihn im Bett sitzen, Haare zu Berge, Gesicht verzerrt vor Grauen, schweißbedeckt, Augen rollten unnatürlich.

—Was, wieder der Studentenrache-Traum? fragte sie, wischte sanft den Schweiß von seiner Stirn.

—Hab ich dir gesagt: nimm nicht alle zu deinem Examen, jag die Kids nicht, sie sind jung, fröhlich, wozu brauchen die deine Vorlesungen.

Mühsam kaute Giuseppe sein Frühstück runter und ging zur Arbeit, seine öden Vorlesungen halten. Die Traumbilder verblassten langsam, drückten aber auf die Nerven.

Die Sonne schien, Vögel sangen. Als er ans Gebäude kam, hörte er plötzlich helles Mädchenlachen. Er drehte sich um und sah, wie eine Gruppe Mädels lachte, guckte zu, wie jemand in Mantel in den Barbarensträuchern rumwühlte, und die Wand ohne Ziegel ahnte vage was Übles…

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