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Blutige Orgie des Untergangs

Ein heftiger Stoß und ein dumpfes Grollen rissen mich aus dem Schlaf. Das Schiff schwankte übelkeitserregend und sackte sofort ab. Ich sprang aus dem Bett. Eine neue Explosion entriss den Boden unter meinen Füßen und schleuderte mich gegen die Wand. Es fühlte sich an, als füllte sich mein Schädel mit scheuernder Staubwolke, und die Augen quollen heraus.

Die Welt war seltsam verzerrt. Der schief hängende, plötzlich erblasste Bullauge starrte direkt ins Wasser und senkte sich spürbar – so, dass es einem den Magen umdrehte – hinab in die Tiefe. In der Kabine dröhnte das Brüllen einströmender Wassermassen. Hinter der dünnen Metallwand zischte etwas, und hysterische Schritte von Menschen klapperten hektisch.

—Sie haben uns in die Luft gejagt! Terroristen!

Das Herz fiel mir wie ein Bleiklumpen in die Brust. Rutschend über den aufgebäumten Boden stürzte ich zur Tür. Im Gang peitschte schäumendes Wasser. Menschen rannten vorbei, mit unkenntlich wilden, wahnsinnigen Gesichtern.

Rette sich, wer kann! Die Rettung lag da, am Ende dieses langen, engen Korridors, dieses von orangenem Notlicht durchfluteten Wurmfortsatzes, wo sich eine panische Menschenmenge am Treppenaufgang drängte. Ich stieß mich vom Türrahmen ab und warf mich in diesen erstickenden, hysterischen Strom aus Leibern. Ich prallte gegen Ellenbogen, Köpfe, Beine.

Sekundenlang zappelte ich in diesem höllischen Mahlwerk. Dann traf mich ein harter Schlag am Schädel. Ich verlor das Gleichgewicht und fiel durch die halb offene Tür der nächsten Kabine – einer Mausefalle. Über den Linoleumboden rutschend, krachte ich mit der Stirn gegen die Tischkante und ging zu Boden, das Gesicht ans Bullauge gedrückt.

Dahinter war schon Wasser – grün, smaragden, fröhlich mit gebrochenen Sonnenstrahlen spielend, durchzogen von kristallenen Girlanden aus Luftblasen.

Herrgott! Wir sind schon verloren! Wir sind schon Tote! Wir, ein paar wahnsinnige Ratten der Menschheit, in die hermetischen Winkel dieses transozeanischen Luxusliners gejagt, erleben nur noch unseren eigenen Tod. Eingepackt in eine dichte Luftblase irgendwo im unermesslichen Schiffsleib!

Gott! Dieser Luft reicht es nur für ein paar Stunden. Dann kommt die Agonie, der qualvolle Tod durch Kohlendioxidvergiftung. Wenn unerträglicher Schmerz den Schädel sprengt und die Kehle zerreißt, die Augen aus den Höhlen quetscht und die Muskeln zu Strängen verdreht!

Ich glaube, ich brüllte und schlug mit den Armen in das steigende Wasser der Kabine. Blut aus der Platzwunde an der Stirn floss in die Augen. Unten knackten die Schotten. Hinter dem Bullauge schlängelten sich grüne Algen.

Dann ruckte das Schiff, legte sich auf den Grund, knirschend über zerquetschte Steine unter dem Kiel. Im Innern brach etwas. Im Gang gellte ein markerschütternder Schrei.

Mein Blick irrte durch die Kabine. Der Verstand konnte sich mit dem Unausweichlichen des Todes noch nicht abfinden, glaubte noch an eine unmögliche, fantastische Rettung. Lampe, Bullauge, Metallschrank – Gott, Gott, wo ist der Ausgang? Herrgott! Was ist das?

In einem krampfhaften Ruck fiel mein Blick auf sie – diesen in die Ecke gedrückten, auf der Schiffskoje zusammengekauerten, vom Einsturz des Geschehens zerdrückten Klumpen menschlichen Fleisches.

Herrgott! Vergib mir! Ich lebe ja sowieso nicht mehr! Tod sowieso… Tod! Und niemand erfährt je etwas… Gott, wie sehr ich nicht sterben will!

Ich stand auf und trat zu ihr. Die nassen Jeans klebten bleischwer an meinen Schenkeln. Die von Grauen leergefegten Augen folgten meiner Bewegung. Ihre Hilflosigkeit und Niedergeschlagenheit erregten mich auf seltsame Weise.

Das Gefühl, dass hier, neben mir, jemand noch Verloreneres, Erschütterteres, Verzweifelteres war als ich, dessen weiches, schutzloses Fleisch ich straflos zerreißen und quälen konnte, fachte mich an. Ohne ein Wort riss ich mit einer scharfen Bewegung ihre Lumpen und Träger herunter.

Ich schaute sie gar nicht richtig an, doch ein blendendes Leuchten der Begierde flammte in meinem Hirn auf. Erhitzend zog ich mir das Hemd aus, streifte zusammen mit der Unterhose die Jeans von den Beinen. Mein räuberisches Tier brach hervor, direkt vor ihrem Gesicht, spiegelte sich als zwei Flammenzungen in den hypnotisch erstarrten Pupillen.

