Als ich Chiara zum ersten Mal sah, drückte sie mit ihrem Stiefel den Hals irgendeines Arschlochs auf den Asphalt.
Ihr Kaliber .44 – ein schwerer Revolver, aber ihre Hand zitterte nicht – zielte direkt auf seine Eier.
Sie weiß, wie man einen Verbrecher beruhigt.
Chiara ist eine zierliche Frau, und der schwere schwarze Ledergürtel mit Holster, Knüppel und Lampe wirkt monströs riesig an ihren Hüften.
Irgendwie hat das was Geiles.
Sie trägt kaum Make-up und kleine Perlenohrringe.
Wenn sie die mit der Polizeimütze, dem Abzeichen und der Uniform anzieht…
Und als ich diese langen, perfekt manikürten, knallroten Nägel auf dem schwarzen Griff des Revolvers sah, stand mir sofort schmerzhaft der Schwanz.
Also fragte ich:
— Brauchst du vielleicht Hilfe…
— Dich schickt man nur zum Sterben, Kumpel, fauchte sie und warf mir einen feindseligen Blick zu.
Ihre rechte Hand blieb ruhig.
— Ich bin nicht im Dienst – gerade abgelöst. Fuhr nur vorbei…
— Hör zu, Mann, brüllte der Festgehaltene,
— schaff diese verrückte Schlampe weg!
Das war ein Schwarzer in schwarzem Mantel und schwarzer Regenkappe, viel zu warm angezogen für die schwüle Septembernacht in der Stadt.
Runde, panische Augen quollen aus dem Schädel.
— Sie ist irre, Mann! Sie hat nicht mal eine Weste an!
Ich deckte sie ab, sie steckte den Revolver ins Holster und kettete ihm in drei Sekunden die Hände, wie ein Cowboy beim Rodeo.
— Hat dieser Cop dich hart rangenommen?, fragte ich.
Der Typ starrte mich baff an.
— Was soll das, Officer…?
— Benson, Chiara. Streife.
Kalte blaue Augen.
Kurze platinblonde Haare mit leichter Welle knapp unter dem Ohr.
— Ich bin Moretti, Lorenzo. Streife.
Sie lächelte nicht.
Diese süßen Lippen rührten sich nicht.
Ich fuhr fort:
— Ich komm gerade von der Observation, und ich…
— Worauf? Drogen?, fragte sie scharf.
— Ja.
— Ich würde gerne mitmachen. Kannst du ein Wort für mich einlegen?
— Klar, aber ich bin hier neu. Wurde Cop, um das zu beenden, meine Frau starb an einer Überdosis.
Hab ihren Dealer gekriegt, aber ihr Gesicht – diese totale Hoffnungslosigkeit – vergesse ich nie.
Seitdem, vier Jahre, nur One-Night-Stands, nie was Ernstes gewollt oder gehabt.
Aber als ich Chiara traf, klickte es in mir.
— Vergiss sie, sagte Francesco zu mir.
— Das ist die Eiskönigin. Hat Eiszapfen an den Titten und Schnee zwischen den Beinen.
— Ich häng dran, Francesco, sagte ich.
— Junge, jeder ledige Cop im Revier – und ein paar Verheiratete – haben versucht, diese Zicke flachzulegen, quengelte Francesco,
— und ich auch.
Er sagte das, als wär’s der Hammer.
Jede Frau bei Verstand, die diesen 120-Kilo-Kerl mit Hängebauch, fettigen Haaren und roter Nase abblitzen lässt, muss frigide sein.
— Sie ist nicht verheiratet, fuhr Francesco fort.
— Ich denk, sie ist lesbisch. Verstehst du, das ist der Knackpunkt!
— Hab den Begriff schon mal gehört.
Mir ging’s auf die Nerven.
Will nicht hören, wie sie über sie reden.
Hab zweimal Kaffee mit ihr getrunken.
Kannte sie kaum, aber verdammt, ich verehrte sie.
