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Die Alte weiß es besser!

Heute bin ich, wie es in letzter Zeit zur Gewohnheit geworden ist, zu unseren entfernten Verwandten am anderen Ende der Stadt gegangen.

Die Sache ist die, dass Lorenzo Bianchi vor drei Jahren einen Schlaganfall hatte. Kinder haben sie keine.

Jetzt ist er achtundfünfzig, aber nach der Krankheit ist er plötzlich um fünfzehn Jahre gealtert: Er verlässt die Wohnung selten, die Beine knicken ein, wenn er mit kleinen Schritten geht, immer mit Atemnot.

Die Lippen sind völlig blutleer geworden. Und ohnehin schon kleinwüchsig, ist er noch ganz ausgetrocknet, geschrumpft und gekrümmt, wirkt irgendwie durchsichtig: Als ob ein Windhauch käme und ihn wie ein trockenes Blatt davontragen würde.

Dafür ist seine Frau, die sechzigjährige Beatrice Bianchi, obwohl sie in den letzten zehn Jahren unglaublich fett geworden ist, immer noch rüstig und stark.

Eine herrische Hausherrin, die alle Sorgen ganz allein übernommen hat.

Früher schon hat er nicht gewagt, ihr zu widersprechen, jetzt weiß nur sie, was er braucht und wie es am besten ist.

Ihr ständiger Spruch „Die Alte weiß es besser!“ hat für ihn eine eindeutige Bedeutung – dass er den Mund halten und bedingungslos gehorchen soll.

An diesem Tag bin ich so gegen fünf Uhr zu ihnen gekommen.

Bei Tante Beatrice, meiner Namensvetterin, war schon alles vorbereitet: Tee und Kuchen mit Hecht, die sie kurz vor meiner Ankunft aus dem Ofen geholt hatte.

Und nach den üblichen Fragen und dem Anhören der Klagen über die Gesundheit setzten wir uns in der Küche an den Tisch.

Sich und mir goss Beatrice Bianchi ein Schlückchen schwachen Likör ein. Und als wir zum Kuchen griffen, fiel ihr plötzlich auf, dass Lorenzo Bianchi irgendwie lustlos aß, die Bissen lange kaute, als ob mit Widerwillen.

Sie schob sofort die zwei aneinandergebundenen Hocker von sich weg, auf denen sie gerade so eben Platz fand.

— Lollo, was ist mit dir? Als ob du dich verschluckst. Und die Augen, die sind ganz anders? Na los, was ist los mit dir?

— Ach nein, alles in Ordnung. Nur… Ein bisschen schwer. Als ob das Essen nicht ankommt.

— Soll ich vielleicht den Notarzt rufen? Nicht dass wieder was mit dir passiert?

— Nein! Nein! Ganz und gar nicht! Im Bauch… Übel…

Beatrice Bianchi fing an, leise mit ihm zu reden, aber man konnte einiges verstehen.

— Ach, das ist Verstopfung bei dir!, sagte Beatrice Bianchi schon lauter.

— Sieht ganz so aus, gab Lorenzo Bianchi irgendwie zu.

— Na dann komm, ab ins Zimmer. Jetzt mach ich dir einen Einlauf!, befahl ihm die Frau in einem Ton, der keinen Widerspruch duldete.

— Was soll das! Warte wenigstens, bis die Besucherin nach Hause geht. Jetzt überhaupt davon zu reden ist unpassend!, stammelte er verlegen.

— Ach, was für ein Ding! Als ob Chiara (das bin ich) noch nie gehört hätte, dass man so was macht! Die ist nicht dumm, die versteht das! Ihr selbst ist das auch schon x-mal passiert, hat sie erzählt und sich nicht geschämt! Oder willst du sagen, du schämst dich vor mir? Oh-ho-ho! Bald vierzig Jahre sind wir zusammen! Und wie oft hab ich dir schon einen Einlauf gemacht! Los, los! Die Alte weiß es besser!

Umfassend ihren Mann, vor dem er ganz winzig wirkte, zog Beatrice Bianchi ihn aus der Küche.

— Soll ich vielleicht rausgehen, ein bisschen spazieren? Um niemanden zu stören?, schlug ich vor.

— Wieso denn rumlaufen? Bleib in der Küche und guck aus dem Fenster. Tür zu, und was macht das schon, ob du draußen weißt, was hier abgeht – oder gleich hinter der Tür?

Aber lange aus dem Fenster starren hielt ich nicht aus.

Obwohl mir wirklich mindestens drei-, viermal im Jahr Einläufe gemacht wurden, war es interessant, mal von außen zuzuschauen, wie so eine Prozedur abläuft.

Noch dazu bei jemandem vom anderen Geschlecht. Auch wenn er alt aussah, ganz gebrechlich, ein Invalide.

Und ich schielte vorsichtig zur Tür, die oben verglast war.

Man hörte deutlich das schnelle Geplapper von Beatrice Bianchi.

— … Als ob ich noch nie was gesehen hätte… Den Vater, in seinen letzten Jahren, hab ich ständig in der Sauna gewaschen. Extra zu ihm ins Dorf gefahren. Und dich erst… Kein Fremder guckt auf dich, also zieh mal alles aus, was dafür nötig ist, komplett! Guck nicht so rum! Die Alte weiß es besser!