Ich gab ihr keine Chance. Ich zerdrückte sie, warf mich mit vollem Gewicht auf sie, presste sie aufs Bett, verschloss ihren Mund mit meinen Lippen. Indem ich das fremde Fleisch mit meinem versteiften Penis zerriss, spürte ich plötzlich, wie dünn und schwach menschliche Knochen sind – ihre Rippen bogen sich buchstäblich unter meiner Last.

Wild in sie eindringend, fühlte ich mit jeder Brustbewegung diese Wankelmütigkeit und Zerbrechlichkeit des knöchernen Korsetts. Darin pochte, verzweifelt pulsierend mit Herzschlägen, das Leben des von mir gekreuzigten und zerrissenen Wesens.

Aber alles endete so unerwartet schnell, dass ich im letzten Moment eher Ärger und Schmerz als Lust empfand. Plötzlich kraftlos werdend, rollte ich von ihr ab und plumpste mit dem nackten Hintern ins Wasser.

Eine seltsame Leere überkam mich. Die Welt schien verblasst, ganz aus Grautönen geknetet. Die Luft war schon merklich stickig. Ich setzte mich ins Wasser und dachte, es blieb nur eines: Zum Buffet gehen, falls es noch nicht überschwemmt war, und mich bis zur Besinnungslosigkeit betrinken. Vielleicht würde das Sterben so leichter.

Ich stand auf und ging, ohne mich anzuziehen, zur Tür. Schwer die Beine im steigenden Wasser bewegend.

—Wohin gehst du?

Ich zuckte zusammen und drehte mich um, als hätte man mich mit einer Peitsche geschlagen. Sie sollte nicht sprechen, sie sollte zumindest keine so ruhige Stimme haben!

Das Mädchen saß auf dem Bett, unnatürlich weit die weißen, dünnen Beine gespreizt, die mir wie ohne Knochen vorkamen. Sie schaute mich mit staunenden Augen an, die Hand über dem Schoß. Wahrscheinlich starrte ich sie ziemlich dümmlich an. Sie nahm die Hand weg und zeigte die offene Handfläche.

—Schau, Blut.

Ich grinste blöd.

—Das hast du gemacht.

Sagte sie tonlos, eher eine etwas bedrückte Feststellung.

Ich machte eine Bewegung zur Tür – mir wurde unwohl.

—Nicht.

Piepste sie plötzlich.

—Geh nicht, ich kann nicht allein! Ich habe Angst! Lass mich nicht zurück!

Sie sprang von der Koje, warf sich mit unerwarteter Behendigkeit mein weggeworfenes Hemd über und kam zu mir.

In diesen Sekunden konnte ich meine „Auserwählte“ mustern. Sie war dünn wie ein Schilfrohr und ein bisschen ungelenk, vielleicht weil ich sie so brutal zerrissen hatte. Das nasse Hemd klebte an scheinbar durchscheinenden Schultern und der kaum hervortretenden Brust. Sie lächelte sogar linkisch und, ganz nah vor mir stehend, fragte sie ganz einfach:

—Wir sterben doch, oder?

—Nein.

Witzelte ich böse.

—Wir leben ewig.

—Warte doch, geh nicht! Lass uns zusammen.

Plantschend mit den Füßen im Wasser, folgte sie mir und berührte an der Tür meine Schulter.

—Lass mich nicht allein, was kostet es dich… Was auch immer, aber ich bin jetzt doch deine Frau.

Irgendwo in meiner Kehle steckte plötzlich ein Kloß. Ich drehte mich um und sah diese schmächtige, grazile Figur mit den weit aufgerissenen, flehenden Augen. Um deren schmale Knöchel das Wasser kleine Wirbel drehte. Etwas in mir taute auf.

—Na gut. Gehen wir ins Buffet und saufen uns zu, damit wir nichts spüren.

Seltsam, das Gesicht des Mädchens hellte sich unmerklich und unergründlich auf. Es leuchtete sogar mit einem Hauch von Triumph, aber sie senkte schnell die verlegenen Augen.

—Ja, wahrscheinlich ist das richtig… Wie schade, dass…

Sie sprach den Gedanken nicht aus, dann platzte sie heraus:

—Ich dachte nicht, dass es bei mir so sein würde… Na ja… Darf ich?

Sie lächelte zweideutig und berührte vorsichtig mit der Fingerspitze meinen erschlafften, zwischen den Schenkeln baumelnden Penis.

—So… unverständlich.

Fand sie den Ausdruck und streichelte ihn mit den Fingerkuppen, wie man ein Kätzchen über den Rücken streichelt.

—Macht nichts, dass ich…

—Macht nichts.

Krächzte ich, spürend, wie in mir wieder die Spermien brodelten. Wer weiß, vielleicht war diese antike Statue aus halbtransparentem, mattem und zitterndem Fleisch ein Geschenk des Schicksals? Und mir würde es in dem Moment, wenn der Verstand von den letzten, kohlenstoffvergifteten Visionen überflutet wird, leichter fallen zu sterben, im Todeskrampf mit ihrem biegsamen Körper verschlungen?

Das Wasser stieg langsamer, aber unaufhaltsam. Wir kämpften uns den schrägen Boden hinauf, klammerten uns an Türklinken und alles, was greifbar war. Nach fünf Schritten hörte ich hinter mir einen schrillen Schrei.