Innerlich. Versteht ihr.
Und ich wollte beweisen, dass Francesco unrecht hat.
Dachte noch an sie, als irgendein Mädel sich neben mich setzte und fragte:
— Spendierst du einem Mädchen was?
Ich guckte nicht hin:
— Such dir ’nen Freier woanders. Bin Cop.
— Das lässt sich besprechen, sagte sie.
Ich blickte auf:
— Chiara! Scheiße!
— Na, tolle Begrüßung für ein Mädchen – ‚Scheiße‘.
— Sorry, ich dachte, du… also ich hab nicht erwartet…
Ich starrte sie verblüfft an.
Sie lachte! Hatte ich noch nie gesehen.
Und nicht nur das.
Sie war zivil.
Ich mein – in Frauenklamotten.
Kleid mit tiefem Ausschnitt.
Praller, gebräunter Spalt.
Lange braune Beine unter dem kurzen Rock.
Konnte meinen Augen nicht trauen.
Francesco auch nicht.
— Bist du im Einsatz?, fragte er.
— Nein, sagte sie,
— wieso?
— Vergiss ihn, mischte ich mich ein,
— was trinkst du?
Sie sah mich an:
— Lass uns rausgehen.
Wir knutschten ewig direkt vor ihrer Tür.
Dann noch mehr Küssen und Fummeln am Kühlschrank.
Ihr Arsch war unglaublich perfekt – rund und heiß unter meinen Händen.
Noch zwei Stops zum Knutschen und Reiben meines harten Schwanzes an ihrem Schambein, bevor wir ins Schlafzimmer kamen.
Wir fielen einfach aufs Sofa.
Sie streckte sich neben mir aus, stieß mit dem Champagnerglas an, nippte und blickte von unten zu mir hoch, wunderschön und sexy.
Genau als ich mich runterbeugte, um sie zu küssen, fragte sie:
— Nimmst du mich in die Operation ‚Razzia‘ mit?
Ich setzte mich auf und starrte sie an:
— Also darum geht’s? Und wenn ich nein sage?
Sie wurde rot, dann sagte sie:
— Nein, gar nicht darum.
Sie stellte das Glas ab:
— Ich zeig dir, Officer, was das bedeutet. Lass mich mal deinen Knüppel sehen.
Sie machte geschickt meine Hose auf und holte meinen Schwanz raus.
Der richtet sich sofort auf, und ihre Zunge leckte dran lang.
Dann schlossen sich ihre Lippen drum, und die Zunge arbeitete hart an der Eichel.
Das erste Mal spritzte ich in ihren Mund.
Das zweite Mal tief in ihre enge, melkende Fotze.
Sie zog das Kleid erst beim dritten Mal aus.
Die Nacht war geil. Oh ja.
Am Ende kriegte sie den Platz in der Operation ‚Razzia‘, und als wir beide zum Detective befördert wurden, könnt ihr euch denken, wie wir das gefeiert haben.
Und wie wir die Crack-Labore hochgenommen haben.
Es war fast zwei Uhr nachts.
Wir saßen allein im Observationstruck.
Der Truck war getarnt wie so ein Lieferwagen für Kram, mit undurchsichtigen Scheiben – polarisiertes Glas, durch das wir mit Teleobjektiv filmten.
Francesco saß allein im Auto um die Ecke, beobachtete den Eingang aus der Gasse.
Das Haus hatte ein Stockwerk, der Hof war voller Bierdosen und Weinflaschen.
Wir hockten auf Klappstühlen, dazwischen die Kamera auf Stativ.
Ohne viel Gerede wechselten wir uns ab beim Gucken durch den Sucher.
Vielleicht schmollte ich ein bisschen.
Hatte sie vorhin angemacht, der ganze Truck für uns – und sie sagte nein.
Sagte, das sei unprofessionell.
Wir sind im Dienst, könnten was verpassen.