Ich schaffte es gerade noch, einen abwesenden Blick aufzusetzen, als ob ich was draußen anstarrte, da quetschte sich Beatrice Bianchi in die Küche.

Sie trug eine leere Gummikanne von beeindruckender Größe mit langem Schlauch, unten mit einer dünnen weißen Spitze.

— Na gut, jetzt gießen wir Wasser rein, verdünnen, murmelte sie vor sich hin und füllte die Kanne – erst kaltes abgekochtes Wasser, dann heißes aus dem Kessel.

Kaum hatte sie die Tür zugemacht, schielte ich wieder.

Schwerfällig tappte Beatrice Bianchi herum, nahm eine Lampe vom Haken und hängte die furchterregend aufgeblasene grüne Kanne dran.

Das breite Bett war schon mit Öltuch belegt, und obendrauf irgendein Lappen. Auf dem Boden stand eine Plastikschüssel.

Lorenzo Bianchi zog sich anscheinend sehr unwillig, ächzend, die Trainingshose aus, dann die Unterhose, und schließlich streifte er die Unterwäsche ab.

Beatrice Bianchi neckte ihn irgendwie.

Dann kroch er auf allen Vieren ans vorbereitete Platz, und mit einem langen Seufzer legte er sich hin, überließ seinen Hintern, den ich nicht richtig sehen konnte, der Macht seiner Frau.

Der breite Rücken von Tante Beatrice verdeckte nicht nur ihn selbst, sondern fast die ganze Szene.

Man hörte, wie sie da rumbrummte – „Dreh dich so, leg dich so…“.

Da bückte sie sich, streckte ihren riesigen Arsch raus und blockte damit alles.

Mit einem Plumps spritzte etwas Wasser aus der Spitze in die Schüssel.

Dann rückte sie ein Stück, und man sah den Hinterkopf von Lorenzo Bianchi.

Er spannte sich plötzlich leicht an – wohl weil die Finger der Frau seine Backen auseinanderzogen.

Und gleich darauf stöhnte er dumpf auf – das hieß, Beatrice Bianchi hatte den unangenehmsten Teil gemacht, nämlich die Spitze reingesteckt.

Als sie ein bisschen zur Seite ging, sah man die schrumpfende Kanne, einen Teil des Schlauchs runter, die Spitze reingesteckt, wohin man weiß.

Stark gebückt tappte die alte Frau ums Bett, hielt die Spitze im Arsch ihres offensichtlich leidenden Mannes fest.

Die Kanne war wohl halb leer, als sein klagender, flehender Stöhner ertönte.

— Oi, Bice, ich kann nicht mehr! Lass ab! Lass ab, bitte!, bettelte er, als ob er weinte.

— Jammerge nicht rum!, drang ein leichter, spielerischer Klaps an mein Ohr, und die Stöhner wurden leiser.

Aber nach einer halben Minute fingen sie wieder an.

— Bicetta, quäl mich nicht! Erbarm dich! Gleich schäme ich mich! Lass ab! Ich flehe dich an!

— Gleich machen wir Pause, dann bringen wir’s zu Ende! Alles bis zum Schluss in dich rein! Sonst bringt’s nichts! Die Alte weiß es besser!

Und wieder, aber stärker, kam der Klang eines Klapses.

Und man spürte es, hörte es, dass Lorenzo Bianchi sich auf dem Bett wie ein Aal wand.

Erdrückte Ohs und Stöhner drangen her – „Bicetta… Bicchen… Och… Erbarm dich…“ – worauf Beatrice Bianchis drohendes Brummen folgte.

Und das ging so, bis die Kanne platt wie ein Pfannkuchen war.

Danach hob Beatrice Bianchi ihren Mann an den Schultern hoch, hielt ihn fest und führte ihn zur Toilette, eine Hand auf seinen Backen.

Und da drin, im Bad, blieben sie bis zum Ende – Beatrice Bianchi prüfte, wie die Prozedur gewirkt hatte.

Noch eine halbe Stunde später saß er ganz munter mit uns am Tisch, und wir redeten über irgendwelche Lebensdinge, versuchten, das Vorherige nicht zu berühren.

Nur ganz zum Schluss, als schon alles aufgegessen war, drehte sich Beatrice Bianchi zu ihm um.

— Vor dem Schlafengehen mach ich dir noch einen Einlauf. Mir schien, als ob bei dir nicht alles rausgekommen ist, sagte sie ganz alltäglich, aber in einem Ton, der keinen Widerspruch duldete, als ob es schon beschlossene Sache wäre.

— Na, Beatrice, was soll das? Wozu?, piepste Lorenzo Bianchi.

— Sag ich’s – dann wird’s gemacht! Muss sein! Die Alte weiß es besser! Wenn ich’s für nötig halte, wiederholen wir’s morgen!

Beatrice Bianchi strich ihm über den Nacken und zog ihn an ihre Schulter.

Umarmte ihn, drückte ihn.

Dann, als sie sich ansahen, leuchtete in beider Augen so eine Liebe!

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