Ich drehte mich um und sah die vor Entsetzen gefüllten Augen des Mädchens. Die Strömung drehte langsam einen Männerleichnam mit hervorgequollenen Augen. Der raue Stoff seines Pyjamas streifte ihr nacktes Bein. Ich stieß den Toten mit der Ferse weg, und wir gingen weiter.

Uns begegneten noch fünf oder sechs solcher Gaben, in den unmöglichsten Posen treibend. Das Atmen fiel immer schwerer.

Wir waren nicht die Einzigen mit der Idee. Die Bar auf unserem Deck war voller Menschen, in unterschiedlichem Grad bekleidet und in verschiedenen Stadien der Benommenheit. Alle taten ungefähr dasselbe: Sie wateten knietief im Wasser durch den Raum und sammelten verstreute Flaschen auf.

Einer, der eine Flasche geleert hatte, kniff die Augen zu, reckte den Kinn wie ein Hengst und versuchte mit einem Taschenmesser, sich die Halsschlagader aufzuschlitzen. Traf aber nur die Luftröhre und, das Messer wegwerfend, begann er zu kreisen, Augen zusammengekniffen, die Kehle mit den Händen zudrückend. Über die behaarte Brust floss rosiger Schaum, und die Luft pfiff zwischen den Fingern hindurch.

Ohne mich an meiner totalen Nacktheit zu stören, ging ich zu dem Haufen Flaschen und wählte eine mit breitem Hals, gefüllt mit duftendem hawaiianischem Rum. Ich entkorkte sie und trank direkt aus dem Hals, den Kopf zurückgeworfen, den Adamsapfel bewegend.

Und spürte plötzlich, dass sie – dieses Mädchen in meinem Hemd – mit dem Rücken zu mir stand, mich fast berührend. Und mich ansah wie IHREN MANN oder wie den lieben Gott, der sie zur Frau gemacht hatte.

Keuchend löste ich die Flasche vom Mund.

—Jetzt ich.

Das Mädchen streckte die Hand aus und, genau so den Kopf mit dem verfilzten Schopf nasser Haare zurückwerfend, das zerbrechliche, fein gemeißelte Hals bewegend und keuchend, begann sie aus der Flasche zu trinken.

Herrgott, Herrgott, warum bist du so grausam, Herrgott? Warum muss der Mensch, dein wunderbarstes Geschöpf, so qualvoll und stumpf sterben? Warum muss diese Frau mit solch zartem und brüchigem Hals, mit solchen prall spitzen Brustwarzen, die unter dem nassen Hemd direkt in meine Augen starren, ersticken?

Ihr wundervolles Leib in unerträglicher Agonie zerreißen, in eigenem Erbrochenem und Kohlendioxid ertrinken? Herrgott, Herrgott, warum soll sie nie mehr die Sonne sehen, ihre Lungen mit dem berauschenden Nektar der Wiesenluft füllen?

Warum soll sie nie gebären und an diese Brust den weichen Körper eines Kindes drücken – meines Kindes? Herrgott, vielleicht würde ich mich fügen, vielleicht wäre es mir ein bisschen leichter, wenn nach mir wenigstens etwas bliebe!

—Frau!

Hörte ich plötzlich einen Schrei und drehte mich um.

—Schaut, eine Frau, eine Frau!

Ein komischer Dicker mit hervorgequollenen Augen unter einer goldgerahmten Brille zeigte mit dem Finger auf meine Begleiterin.

Ich überflog den Saal schnell und verstand plötzlich, dass sie die einzige weibliche Person hier war. Ich weiß nicht, wohin all diese kessen Weiber verschwunden waren, die während der Fahrt jeden Tag die Promenadendecks zertrampelten. Sich an allen Theken aller Schiffsbaren drängten und mit hängenden Brüsten auf allen Tanzflächen wackelten.

Vielleicht gerettet, in die Boote gesprungen, oder in den Gängen und auf den Treppen zertrampelt und zerquetscht? Vielleicht hatten sie sich in ihren Kabinen eingeschlossen und warteten dort auf den Tod, mit ergrauten Lippen Gebete zur Jungfrau Maria murmurend?

—Frau, Frau!

Hüpfend, halb wahnsinnig schrie der Dicke, den Finger irgendwo nach unten stoßend.

Ich schaute hin – an der Innenseite des Schenkels meiner Freundin floss noch ein dünnes Rinnsal Blut. Und diese paar purpurnen Tropfen verwandelten diese verlorene, niedergeschlagene Gesellschaft augenblicklich in die wildeste Herde.

Alle Blicke richteten sich auf uns. Die Kerle drängten mit hirnloser Tierstarrheit vor, drückend und wegstoßend. Ich hatte nie so viele dumpfe Gesichter gesehen, ergriffen von viehischer Besessenheit.

War ich auch so? Wie hat sie mich ertragen?

Der muntere Dicke hatte sich schon seiner Rüstung entledigt und tanzte einen halben Meter von uns entfernt einen ulkigen Satyrentanz. Die globusartigen Schenkel hochwerfend, und seine Genitalien flatterten unter dem kissenförmigen Bauch wie ein in den Schritt gesetzter lila Schmetterling.