Ich schlug vor, einer guckt weiter, während der andere…
— Beleidige nicht meinen Blowjob, sagte sie.
Und hatte recht.
Würde mich nie konzentrieren können, wenn sie mich bearbeitet.
Kleine Straßendealer gingen rein und raus aus dem Haus.
Ein Haufen Käufer lungerte an der Ecke.
Auf der Straße nur eine Laterne und eine im Haus.
Ansonsten alles still und dunkel.
Dann kamen die Ortega-Brüder in ’nem schwarzen Lincoln vorgefahren.
Chiara sah sie zuerst.
Das waren Alessandro und Marco Ortega.
— Zange, flüsterte sie atemlos, genau wie gestern:
— Fick mich, fick mich härter!
Ich wurde fast eifersüchtig.
— Ortega-Brüder, sagte ich ins Funkgerät,
— direkt vor uns.
Wir hatten Haftbefehle für beide.
Normalerweise hockten sie südlich der Grenze, machten Geschäfte durch Kleinvieh.
Mussten wohl checken, ob ihre Dealer sie bescheißen.
Ich signalisierte Francesco:
— Wartet besser, bis sie rauskommen, dann schnappen wir sie auf dem Weg zum Auto.
— Spiel nicht mit denen, warnte Francesco,
— weißt du, warum sie Marco ‚Zange‘ nennen? Hat dich mal einer mit ’ner Zange an den Eiern gepackt?
— Haben’s mal versucht. Muss nur Verstärkung anfordern, Francesco. Unser Funk reicht nicht gut bis Zentrale.
— Wenn wir einen Ortega zum Reden bringen, kriegen wir Rodriguez’ Linie, sagte Chiara und checkte den Verschluss ihres Revolvers.
Ich starrte auf die Fassade und sah einen ihrer Typen aus dem Haus hasten.
Er guckte zuerst zu uns rüber.
Direkt auf den Truck.
Dann startete er den Lincoln und fuhr ihn vors Haus.
Die Ortegas kamen raus und verschwanden hinterm Auto.
Chiara und ich warfen uns Blicke zu.
Sie wussten Bescheid!
Keine Zeit für Verstärkung.
Ich sprang auf den Fahrersitz, drehte den Schlüssel so hart, dass die Zündung quietschte wie ’n Schwein, raste über die Straße und flog über ’n Blumenbeet, blockierte den Lincoln.
Sie hatten keinen Platz zum Ausweichen ohne Rummanövrieren, also sprang ihr Fahrer raus, mit ’ner Uzi in der Hand.
Ich duckte mich, und die Kappe über mir explodierte.
Herz raste:
— Chiara?
— Bin okay!
Ich hörte die Hintertür knallen.
Mit Revolver in der Hand machte ich die Beifahrertür auf und starrte in ’nen Lauf direkt vor mir.
Keine Zeit zum Zielen.
Drei Mal Abzug, und Gott ließ mich nicht hängen!
Sein Schädel zerplatzte in roten Spritzern.
Ich stieß den Körper raus, rutschte aus dem Auto, rollte und landete direkt vor Marco in gelbem Anzug mit langen, geflochtenen schwarzen Haaren.
Er hielt ’nen Kalaschnikow auf mich.
Zum Thema Unterbewaffnung bei Cops.
Der .44 ruckte zweimal in meiner Hand, lochte zwei Löcher in den kanariengelben Bauch.
Keine Zeit, ihn lebend zu nehmen.
‚Zange‘ sackte langsam um, drehte sich.
Ich wirbelte zu Alessandro rum und sah ihn zur anderen Seite des Trucks rennen, zu Chiara.
Ich machte ’ne Bewegung – weiß bis heute nicht wie – und glitt unter der Front durch.
Da stand sie, hinterm Truck in der Lehrbuch-Position.
’Ne Salve aus Alessandros Automat pflügte den Boden weniger als ’nen Zentimeter vor ihren Füßen.
Sie schoss nur einmal.
Der große Revolver blitzte den Hof auf.