Mich packte wilde Wut. Dumme Männchen! Was wollen die! Als gäbe es mich nicht mehr! Ich griff einen Hocker und brüllte:

—Nicht näherkommen! Ich bring euch um! Wer sie anrührt… Viecher!

Mit aller Kraft schleuderte ich dem kozelartig hüpfenden Dicken den Hocker in den Bauch.

—Wagt es nicht!

Schrie ich, greifend nach einem neuen Hocker. Doch in diesem Moment traf mich von hinten etwas Schweres am Hinterkopf, und in den Augen wurde es rasch dunkel.

Ich sah noch, wie ein Koloss mit verquollenem Boxerface das Mädchen packte und mit solcher Wucht auf den nächsten Tisch warf, dass ihr Kopf fast rechtwinklig nach hinten kippte. Und dachte: „Hat er ihr das Genick gebrochen?“ Dann wurde es ganz dunkel, und ich dachte erleichtert: „Gottlob, sie haben mich getötet. Wie gut, fast schmerzfrei.“ Und verlor das Bewusstsein.

Ein unmenschlicher Schrei weckte mich. Ich öffnete die Lider. Einen halben Meter vor mir ragten aus dem Wasser wie zwei bronzene Füße des Koloss von Rhodos zwei gebräunte, mit nassen schwarzen Haaren beklebte Beine.

Der weiße, wolkige Hintern darüber mit zwei deutlichen Grübchen von der Spannung der Muskeln hinter den Hüftgelenken schwankte gleichmäßig, wollüstig in den Extrempunkten verweilend. Ein brauner, feuchter Penis, einem monströs angeschwollenen Regenwurm gleich, glitt mit fleischfressendem Schmatzen ein und aus zwischen zwei weißen, biegsamen Schenkeln, die nach unten gekrümmt waren, zum Wasser.

Die Gesäßbacken des Opfers lagen am Rand des Tisches. Und von der anderen Seite, fast bis zum Wasser hängend, links und rechts, stieß ihr auf dem zurückgeworfenen Hals schwingender Kopf wilde Schreie aus, unterbrochen von unbeschreiblichem Knurren.

Ein halbes Dutzend „Priester“, wartend auf ihre Reihe, trampelten daneben. Quälten mit Händen ihre Brüste, Schultern, Bauch, stießen mit gespannten, perlenbesetzten Gliedern in ihre Seiten. Andere wanderten durch den Saal, hoben Flaschen auf, tranken, masturbierten, peitschten das zerfledderte Fleisch für den nächsten Gang auf.

Gebogen und mit offenem Mund erstarrt, kam der bronzefüßige Riese. Den schlaff werdenden, feuchten, in letzten Zuckungen keuchenden Schwanz herausziehend und in der Hand haltend wie einen aus dem brennenden Tempel geretteten nationalen Schatz, tappte er davon.

Schnappte unterwegs eine Flasche aus dem Wasser, schlug den Hals ab und begann gierig zu trinken.

Der Nächste, ein Typ um die Dreißig, mit dem ich während der Kreuzfahrt mehrmals auf dem Oberdeck Tennis gespielt hatte und der immer den lokalen Claude Van Damme mimte, fiel plötzlich vor dem offenen Schoß des Mädchens auf die Knie. Begann schmatzend die Scham zu lecken, zitternd und keuchend.

Dann, fast im Sprung, rammte er sein Werkzeug hinein und begann einen wahnsinnigen Tanz. Das rechte Knie fast bis zu ihrer Brust hebend und stoßend, als wollte er mit dem Penis den Bauch aufreißen. Sie heulte und röchelte.

Und ich wunderte mich, wie in dieser scheinbar so zierlichen Brustkorb solche Kraft passte. Und verstand plötzlich, dass diese Viecher sie als Herde, diese Frau mit nur halbstündiger Erfahrung, zum wildesten Orgasmus getrieben hatten.

Herrgott, ich habe sie hierhergebracht, ich, den sie „IHREN MANN“ nannte! Herrgott, Herrgott, vielleicht ist es besser so? Sie ist kein Mensch mehr, sie ist jetzt nur eine Sexmaschine. Ein heulendes, von Orgasmuswellen überschwemmtes Monstrum, ohne Gedanken, ohne Angst, ohne Bewusstsein des unaufhaltsam nahenden Endes.

Sie wird aus dem Leben gehen, ohne es zu merken, ertränkt in Kaskaden wollüstiger Krämpfe. Versunken in seligem Vergessen, das Gott aus irgendeinem Grund nur Frauen schenkt.

Herrgott, Herrgott, warum hast du uns Männern diesen erbarmungslosen rationalen Verstand gegeben? Der diese scheußliche Welt nüchtern und unfehlbar bis zum letzten Moment verdaut, bis zur unerträglichsten Qual? Warum hast du uns nicht das Erbarmen des Vergessens geschenkt?

Ich suchte mit den Augen den bronzefüßigen Riesen und sah, wie er trübselig, offenkundig von wachsender Verzweiflung gequält, knietief im Wasser an der fernen Barwand watete. Immer noch seinen geschrumpften Schwanz in der Linken haltend, in der Rechten die Flasche mit abgeschlagenem Hals.

In diesem Moment heulte das Mädchen unter dem Ansturm des Athleten besonders wild und bog sich unnatürlich. Die reliefartig hervortretenden Muskeln erstarrten in unglaublicher Spannung, aus der zurückgeworfenen Kehle drang Gekreisch.

Der vollbärtige Mann hinter dem Tennisspieler, in der vorkatastrophalen Welt als Pastor bekannt, hielt es nicht aus. Machte um seinen seltsam weißen, dicken Penis ein paar masturbierende Bewegungen und spritzte den erstarrten Rücken des Athleten mit weißlichem Strahl.

Sekunden später platzte die Feder irgendwo in der aufgezogenen Sexmaschine. Sie erschlaffte augenblicklich und breitete sich leblos über den Tisch aus, den Kopf abgeknickt wie eine gebrochene Puppe.

—Ist sie tot?

Murmelte der Van-Damme-Verschnitt ratlos.

—Was ist mit ihr?

—Mach weiter, Bruder, wenn sie krepiert ist, ist sie noch warm.

Und diese Viecher lachten dumpf in der dichten, schweren, weindampfgesättigten Luft.

—O Scheiße!

Explodierte plötzlich der bronzene Koloss.

—Wann endet das alles? Ich halt’s nicht aus! Warum ich? Warum das alles? Wann krepiere ich endlich?

Brüllte er, geballte Fäuste schüttelnd.

—Welche Sauerei.

Starrte er in seinen Unterleib.

—O Ekel.

Und plötzlich schlug er mit der Flasche, deren zerbrochener Hals scharfe Zähne hatte, wütend in seinen Schritt.

Vor Schmerz bog sich der Riese nach hinten, brüllend wie eine Schiffssirene. Alle starrten ihn fassungslos an.

—Ekel, Ekel!

Sich windend und im Schrei erstickend, führte er noch ein paar grausame, kastrierende Stöße aus. Und seine verstümmelten Genitalien hingen in blutigen Fetzen unter dem Bauch.

—Warum bin ich nicht anständig gestorben?! Das ist sie, sie! Lasst mich, ich bring sie um! Das ist alles sie!

In seinen Augen flackerte manischer Glanz, die Hand mit dem furchterregenden Werkzeug hebend. Taumelte der Koloss zum Tisch, aber man stieß ihn weg. Und er fiel und schlug im Wasser um sich, ein Tsunami rosig werdender Wellen aufwerfend.

Alle erstarrten. Der Athlet rutschte halb gelähmt vom Opfer und begann zu kotzen, sich krümmend, in Schüben zitternd. Ging er zur Tür – allein zu sterben.

—Psycho!

Hörte ich kurz und verächtlich.

—Alle krepieren wir sowieso, also amüsieren wir uns zum Schluss.

Und ich sah, wie ein neuer Held schlenkernd zum Altar trat und den nächsten wahnsinnigen Tanz begann.

Und während der Bronzefüßige seinen Geist aushauchte, verblutend und in rosigem Wasser erstickend, lief der Liebeskonveyer wieder an. Das bewusstlose Leib schüttelnd und mit Sperma überschwemmend. Abwechselnd in den an diesem Thron des Vergessens andockenden Männern Wellen der Lust mit Anfällen der Verzweiflung, die ihre Seelen füllten, sobald ihr Samen die Lenden verließ.

Herrgott! Warum bist du so grausam? Wie beneide ich sie, für die alles vorbei ist! Warum bin ich keine Frau? Und ich läge jetzt neben ihr, nähme ihre purpurne, explosionsbereite Fleisch in mich auf. Löste mich in Orgasmusströmen und wollüstigen Konvulsionen auf!

Gott, Gott, woran denke ich! Ich bin verrückt! Aber warum nicht? Männer und Frauen sind sich so ähnlich, fast gleich gebaut! Vielleicht gelingt es mir, klappt es? Sterben muss ich sowieso! Und vor allem, niemand erfährt je etwas – der Tod wischt alle Spuren weg.

Mit verzweifelter Kraft sprang ich auf und stürmte zum Richtplatz. Die von erotischer Qual ermatteten Männchen auseinanderschiebend, sie links und rechts prügelnd.

—Lasst mich! Lasst mich!

—Idiot, hier ist Schlange!

Sie packten und schlugen mich, aber mein Schwung war zu heftig, als dass jemand mich halten konnte.

Den nächsten grunzenden Eber wegstoßend, flog ich auf den Tisch. Stellte mich auf alle Viere, Hände auf der Platte neben ihren Schultern, ihr Becken zwischen meinen Knien, und brüllte:

—Na los! Kommt! Ich will auch!

—Psycho!

Murmelte jemand.

—Verrückter Schwuler.

Und ich wackelte mit dem Hintern und rief:

—Na, zu feige für einen Mann? Ihr könnt nur eine halbtote Göre!

Kopf drehend und über die Schulter blickend, sah ich die aufragenden Kaduzeen, die mich wie ein Palisadenzaun unmöglicher Mysterien umgaben. Und Vorfreude auf unbegreifliche Empfindungen ergriff mich, zog quälend etwas in meinem Bauch zusammen.

An Gleitmittel denkend, schöpfte ich eine Handvoll der Pampe, die sie zwischen ihren Schenkeln angerichtet hatten, und schmierte mich im Schritt:

—Na los! Ich bin nicht schlechter als sie!