Alessandro stoppte, starrte sie baff an.
Dann guckte er runter auf das Loch in seiner Brust und kippte um.
Ich sah zu Chiara.
Sie sah zu mir.
Wir dachten, wir haben genug Zeit – Tarnung eh im Arsch.
Wir kletterten in den hinteren Teil des Trucks und warfen die Revolver in die Ecke.
Ich riss ihr die Bluse runter, scheiß auf Knöpfe.
Ihre Hände zitterten nicht so sehr wie meine, aber sie keuchte, machte mit einer Hand meinen Reißverschluss auf und mit der anderen ihren Gürtel.
Klar, war’s ’n bisschen ungeschickt – ihre Jeans bis zu den Knien runter, bei mir nur der Reißverschluss offen.
Harte Nippel stachen aus der zerrissenen Bluse.
Wir sahen wahrscheinlich lächerlich aus, fühlten uns aber grandios.
Adrenalin ist der beste Aufgeiler.
Ihre Fotze war schon klatschnass, bevor ich sie anfasste, und mein Schwanz mindestens ’nen Zentimeter länger als sonst, härter als der Lauf meiner Knarre.
Tat sogar weh vor Spannung, als ich in sie stieß.
Heiße Spritzer flogen unter meinem harten Kolben über den Metallboden des Trucks.
— Wir wären fast draufgegangen, flüsterte sie, lag auf dem Rücken und krallte ihre Nägel in meinen Arsch.
Unsere Abzeichen, versteckt in den Brusttaschen, klackten rhythmisch aneinander, und das machte mich noch geiler.
Ihre Fotze saugte gierig an meinem Prügel.
Leben! Das war Leben, es tobte in unseren Lenden, forderte Anerkennung.
Ein Schuss Leben aus mir in ihre Möse, dann – als sie mich wegstieß und schrie
— In den Mund! – beendete ich es, spritzte flüssigen Perlmutt auf ihre gierige Zunge.
Dauerte nicht lang, und die Verstärkung verspätete sich.
Bis die kamen, waren wir wieder in Form.
Na ja, ich vergaß eine Sache.
Francesco grinste:
— Hey, Moretti. Hast deinen Garagentor offen gelassen.
Ich zog den Reißverschluss zu.
— Vielleicht hat einer aus ’nem Fenster geguckt, mutmaßte ich,
— den Truck gesehen. Hab dem Captain gesagt, der blöde Truck passt hier nicht hin.
— Hör auf, unterbrach sie,
— du weißt, worum’s geht. Die wurden gewarnt.
Später, bei ihr zu Hause, lagen wir nackt im Bett mit Champagnergläsern.
Als ich mich aufrichtete, goss ich was auf ihren Bauch.
Ohne Wort bückte sich Chiara und leckte alles ab.
Dauerte mindestens ’ne halbe Stunde, bis wir wieder übers Geschäft redeten.
— Denkst du, die hacken unsere Frequenzen?, fragte ich.
— Ist schon passiert.
— Vielleicht. Und der Fall, von dem du mir erzählt hast? Sagtest, da war niemand außer ein paar Teens, die nix wussten, und ’n bisschen Stoff, um’s wie ’n echtes Labor aussehen zu lassen. War das ’n Labor? Die wussten alles lange vorher und haben sich vorbereitet.
Ich nickte.
Wollte es nicht glauben, weil das endlose, verwickelte Verdächtigungen bedeutet, die man kaum beweisen kann.
Aber jemand verkaufte uns, und wir wussten beide – wer.
— Francesco war der Einzige, der wusste, was abgeht, als die Ortega-Brüder auftauchten.
Sie nickte:
— Ich dachte dasselbe. Und er war bei allen Razzia-Verhaftungen dabei. Oder?
— Immer. Voll im Bilde.
— Und was machen wir jetzt? Keine echten Beweise.
— Wir könnten ’n Experiment machen, sagte ich.