Offenbar bekräftigte dieser Gestus die Nachfolge, und ich brach ihren Widerstand. Ein heißer, fester Stab drückte sich in die zarte Weichheit unter meinem Steißbein und drängte vor.

Ich schaute unter mich, entlang des Bauchs, und sah hinter und unter meinen Hoden zwei runde, haarige, rosige fremde Eier. Ich erwartete scharfen Schmerz, aber es war nur Dehnung und Wärme. Dann rollte ein starker, scharfer Stoß an, ein Blitz stechender Pein, und mich schüttelte es von häufigen Stößen fremden Leibes.

„Herrgott, Herrgott, es läuft!“ – stöhnte ich fast. Und mir kam aus irgendeinem Grund eine Geschichte aus einem alten Buch in den Sinn, von einem alten Samurai, der nach Landessitte Harakiri machte. Und, das Warten auf den nicht kommenden Tod nicht ertragend, begann, sich die Kehle zu zerschneiden. Aber wo ist mein Dolch?

Ich schaute mich um. Mir fiel ein Penis ins Auge, riesig und knotig wie die Wurzel einer mächtigen Eiche. Ragend aus einem eingefallenen, bräunlichen Yogabauch eines knochigen Riesen mit Rippen, die die Haut spannten.

Ohne Wort, schaukelnd von den Stößen hinten, griff ich diese Bestie am Ansatz. Es war ein wahres Wunder – lebendig, atmend, sich spannend, Wurzel einer Eiche. Und Sekunden starrte ich hypnotisiert in die Öffnung seiner Eichel.

Dann, fast mit Zähnen schabend, schob ich ihn in den Mund. Der Mann schrie auf und drängte mit Hüften vor, fast erstickend. Umhüllt von einer mir unbekannten heißen Welle, umfing ich den Penis mit Lippen und begann zu masturbieren. Kopf auf und ab bewegend, Zunge in die salzige Eichel pressend, klar das große, geweitete Loch spürend.

Während mein Partner, mich an den Haaren packend, leise stöhnte.

Ich spürte nicht mehr, wann und wie oft meine Hintermänner begannen und endeten. Mein ganzes Dasein, mein ganzes Leben konzentrierte sich auf den Kampf mit dem monströs knorrigen Stamm in meinem Mund.

Er drang in die Kehle, löste Brechreiz aus, Lippen fast an der schlaffen Hodenhaut. Oder wirbelte bei meinen Zähnen, und der Riese, wimmernd stöhnend, drückte sich auf die Eier.

Und ich rieb mit Gaumen seine Spitze, kitzelte mit Zunge Falten und geschwollene Adern, biss fast hinein. Und sah, wie Blutstropfen über spärliche weißliche Härchen der Hoden hinabliefen.

Nach meiner Schätzung hatten schon drei oder vier Männchen meinen Anus mit Samen bereichert. Aber dieser einzigartige Yogi quälte sich weiter, bis er endlich mit der Hand ein paar Hin- und Herbewegungen entlang seines Wurzelstamms machte. Und meinen Mund mit elastischem Strahl warmer Flüssigkeit flutete.

Aber der wunderbare Stamm meines Yogis erschlaffte nur wenig. Ohne ihn aus meinem Mund zu nehmen, drückte er nur mit dem Finger auf einen Punkt im Damm. Und sein monströser Python kroch wieder zu meiner Kehle.

Nun musste dieses Balken mein Augenmerk teilen mit dem Ansturm von Ereignissen am Heck. Der anfangs pulsierende Schmerz floss mehr und mehr in unerträglich wollüstigen Juckreiz über, der sich um den Schließmuskel ausbreitete.

Die blutgeschwollene Eichel meines Glieds gewann atemberaubende Empfindsamkeit. Und rieb bei schlaffer, weicher Erektion über den nackten Bauch des Mädchens, ließ mich bei jedem Berühren am ganzen Körper bis zum Rückgrat erschaudern.

Ich kam fast gleichzeitig mit meinem Hintermann, zitternd und sie mit Sperma überschwemmend. Das sehend, begann mein monströser Yogi Hüften zu bewegen, Eier fast in den Bauch eingezogen. Dann floss ein neuer heißer Strahl in meinen Mund, und er, Augen schließend, zog seine dampfende, blutige Keule heraus.

Ich war erschöpft, von meinen geöffneten Lippen tropften dicke Spermatropfen. Ich röchelte etwas wie „genug, genug“, aber jemand hinten packte meine Schenkel und schob seinen Stab hinein.

Ein Jüngling mit durchscheinendem Flaum am Schambein stupste mir seine rosige, zarte Fleisch ins Gesicht. Aber ich schob sie mit der Zunge weg, und schließlich spritzte er nur meinen Kinn.

Dann trat der Koloss vor mich, der am Anfang meine Begleiterin so brutal auf den Tisch geworfen hatte. Fasste meine Wangen, drückte mit Handflächen meinen Unterkiefer herunter und rammte mir seinen knotigen Kolben in die Kehle.

Ich erinnerte mich plötzlich, dass ich sowieso sterben muss und, vor allem, abschalten. Mein Herz pochte so stark in der Brust, dass ich scheinbar von seinen Schlägen vor und zurück schwankte. Nicht von den wilden Stößen in Mund und After.

Der nächste Wahnsinnige an meinem Heck begann im Takt seiner Paarungsbewegungen meinen Penis zu masturbieren. Wenn der Koloss vorne meinen Kopf herunterbog, sein heißes Fleisch scheinbar bis in mein Hirn stoßend, sah ich die purpurne Eichel meines eigenen, ziemlich malträtierten Kumpels umrahmt von fremden Händen.

In einem solchen Moment schoss sein Kanal, und die ersten weißen Tropfen flogen fast bis zum Kinn des Mädchens. Aber der Rest floss als schlaffe Schnodder herunter.

Ich fiel in Trance: Ohne die zwei Rammen und die mich von unten knetenden Hände wäre ich flach hingefallen. Dann wieder mit unerklärlicher Energie schüttelte ich den Kopf, masturbierend mit Lippen den kaum passenden Penis des Kolosses.

Und seine Eier hüpften vor meinen Augen wie Basketballbälle in einem Netz. Ich erstickte und flog irgendwohin seltsam schräg, rechtes Schulter voran. Und das dauerte unerklärlich lang.

Aber als endlich sein Penis hüpfte, erste Samenströme ausstoßend, krachten plötzlich zwei Schüsse hinter mir.

Bis heute weiß ich nicht, wie ich das Folgende erklären soll. Diese in tierischer Lust und Verzweiflung vor dem nahenden Tod wahnsinnigen Männer verwandelten sich auf unergründliche Weise in Sekunden in eine Herde aufgescheuchter Hirsche.

Sie flohen mit fast weibischen Quietschern, Fontänen von Spritzern aufwerfend. Zusammenstoßend und umwerfend, sich in der Enge in Seiten und Hintern stoßend.

Der Bock, der mich hinten quälte, zog ungeschickt seine Klinge heraus – und warf mich auf die Seite. Und ich fiel fast besinnungslos ins Wasser.

Mitten in der Bar standen drei Matrosen der Schiffsbesatzung in voller Uniform, ruhig und kalt. Und einer, in Offiziersjacke, hielt eine rauchende Pistole und schrie:

—Alle in die Kabinen! Alle in die Kabinen! Schweine!

Und sie flohen vor ihm, Leiber schüttelnd, auf Rücken kletternd bei den Türen.

—Alle in die Kabinen!

Ich war in einem merkwürdigen Zustand. Mein Körper lag reglos im Wasser, und ich wusste nicht mal, ob ich atmete. Aber mein Bewusstsein, als hätte es sich von dieser zerfetzten Hülle gelöst, schwebte unter der Decke. Kühl und nüchtern das Geschehen beobachtend.

Ich dachte, wahrscheinlich bin ich tot. Aber diese Idee heizte nur die Neugier des abstrakt schwebenden Bewusstseins an.

Nachdem die Letzten der panisch entsetzten Satyre hinausgestürmt waren, befahl der in der Offiziersjacke trocken:

—Tür zu. Nehmt die Platte da ab – darunter sollte der Notvorrat an Schwimmwesten und ein paar Tauchgeräten sein, falls dieser Idiot von Barmann sie nicht versoffen hat.

Dann trat er zu dem auf dem Tisch ausgestreckten Mädchen, warf einen abschätzenden Blick auf sie und fügte hinzu:

—Was für eine Furche haben diese Hengste hier gepflügt.

Mich hielt er wohl für längst tot und kalt.

Die Matrosen nahmen die Platte ab, und darunter war wirklich eine Nische, vollgestopft mit Korkwesten und Zylindern. Einer brachte Weste und Tauchgerät dem Offizier.

Der legte die Pistole sorgfältig auf einen trockenen Platz neben dem Mädchen. Dann zog er methodisch Jacke, Hemd, Hose aus und faltete sie daneben.

Die Matrosen handhabten es weniger zeremoniell. Und einer, schon in voller Tauchausrüstung, begann die Messingräder am Fenster zu drehen.

Erstaunlich, aber ich sah alles viel klarer und schärfer als sonst. Scheint, als hätte ich einzigartige Fähigkeiten entwickelt: Von meinem Platz aus konnte ich die Pistole des Offiziers nicht sehen. Aber ich wusste unerklärlich genau, wo sie war, und spürte sogar deutlich, wie rau ihre Griff sein musste.

Ich hörte getrennt, Ton für Ton, wie sie sprachen.

—Wir könnten diesen armen Teufeln helfen rauszukommen, statt sie in Kabinen zu treiben.

Sagte der, der am Fenster die Räder drehte.

—Nichts würde klappen.

Antwortete der Offizier dumpf.

—Panik ist das Gefährlichste auf See. Diese Viecher würden uns einfach überrennen und sich gegenseitig zerquetschen. Wir selbst haben nicht viel Chancen.

—Quatsch.

Erwiderte der draufgängerische Kerl, der dem Offizier Weste und Gerät gebracht hatte.

—Nur fünfzig Meter. Im Krieg tauchten U-Boot-Leute von zweihundert Metern ohne Geräte auf, nachdem sie durch Torpedorohre gekrochen waren. Gut gemacht, Kapitän, dass er unsere Schaluppe zu diesem Inselchen gelenkt hat, sonst wär’s aus mit uns.