— Reden nur mit dem Captain und Innerer Sicherheit.
Später, als wir fast einschliefen und die Kerze am Bett zu ’ner Wachspfütze wurde, fragte ich plötzlich:
— Chiara? Warum wolltest du so dringend in die ‚Razzia‘?
Sie wusste, warum ich bei Drogen war.
Wusste von meiner Frau.
Aber ich wusste nix von ihrer Vergangenheit.
— Genau wie bei dir, Schatz, hatte ich meine Gründe.
Ich hätte vielleicht nachgefragt, wenn der Schlaf mich nicht erwischt hätte…
Bumm! Der hydraulische Rammbock fegte die Labortür weg, und vier der besten Cops der Stadt stürmten rein.
Ich war der Fünfte.
Chiara sollte nicht bei solchen Stürmen mitmachen, aber sie war direkt hinter mir.
Junkies auf dem Boden.
Einer vögelte in der Ecke auf ’ner dreckigen Matte ’ne Nutte, die für ’ne Dosis gab, andere zogen an ihren Pfeifen und merkten uns nicht mal.
Der dröhnende Ghettoblaster in der Ecke übertönte unseren Krach, also waren alle total überrascht.
Genauso die Dealer, als wir in den Hinterraum platzten.
Sie schafften’s, nur die Hälfte Crack in die Kloschüssel zu spülen.
Blieb mindestens ’n Pfund übrig.
Einer von ihnen – Antonio hieß er – quasselte wütend auf Spanisch, dachte, wir verstehen’s nicht, was von wegen Schutz vor solchem Scheiß, während wir ihn festnahmen.
Dünner Typ, der wochenlang nicht die Unterwäsche gewechselt hatte.
Sein Gestank drang sogar durch den Crack-Kochdunst.
Musste die Luft anhalten, als ich ihm die Handschellen anlegte.
Chiara spricht Spanisch, hörte sein Gejammer und sagte auf Spanisch:
— Denkst du, Francesco warnt euch noch? Er kassiert schon von der Indio-Familie, du Arsch!
Sie wär ’ne gute Schauspielerin.
Der Typ klappte zusammen.
Der Test war positiv, sozusagen.
In ’nem anderen Bezirk lief ’ne Verhaftung, von der Francesco wusste.
Als die Truppe hinkam, kriegten sie nur ’ne Handvoll Crack und zwei kleine Dealer.
Wir trafen uns im Revier.
Francesco kam mit seinem mickrigen Fang und starrte plötzlich mit Kulleraugen auf unsere Gefangenen.
— Du siehst überrascht aus, Francesco, sagte Captain Stein und zündete sich ’ne Kippe an.
Die Jungs von Innerer Sicherheit waren schon da.
— Na, ich… Mir hat keiner was gesagt… Ich mein…
Dann sah er die steinernen Gesichter der Sicherheitsleute.
— Das war Morettis Idee, fuhr Stein fort.
— Die Verhaftung, die du kanntest, brachte nur Scheiße. Die, von denen du nix wusstest, kamen mit fetter Beute zurück. Schöne Gleichung.
— Das ist Verleumdung. Zufall.
Chiara schob Antonio vor: Der brüllte ihm ins Gesicht:
— Verräter! Ich servier denen deinen Arsch auf ’nem Tablett.
Francesco versuchte, Warnungen zu brüllen, aber Antonio wurde schon in den Hinterraum gezerrt, wo die Stenografin seine Aussage aufnahm.
Er hatte ’ne Menge über Francesco zu erzählen.
Und Francesco brach zusammen wie ’ne Marionette mit abgeschnittenen Fäden.
Er gab uns Rodriguez’ Namen, unter dem er in die Staaten kam.
Gab seine Pläne und ’ne gute Beschreibung – es gab kein Foto von Rodriguez.
Chiara und ich waren bei der Begrüßung von Rodriguez am Flughafen dabei.
Die FBI-Leute leiteten.