Murmelte er, Arme durch die Riemen der Tauchausrüstung schiebend. Und in meinem Bewusstsein rührte sich verzweifelt: „Schweine, Schweine, habt das Schiff nicht gerettet, und jetzt flieht ihr wie Ratten, lasst uns ersticken, hier krepieren! Welche Schweine! Sterben wir wirklich?“

—Findet ihr nicht.

Fuhr der draufgängerische Matrose fort zu scherzen.

—Dass wir eine einzigartige Chance in der Seefahrtsgeschichte verpassen?

Er starrte unablässig in den offenen Schoß des Mädchens, nüsternweitend wie ein Hirsch.

—Was? Auf fünfzig Metern Tiefe unter dem Meeresspiegel, in voller Tauchausrüstung?

Er zog seine Kastenunterhose herunter, so dass der Gummi die Eier stützte. Und präsentierte seine lila, knubbelige Keule zur Begutachtung.

—Nein, ich vergebe mir nicht, wenn ich das verpasse.

—Lass das.

Krächzte der am Fenster.

—Bist du verrückt?

Aber der Matrose in Offiziersjacke schwieg, schief grinsend.

—Eine Sekunde, wie man sagt, momento im Meer.

Der Schürzenjäger grinste und zwinkerte dem Auge seiner geschwollenen, steil aufragenden Rute zu und wandte sich an sie:

—Na, Kumpel, vermisst du weißes Fleisch? Nichts, halt noch ein bisschen aus.

Er steckte sich den Mundstück des Tauchgeräts in den Mund. Und, sein Glied vorneweg schiebend, begann er es in die Vagina des Mädchens zu stecken.

In diesem Moment durchzuckte mich unerträglicher Schmerz – als berührte ein glühender Stab meinen Damm. Noch im Wasser schreiend, sprang ich auf, setzte mich eher bis zur Hüfte ins Wasser. Griff die Pistole und schoss dem Vergewaltiger in die Brust.

Der wich einen Schritt zurück und fiel ins Wasser. Ohne aufzuhören zu heulen, schoss ich zweimal mehr – ins blass werdende Gesicht des Offiziers und in den Kopf des Matrosen am Fenster.

Dann stürzte ich besessen vor, zum im Wasser zuckenden Schürzenjäger. Und riss den Tauchmundstück aus seinen gefletschten Zähnen. Die blutverschmierte Gummi packend, sog ich mehrmals Sauerstoff ein.

Seliges Halbbewusstsein wirbelte meinen Kopf. Ganz distanziert beobachtete ich, wie der Matrose, Blutwolken aus dem Mund stoßend, sich unter Wasser wand und in letzter Krampf erstarrte.

Fast ohnmächtig vor Schwäche, zog ich ihm die Korkweste aus und schnallte mir richtig das Tauchgerät um. Kraft, das Fenster-Bullauge zu öffnen, hatte ich nicht mehr. Und ich entlud einfach den Rest des Magazins hinein.

Deutlich, wie in Zeitlupe, sah ich, wie im dicken Schiffsglas drei saubere Löcher entstanden. Dazwischen verbanden sich Risse, dann zerbrach das Glas. Und ein Wasserfall ergoss sich in den Ex-Bar-Raum, schäumend, Hocker verstreuend, Leichen umwerfend und schleudernd.

Neben den von mir Erschossenen lagen hier mindestens noch der Bronzefüßige und der Langhalsige, der sich die Kehle durchgeschnitten hatte. Leere Flaschen.

In der dichten Atmosphäre hörte ich kaum den Schrei hinter mir – der Wasserstrom, das Mädchen erreichend, hob sie hoch und trug sie. Gegen Tische schlagend und mit Schaum überspülend – eine strenge Waschung des alten Gottes Neptun.

Ich stürzte hinterher in den brodelnden Strom, fing sie am Fetzen des zerrissenen Hemds. Drückte sie an die Wand und schob ihr den Mundstück meines Tauchgeräts in den Mund.

—Wir retten uns!

Schrie ich in ihr Ohr unter harten, salzigen Spritzern.

—Wir werden leben!

Und spürte das keuchende, lebensspendenden Gas greifende Bewegen ihrer Rippen und das Brodeln in der Kehle.

Den toten Offizier wirbelte es fast zu uns. Ich riss ihm die Zylinder ab und schnallte sie dem Mädchen um. Als der Raum fast ganz gefüllt war und alles sich beruhigte, wickelte ich sie in zwei Schwimmwesten.

Und schleppte sie zum zerbrochenen Fenster, in das schon neugierige Fischchen steckten. Mit einem Hocker schlug ich die Glasreste heraus und schob sie hinaus.

Das kostete meine letzten Kräfte, und ich hing, halb herausgekrochen, über den Rand geneigt. Fünf Minuten konnte ich mich nicht rühren.

Das Mädchen hing die ganze Zeit neben mir, wie ein Kokon in grünlichem Glas eingemauert. Vielleicht war sie wieder ohnmächtig.

Endlich konzentriert, stieß ich mich von der rauen Metallhaut des versunkenen Liners ab. Fasste sie unter den Achseln und begann langsam, kaum die Beine bewegend, unseren traurigen Aufstieg nach oben.

Zum flachgedrückten smaragdenen Sonne irgendwo dort, in einer anderen Welt…

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