Uns war der Mund trocken, als wir Position einnahmen.
Dann sahen wir den Typ, der Sekunden später durch den Zoll ging, cool wie ’n normaler Geschäftsmann.
Großer, gut aussehender Latino mit schmalem Schnurrbart, in dunklem, gebügeltem Anzug.
Die FBIler wollten warten, bis er den Koffer holt.
Dumm. Kein Weg, dass er Koks am Leib trägt.
Aber wir machten, was gesagt wurde – folgten ihm zur Gepäckausgabe, warteten, bis er ’nen braunen Lederkoffer nahm.
Dann stürmte einer von uns vor, zog Knarre und Handschellen.
Rodriguez tauchte in die Menge, öffnete im Laufen den Koffer und warf Klamotten raus.
Er fischte was Schwarzes, Glänzendes aus der Unterwäsche und schnappte sich ’n Teeniemädchen mit blauen Lidschatten, T-Shirt und zerzausten Haaren.
Er hielt die Pistole an ihren Kopf.
Das arme Ding schluckte ihren Kaugummi runter.
Aus dem seriösen Businessmann wurde ’n gewöhnlicher Killer.
Er wich zum Ausgang zurück.
Ein FBI-Agent trat vor:
— Hey, lass uns reden.
— Fick dich, antwortete der.
Da trat Chiara aus der Menge:
— Hi, Giuseppe. Schön, dich zu sehen, Schatz!
Sie sah hammermäßig sexy aus – Bluse offen, Gesicht geschminkt, viel Lippenstift und breites, strahlendes Grinsen.
Mantel überm Arm.
Rodriguez’ Augen weiteten sich:
— Chiara!
Vor Schreck nahm er die Pistole von ihrem Kopf.
Chiara schoss direkt unter dem Mantel raus.
Ein Schuss – die Kugel ging durch Rodriguez’ offenen Mund ins Hirn.
Als sie abdrückte, war das breite, fröhliche Grinsen noch auf ihrem Gesicht.
Rodriguez war tot, das Mädchen rannte schreiend weg, und die Steuerzahler sparten ’ne Menge Kohle für Gerichtskosten.
Die FBIler waren stinksauer, und Chiara sagte nur
— Küsst meinen Arsch und ging.
Ich hinterher.
— Ich war vor acht Jahren mit ihm verheiratet. Etwa zwei Tage. Traf ihn auf dem Weg nach Rio. Wir waren beim Karneval. Er hat mich umgehauen, ich dachte, ich bin verliebt. Dann, nach der Hochzeit, kapierte ich, von welchem Geld er lebt. Sagte, das ist nichts für mich…
Wir gingen durch die Flughafenhalle zum Erste-Hilfe-Punkt.
Sie fuhr fort:
— Er ließ mich nicht gehen. Vergewaltigte mich. Hielt mich eingesperrt und vögelte mich sechs Tage lang. Dann prügelte er mich und warf mich auf die Straße – und verschwand. Ich ließ mich scheiden und wurde Cop.
— Um ihn zu finden? Deshalb hast du mich angebaggert – hast von meiner Vergangenheit gehört? Wir hatten was Gemeinsames. Ich mein, du hattest die Auswahl…
— Nein. Ich bin zu dir gekommen, weil ich mal bei ’ner Verhaftung zugesehen hab und sah, wie du ’ne Tür eingetreten hast.
— Viele können Türen eintreten.
— Aber nicht so wie du, sagte sie bedeutungsvoll.
Sie nickte zur Tür des Erste-Hilfe-Punkts.
Der Raum war leer.
Ich probierte die Tür – verschlossen.
Ich spannte die Schultern, trat einen Schritt zurück und schlug zu.
Ein einziger, gezielter, perfekter Tritt.
Chiara keuchte, packte mein Handgelenk und zerrte mich rein.
Sie schloss die Tür, zog meinen Reißverschluss runter und ging vor mir auf die Knie.
Ich stand schon!


